Veranstaltungsarchiv VATMH

2020

Samstag, 02.11.2019

Triumph der Farben

Literarisches Colloquium Berlin (Am Sandwerder 5, 14109 Berlin)

Info

Ausgehend von den geometrischen Untersuchungen und Buntordnungen der Mathematiker Karl Merz, Ákos Császár sowie Lajos Szilassi entfaltet Oswald Egger in »Triumph der Farben« (Lilienfeld Verlag, Schriftenreihe der Kunststiftung NRW) eine Ideengeschichte des Projektiven in der Poesie. Erstmals wird sein 2018 veröffentlichtes Kaleidoskop, in dem er Sprache, Farbe, Geometrie und Wissenschaftsgeschichte zu einer spielerischen Entdeckungsreise werden lässt, in einer Ausstellung und performativen Lesung präsentiert.

Begrüßung | Dr. Florian Höllerer

Einführung in die Ausstellung | Heike Catherina Mertens

Performative Lesung | Oswald Egger

In Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin

Die Ausstellung läuft bis zum 7. Februar 2020 und ist vor und nach den Abendveranstaltungen bzw. mit Voranmeldung im LCB (Email: mail@lcb.de / Tel. 030-8169960) zu sehen.

Freitag, 22.11.2019

Ausstellungseröffnung: Chris Hood

68projects (Fasanenstr. 68, 10719 Berlin)

Chris Hood

Info

In Chris Hoods Gemälden kollidieren Abstraktionen mit gegenständlichen Bildern aus seinem persönlichen Umfeld und denen der Medien des 21. Jahrhundert zu traumähnlichen und hypnotischen Bildwelten. Sie greifen Figuren der amerikanischen Gegenkultur, der Kunstgeschichte und der Massenmedien auf. Die Gemälde von Chris Hood zeichnen sich durch eine einzigartige Reverse-Stain-Technik aus, bei der die Rückseite der Leinwand bemalt wird, was der Bildoberfläche die Ästhetik eines verblichenen T-Shirtdrucks verleiht. Dabei werden Fragen zu Identität, Erinnerung und Verlust aufgeworfen.

„Ähnlich wie der Zustrom von täglichen Bildern, die kodiert, übersetzt und falsch gelesen wurden, reflektiert meine Praxis das Empfinden, sich in einem rutschigen Gemisch aus Koaleszenz und Entropie zu befinden. Neue und alte Formen werden gesplittet, neu interpretiert, verinnerlicht und wiedererweckt und reflektieren so über immerwährende Themen am Anfang einer neuen Ära." (Chris Hood)

Chris Hood

Chris Hood erhielt seinen Bachelor of Fine Arts von der Georgia State University und schloss sein Kunststudium mit dem Master of Fine Arts am San Francisco Art Institute ab. Heute lebt und arbeitet er in Los Angeles.

Einzelausstellungen (Auswahl): Praz Delavallade (Los Angeles), Lyles & King (New York), MIER Gallery (Los Angeles), Galerie Bernard Ceysson (Paris).

Gruppenausstellungen (Auswahl): Zuckerman Museum of Art, Venus Over Los Angeles (Los Angeles), CANADA (New York), Saatchi Gallery (London) und Jack Hanley (New York)

Chris Hood Arbeiten wurden unter anderem in der Art in America, Elephant, Mousse, The Art Newspaper, Time Out und New American Paintings besprochen.

hoodchris.com

Partner

Das Berlin Fellowship 2019 ist eine Kooperation mit:

Mittwoch, 18.12.2019

Via Lewandowsky: "Good God"

Diözesanmuseum (Domplatz, 96049 Bamberg)

Info

Schon von Weitem ist sie zu sehen und leuchtet in der Nacht: die zehn Meter breite Licht-Skulptur des Berliner Künstlers Via Lewandowsky (Villa Aurora-Stipendiat 2009) „Good God“. In luftiger Höhe zwischen den Türmen über dem Ostchor des Bamberger Doms angebracht, strahlt sie seit dem Sommer vom Domberg in die Stadt. Ursprünglich sollte sie mit dem Ende der „Funke Gottes“-Ausstellung abgebaut werden – nun wird die Licht-Installation auf Beschluss des Domkapitels auch noch in der dunklen Jahreszeit bis Mariä Lichtmess am 2. Februar, dem früheren Ende der Weihnachtszeit, die Bamberger Nächte erhellen und den Namen Gottes in die Stadt hinausstrahlen.

Das Ausstellungsprojektes „Der Funke Gottes – Schatz + Wunderkammern im Bamberger Diözesanmuseum“ führte  Kunstwerke der klassischen und zeitgenössischen Moderne mit historischen Exponaten des Museums zu ungewöhnlichen, vielfach zum Nachdenken anregenden Gegenüberstellungen zusammen. Die Ausstellung  ging am 10. November mit 8200 Besucherinnen und Besuchern erfolgreich zu Ende.

Die Ausstellung "Der Funke Gottes" fand im Rahmen einer Medienpartnerschaft mit der WELTKUNST und der MEDIENGRUPPE Oberfranken statt. Sie wurde vom Erzbistum Bamberg von der Oberfrankenstiftung, dem VAH – Verein Ausstellungshaus christliche Kunst e. V. München, der Sparkassenstiftung der Stadt Bamberg, dem Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. Los Angeles/Berlin, dem Kulturbüro der EKD und zahlreichen privaten Sammlerinnen und Sammlern wie Art‘Us Collectors‘ Collective e.V., Olbricht Collection, ProWinko ProArt Collection, Sammlung Tobeler Contemporary, Sammlung Wemhöner, Sammlung Ivo Wessel und vielen weiteren Persönlichkeiten und Institutionen gefördert und unterstützt.

Donnerstag, 17.09.2020

Last Days of Summer

Radialsystem (Holzmarktstr. 33, 10243 Berlin)

Info

Zum Auftakt der Reihe auf dem überdachten Deck des Radialsystems liest der in Berlin lebende Autor Andreas Schäfer am 17. September aus seinem im Sommer 2020 erschienen Roman „Das Gartenzimmer“. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Dorothee Elmiger liest am 18. September aus ihrem im Sommer 2020 bei Hanser erschienenen Roman „Aus der Zuckerfabrik“. Der Text ist für den Deutschen Buchpreis und den Bayerischen Buchpreis nominiert. Zum Abschluss der Reihe sind die Schriftstellerin und Journalistin Tanja Dückers und der Fotograf, Kurator und Autor Andreas Rost am 23. September zu Gast.

Programm

17. September, 18:30 Uhr | Andreas Schäfer: Das Gartenzimmer
Porträt Andreas Schäfer, © Mirella Weingarten

Kunst, Moral, privates Glück und Politik - „Das Gartenzimmer“ spannt einen Bogen von der Aufbruchsstimmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die Weimarer Republik und die Herrschaft der Nationalsozialisten bis in die Gegenwart: Die Villa Rosen, ein neoklassizistisches Landhaus, wird 1909 von dem später zu Weltruhm gelangenden Architekten Max Taubert für einen Professor Adam Rosen und seine Frau Elsa entworfen. Als Frieder und Hannah Lekebusch Mitte der Neunzigerjahre das leerstehende Haus am Rande des Berliner Grunewalds entdecken, erliegen sie seinem verwunschenen Charme. In einer aufwendigen Restaurierung stellen die Lekebuschs den Originalzustand des Hauses wieder her. Schnell wird die neu erstrahlende Dahlemer Villa als „Kleinod der Vormoderne“ zum Pilgerort für Taubert-Fans, Künstler*innen und einflussreiche Journalist*innen. Und – wie schon in der Weimarer Republik und zur NS-Zeit – zum Spielball der Interessen. Sie wollten den alten Geist des Hauses wiedererwecken, doch mit den Auswirkungen des Ruhms und dem langen Schatten der Vergangenheit haben die Lekebuschs nicht gerechnet.

Andreas Schäfer erzählt klug, feinfühlig und fesselnd vom Schicksal eines Hauses in Berlin-Dahlem und dem Leben derer, die sich seiner sirenenhaften Wirkung nicht entziehen können. Das Publikum lauscht bei einem Glas Wein mit Blick auf die Spree… Im Anschluss an die Lesung spricht Moderator Thomas Böhm mit Andreas Schäfer über sein Werk.

Andreas Schäfer, 1969 in Hamburg geboren, wuchs in Frankfurt/Main auf und lebt heute als Schriftsteller und Journalist mit seiner Familie in Berlin. Bisher veröffentlichte er die Romane „Auf dem Weg nach Messara“, wofür er u. a. den Bremer Literaturförderpreis erhielt, „Wir vier“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war und mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet wurde, und im Jahr 2013 „Gesichter“. Sein Buch „Das Gartenzimmer“ erschien im Sommer 2020. Andreas Schäfer war Villa Aurora-Stipendiat im Jahr 2017.

Moderation: Thomas Böhm (radioeins/rbb)

18. September, 18:30 Uhr | Dorothee Elmiger: Aus der Zuckerfabrik
Porträt: Dorothee Elmiger, © Peter-Andreas Hassiepen

„My skills never end“ steht auf dem T-Shirt eines Arbeiters, der gerade seinen Lohn ausbezahlt bekommt. Am Strand einer karibischen Insel steht der erste Lottomillionär der Schweiz und blickt aufs Meer hinaus. Nachts drängen sich Ziegen am Bett der Autorin. Dorothee Elmiger folgt den Spuren des Geldes und des Verlangens durch die Jahrhunderte und die Weltgegenden. Sie entwirft Biografien von Mystikerinnen, Unersättlichen, Spieler*innen, Orgiast*innen und Kolonialist*innen, protokolliert Träume und Fälle von Ekstase und Wahnsinn. „Aus der Zuckerfabrik“ ist die Geschichte einer Recherche, ein Journal voller Beobachtungen, Befragungen und Ermittlungen. Ein Text, der den Blick öffnet für die Komplexität dieser Welt. Sollten die Zusammenhänge dieser Welt einmal aufgelöst sein, man wäre froh, das Buch „Aus der Zuckerfabrik“ von Dorothee Elmiger zu finden, um zu verstehen, was in der Vergangenheit vor sich ging.

Das Publikum lauscht bei einem Glas Wein und mit Blick auf die Spree... Im Anschluss an die Lesung spricht Moderatorin Katja Weber mit Dorothee Elmiger über ihr Werk.

Dorothee Elmiger, geboren 1985, lebt und arbeitet in Zürich. 2010 erschien ihr Debütroman „ Einladung an die Waghalsigen“, 2014 folgte der Roman „Schlafgänger“. Der im Sommer 2020 erschienene Roman "Aus der Zuckerfabrik" ist für den Deutschen Buchpreis und den Bayerischen Buchpreis nominiert. Ihre Texte wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Dorothee Elmiger wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Kelag Preis, dem Max-Frisch-Preis, dem Aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt, dem Rauriser Literaturpreis, dem Erich Fried-Preis und dem Schweizer Literaturpreis des Bundesamtes für Kultur. Dorothee Elmiger war Villa Aurora Stipendiatin im Jahr 2012.

Moderation: Katja Weber (radioeins/rbb)

23. September, 18:30 Uhr | Tanja Dückers und Andreas Rost: Echoräume des Schocks. Wie uns die Corona-Zeit verändert.
Porträt Tanja Dückers, © Susanne Schleyer | Porträt Andreas Rost, © Christian Reister

Zum Abschluss der Reihe „Last Days of Summer“ auf dem überdachten Deck des radialsystems sind die Schriftstellerin und Journalistin Tanja Dückers und der Fotograf, Kurator und Autor Andreas Rost am 23. September zu Gast.

Im Frühjahr 2020 erreichte die Corona-Pandemie Deutschland. Covid-19 löste Schallwellen aus, die ein großes Echo nach sich zogen. Tanja Dückers und Andreas Rost sind zwei von 25 Kulturschaffenden und Kreativen, die den Widerhall dieser Zeit aufgezeichnet bzw. fotografiert haben. Sie berichten von Ereignissen aus Politik und Gesellschaft und erzählen von Ängsten und Hoffnungen in ihrem Alltag im Ausnahmezustand. Die Künstler*innen vermessen den Schock, der den Kulturbereich in dieser Zeit getroffen hat und stellen sich die Frage, wie Kunst und Kultur in und nach der Corona-Zeit gefördert beziehungsweise gestärkt werden können.

Eine Lesung von Tanja Dückers, Fotografien von Andreas Rost und ein Gespräch beider, moderiert von Katja Weber - über Frauen als bessere Krisenmanagerinnen, die erste „planetarische Krise“ seit dem Zweiten Weltkrieg und die Kraft der „systemirrelevanten“ Kunst. Alles bei einem Glas Wein und mit Blick auf die Spree...

Tanja Dückers, geboren 1968 in Berlin, hat zahlreiche Prosawerke, Essay- und Lyrikbände, Kinderbücher und Theaterstücke veröffentlicht, eine Geheimschrift erfunden sowie, mit dem Chocolatier Christoph Wohlfarth, die Schokoladenmarke „ Preussisch süß – Berliner Stadtteilschokolade“ gegründet. Tanja Dückers äußert sich zu gesellschaftspolitischen Themen und ist auf vielen Podien im In- und Ausland vertreten. Sie war writer-in-residence u. a. am Dartmouth College, Allegheny College, Oberlin College sowie an der Miami University. Sie ist Mitglied im PEN, bei Amnesty International, der Christa-Wolf-Gesellschaft und bei Weiter Schreiben, einem Portal für Literatur und Musik aus Krisengebieten. Tanja Dückers war Villa Aurora Stipendiatin im Jahr 2000.

Andreas Rost, geboren 1966 in Weimar, ist freischaffender Fotograf, Kurator, Dozent und Autor. Er studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, und war 1989/1990 als DDR-Bürgerrechtler Mitglied am Runden Tisch der Stadt Leipzig. 1990 war er Mitbegründer des Kunst- und Kulturprojektes TACHELES, Berlin. Seit 2003 arbeitet er u.a. für das ifa. Institut für Auslandsbeziehungen in allen Teilen der Welt. 2017 erhielt er den Aenne-Biermann-Preis für eine Arbeit aus Minsk. Seine Fotografien befinden sich in nationalen internationalen Sammlungen. Zuletzt war er bei Spector Books Mitherausgeber des Buchs „Das Jahr 1990 freilegen“. Aktuell bereitet er seine Ausstellung "Wiedervereinigung" im Kupferstichkabinett Dresden vor.

Moderation: Katja Weber (radioeins/rbb)

Partner

                 

Dienstag, 01.12.2020

VATMH NACHT 2020

Berlin

Image: Lukas Glinkowski / VATMH-Visual: Jakob Straub

Info

Am 1. Dezember können Sie ab 19 Uhr live Konzerte, Filme, Literatur und die Rede zur Lage der Nation(en) erleben. Außerdem erhalten Sie Zugang zu vielfältigen zusätzlichen Digitalangeboten. Durch den Abend führt Anne-Dore Krohn (rbb Kulturradio).

Programm

19:00 Uhr | Begrüßung

Dr. Markus Klimmer
Vorstandsvorsitzender VATMH

Staatsministerin Michelle Müntefering MdB
Auswärtiges Amt

19:10 Uhr | Uraufführung
AURORA (aus: Nachtschatten)
für Saxophonquartett & Theremin

Helmut Oehring Honorary Fellow

Interpret*innen Adumá Saxophonquartett und Susanne Kohnen (Theremin)

Auftragswerk für das Adumá Saxophonquartett mit Förderung aus dem
Hauptstadtkulturfonds und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain
© 2020 Helmut Oehring / LOWmusicMOL
 

19:25 Uhr | Erinnerung an Freimut Duve
Marianne Heuwagen
stellv. Vorstandsvorsitzende VATMH

19:30 Uhr | Gesprächsreise durch 25 Jahre Villa Aurora
Anne-Dore Krohn und Marianne Heuwagen

19:40 Uhr | Hinter den Kulissen
Rundgang mit Marta Feuchtwanger und anderen durch die Villa Aurora

19:45 Uhr | Etymologischer Gossip
Uljana Wolf Villa Aurora Alumna

20:00 Uhr | Rede zur Lage der Nation(en)
Prof. Dr. Heike Paul Thomas Mann Fellow

20:10 Uhr | Konzert
Pantha du Prince Villa Aurora Alumnus