Veranstaltungsarchiv VATMH

2024

Donnerstag, 02.11.2023

Marta - Eine Installation von Sonya Schönberger

Villa Oppenheim (Schloßstraße 55, 14059 Berlin)

Info

Drei Monate lang hat die Künstlerin Sonya Schönberger in Marta Feuchtwangers Zimmer in der Villa Aurora geschlafen, gearbeitet, aus dem Fenster geschaut, sich in ihrem Spiegel gesehen, persönliche Dinge in den Möbeln verstaut. Marta und ihr Ehemann Lion flohen nach ihrem Exil in Südfrankreich in die USA. Im Jahr 1942 zogen sie in das Haus am Paseo Miramar. Marta widmete viele Jahre ihres Lebens dem Nachlass ihres Mannes, der heute an der University of Southern California (USC) aufbewahrt wird.

Im Depot fanden sich auch unauffällige Gegenstände von Marta, die ohne Erklärung in scheinbar willkürlich zusammengestellten kleinen Kisten lagerten. Sonya Schönberger wandte ihre Aufmerksamkeit diesen Objekten zu, inszenierte und dokumentierte sie, um auf diese Weise einen tieferen Einblick in das Leben und Schaffen von Marta Feuchtwanger zu gewinnen.

Eine Ausstellung des Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim

Samstag, 13.01.2024

KYUNGMI SHIN: Fly to India for Gold, Ransack the Ocean for Orient Pearl

98projects (Fasanenstr. 68, 10719 Berlin)

Info

Die Werke von VATMH Berlin Fellow Kyungmi Shin umfassen Malerei, Skulptur und Fotografie und sind aus einer Vielzahl von Materialien und Medien komponiert. Shin hinterfragt kritisch die Auswirkungen von Kolonialismus, Kapitalismus und religiöser Expansion auf die Welt. Ihre Kunst beleuchtet die Komplexität und Widersprüchlichkeit menschlicher Erfahrungen und wirft ein Licht auf die vielschichtigen Facetten von Geschichte, Identität und Migration.

Die Ausstellung "Fly to India for Gold, Ransack the Ocean for Orient Pearl" präsentiert Kyungmi Shins tiefgehende Auseinandersetzung mit den verwobenen Geschichten Deutschlands und Asiens. Shins Kunst verbindet geschickt Elemente aus dem kulturellen Austausch, um eine Schichtung zu erschaffen, die kulturelle Wertschätzung statt Aneignung verkörpert. Durch ihre sensible und kreative Herangehensweise entsteht ein Dialog über interkulturellen Austausch, der die lange Tradition globaler Interaktionen widerspiegelt.

Eine Ausstellung von 68projects by KORNFELD

Samstag, 20.01.2024

Die Zeit, in der wir leben

Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Info

Die Autorin Julia Franck (Thomas Mann Fellow 2024), der Soziologe Steffen Mau (Akademiemitglied, Humboldt-Universität zu Berlin) und der Politiker Wolfgang Schmidt (Chef des Bundeskanzleramts) sprechen mit Moderatorin Shelly Kupferberg (rbb Kultur, Deutschlandfunk Kultur) über die Gesellschaft der Gegenwart und ihre aktuellen Herausforderungen. Welche Triggerpunkte gibt es innerhalb des öffentlichen Diskurses und wie können wir mit ihnen umgehen? Welche Rolle spielen Erinnerungen und Erzählungen für das Miteinander? Und wo verortet sich die Politik innerhalb der Transformation von Gesellschaft?

Zeitenwenden

Das Programm im Leibniz-Saal widmet sich in diesem Jahr dem Thema Zeitenwenden. Was bedeutet Zeit für Gesellschaft und Wissenschaft? Was ist das für eine Zeit, in der wir gerade leben? Wieviel Zeit bleibt uns noch angesichts aktueller Katastrophen? Und was heißt es, wenn von Zeitenwenden die Rede ist? Das Programm im Leibniz-Saal widmet sich einigen großen Fragen unserer Gegenwart und lädt am Ende dazu ein, mithilfe der Literatur unserer Zeit zu entfliehen.

Mittwoch, 14.02.2024

Artist Talk mit Berlin Fellow Kyungmi Shin

68projects (Fasanenstr. 68, 10719 Berlin)

Info

In der Ausstellung "Fly to India for Gold, Ransack the Ocean for Orient Pearl" verknüpft Shin gekonnt die Geschichten Deutschlands und Ost-Asiens, wobei ihr eine harmonische Verschmelzung verschiedener kultureller Elemente gelingt, die zu einem bedeutungsvollen Gedankenaustausch über interkulturelle Beziehungen einlädt.

Im Gespräch mit Kunsthistorikerin Julia Rosenbaum wird Shin Einblicke in ihre künstlerische Herangehensweise und ihre Zeit als Stipendiatin des Berlin-Fellowship-Programms von VATMH geben. Im Fokus stehen Themen wie Identität im Spiegel kultureller Interessen und Herkunft, sowie aktuelle Fragestellungen kultureller Aneignung.

Das Gespräch wird in englischer Sprache geführt und dauert rund eine Stunde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Im Rahmen der Ausstellung "Fly to India for Gold, Ransack the Ocean for Orient Pearl" von 68projects by KORNFELD

Mittwoch, 08.05.2024

Tag der Bücherverbrennung

Literaturhaus Berlin

Info

Mit Sascha Chaimowicz, Ann Cotten, Jonas Dassler, Jo Frank, Paula Fürstenberg, Michael Klammer und Maryam Zaree

In Gedenken an den Tag der Bücherverbrennung lesen sieben herausragende Künstler:innen Texte, die 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt wurden und erinnern so an die Freiheit des Wortes.

Klaus Mann, Anna Seghers oder Ernst Toller: Tausende Bücher dieser und vieler weiterer Autor:innen wurden 1933 von den Nationalsozialisten und ihren Unterstützer:innen verbrannt. Eine Großzahl ihrer Verfasser:innen musste aus Deutschland fliehen. Viele Werke gerieten in Folge ihres Verbots in Vergessenheit.

Die Autorin Gina Kaus schreibt über den Tag der Bücherverbrennung: „Am 10. Mai dieses Jahres 1933 wurden meine Bücher in Berlin öffentlich verbrannt, zusammen mit denen von über dreißig anderen Autoren. Nie zuvor war ich in besserer Gesellschaft gewesen.“

Donnerstag, 23.05.2024

Ausstellungsrundgang mit Senthuran Varatharajah

Haus Kunst Mitte (Heidestraße 54, 10557 Berlin)

Senthuran Varatharajah © Tigran Hovhannisyan

Info

Der Schriftsteller, Philosoph und Theologe Senthuran Varatharajah führt die Besucher:innen in einem Rundgang durch die Ausstellung "Brüche". Dabei wird er auf die Bedeutung und die Auswirkungen des Exils auf das künstlerische Schaffen von Künstler:innen eingehen und sich entlang der Konzepte "Exile as a state, state of mind" sowie "Exercising / Exorcising the exile" bewegen.

Die Ausstellung zeigt eine Vielzahl künstlerischer Arbeiten – von Malerei und Grafik über Skulptur und Installation bis hin zu Film – und beleuchtet die individuellen sowie kollektiven Erfahrungen von Künstlern, die aus verschiedenen Gründen nach Berlin gekommen sind. Jedes Kunstwerk behandelt die komplexen Phasen der Exilerfahrung, von den Herausforderungen der Flucht bis zur intensiven Auseinandersetzung mit dem neuen Lebensraum Berlin.

Varatharajah, dessen Eltern mit ihm als Säugling vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka nach Deutschland flohen, bringt seine persönlichen Reflexionen über Exil und kreatives Schaffen in den Rundgang ein. Seine Sichtweise ermöglicht es, die Werke aus einer neuen Perspektive zu betrachten und tiefere Einblicke in die Bedeutung und Konsequenzen des Exils für die künstlerische Arbeit zu gewinnen.

Der Rundgang findet in englischer Sprache statt und dauert etwa 20 Minuten.

Mit ...

Senthuran Varatharajah

Senthuran Varatharajah, geboren 1984 in Jaffna auf Sri Lanka, ist ein deutscher Schriftsteller, Philosoph und Theologe tamilischer Herkunft, der im Alter von vier Monaten mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka nach Deutschland floh. Er studierte Philosophie, evangelische Theologie sowie vergleichende Religions- und Kulturwissenschaften in Marburg, Berlin und London.

2016 erschien sein mehrfach preisgekrönter Debütroman "Vor der Zunahme der Zeichen" im S. Fischer Verlag, 2022 folgte dort der ebenfalls vielfach prämierte Roman "Rot (Hunger)". Senthuran Varatharajah lebt in Berlin.

Partner

Eine Kooperation im Rahmen der Ausstellung "Brüche" des Haus Kunst Mitte

Donnerstag, 06.06.2024

Audiowalk: Das Thomas Mann House in Pacific Palisades

Online

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Anlässlich des Geburtstags von Thomas Mann präsentieren wir mit Stefan Keppler-Tasakis "Das Thomas Mann House in Pacific Palisades" einen neuen Audio-Rundgang für unsere Mobil-App "Exit Exil", der die Geschichte der Exilresidenz der Manns in Los Angeles beleuchtet.

Der Rundgang verbindet Vergangenheit und Gegenwart und zeigt die historische Bedeutung dieses architektonischen Juwels von 1941 sowie seine Entwicklung zu einem Ort des transatlantischen Dialogs. Beim Rundgang über das Anwesen werden die Geschichten und Ereignisse offenbart, die dieses Haus prägten. Er führt durch die Welt, in der Thomas Mann und seine Familie ihr pazifisches Refugium planten, einrichteten und lebten.

Kapitelübersicht

1 | San Remo Drive 1550: Planung und Bau

... behandelt die Planung und den Bau des Hauses in der San Remo Drive 1550, einschließlich der architektonischen und gestalterischen Entscheidungen.

2 | Die „San Remi“ als Familienresidenz

... behandelt die Nutzung des Hauses als Familienresidenz der Manns, einschließlich des Alltagslebens und der familiären Aktivitäten.

3 | Lage und Umgebung

... behandelt die geographische Lage des Hauses und die Beschreibung der Umgebung sowie die Bedeutung der Nachbarschaft.

4 | Der Gästebetrieb

... behandelt die zahlreichen Gäste, die das Haus besuchten, und die gesellschaftlichen Zusammenkünfte, die dort stattfanden.

5 | Die Zimmer und ihre Einrichtung

... behandelt die verschiedenen Zimmer des Hauses und deren Einrichtung, einschließlich der besonderen Merkmale und Stilelemente.

6 | Das Gartenparadies

... behandelt die Gestaltung und Nutzung des Gartens, der als Rückzugsort und Erholungsbereich diente.

7 | Abschied von Kalifornien

... behandelt den Abschied der Familie Mann von Kalifornien und die Gründe für ihren Weggang.

8 | Die Ära Lappen und die Rettung vor dem Abriss

... behandelt die Zeit, in der das Haus von der Familie Lappen bewohnt wurde, wie es schließlich vor dem drohenden Abriss gerettet und zu einem internationalen Debattenort umgebaut wurde.

Mitwirkende

Autor: Stefan Keppler-Tasaki

Lektorat: Anke Beims

Sprecher:innen: Manuel Harder und Katharina Merschel

Regie: Giuseppe Maio

Ton: Michael Kube - Mainland Studios Berlin

Produktion: VATMH 2024

Über den Autor

Stefan Keppler-Tasaki wurde 1973 in Wertheim am Main geboren. Er studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Würzburg und promovierte über die Verfassung des Subjekts in Goethes Erzählwerk. Von 2002 bis 2008 war er Assistent von Peter-André Alt und hatte danach eine Juniorprofessur für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin inne. 2012 wurde er auf eine Tenure-Track-Professur für neuere deutsche Literatur an der Universität Tokyo berufen. Er ist Mitglied des Berliner Exzellenzclusters „Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective“.

Zu seinen Auszeichnungen zählen der Viktor-von-Scheffel-Preis, Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Dissertationspreis der Universität Würzburg. Er erhielt auch ein Einstein Visiting Fellowship in Berlin, ein Thomas Mann Fellowship in Los Angeles und eine Max-Kade-Professur an der University of California, Davis. Seine Veröffentlichungen umfassen „Alfred Döblin. Massen, Medien, Metropolen“ und „Wie Goethe Japaner wurde“ sowie das „Handbuch Literatur & Film“.

Stefan Keppler-Tasaki lebt in Tokyo.

Weitere Informationen zu Exit Exil

"Das Thomas Mann House in Pacific Palisades" ist Teil der Mobil-App „Exit Exil“, die an das Exil deutschsprachiger Künstler und Intellektueller in den 1930er und 40er Jahren erinnert und deren Erfahrungen mit denen zeitgenössischer Künstler im heutigen Exil verbindet.

Laden Sie „Exit Exil“ kostenlos für Android und iOS herunter:

Zum Apple StoreDownload bei Google Play

 

Exit Exil wurde entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR

Dienstag, 11.06.2024

Die Arbeitsprobleme des Schriftstellers im Exil: Bachtyar Ali im Dialog mit Texten Lion Feuchtwangers

KunstSalon Köln

Info

Im Jahr 1943, mitten im Strudel des Zweiten Weltkriegs, hielt Lion Feuchtwanger auf dem Schriftstellerkongress in Los Angeles eine wegweisende Rede mit dem Titel "Die Arbeitsprobleme des Schriftstellers im Exil". Er behandelte darin sowohl die tiefgreifende innere Zerrissenheit als auch die praktischen Schwierigkeiten des täglichen Lebens fern der Heimat. Feuchtwanger, der seit 1933, dem Jahr seiner Verbannung durch das Nazi-Regime, im Exil lebte, teilte seine persönlichen Erfahrungen und Einsichten. Er verstarb 1958, ohne je wieder deutschen Boden betreten zu haben. Heute, in einer Zeit, in der politische Unruhen und Konflikte Menschen weltweit zur Flucht zwingen, gewinnt das Thema Exil erneut an Brisanz.

In einem Gespräch mit dem irakisch-kurdischen Schriftsteller Bachtyar Ali, der seit Mitte der 1990er Jahre im deutschen Exil lebt, sollen vor der Folie der Texte Lion Feuchtwangers die komplexen Dimensionen des Schreibens und Lebens im Exil erforscht und ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen, mit denen sich exilierte Schriftsteller:innen konfrontiert sehen, gewonnen werden: Wie prägt das Exil die künstlerische Identität und das Schaffen eines Autors? Welche Rolle spielt Kunst bei der Bewältigung von Exilerfahrungen und der Förderung interkulturellen Verständnisses? Wie können exilierte Schriftsteller ihre Stimmen einsetzen, um auf politische Missstände hinzuweisen und Veränderungen zu bewirken? Welche Perspektiven und Hoffnungen können die Erfahrungen und Werke von Feuchtwanger und Ali heutigen Exilanten bieten?

Teilnehmer:innen

Yevgeniy Breyger
© Gabriela Cuzepan

Yevgeniy Breyger wurde 1989 in Charkiw, Ukraine, geboren und zog 1999 mit seiner Familie nach Deutschland. Er absolvierte Studiengänge in Kreativem Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, Literarischem Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Curatorial Studies an der Städelschule in Frankfurt am Main. 2016 veröffentlichte er seinen Debütband „flüchtige monde“ bei kookbooks. Breyger erhielt den Leonce-und-Lena-Preis 2019 der Stadt Darmstadt und den Lyrikpreis München 2021. 2020 kam sein zweiter Gedichtband „Gestohlene Luft“ heraus, und 2023 erschien „Frieden ohne Krieg“, beide bei kookbooks. Yevgeniy Breyger lebt und arbeitet in Wien. 

Jonas Baeck

Jonas Baeck, geboren 1981 in Köln, absolvierte sein Schauspielstudium an der renommierten Folkwang Universität der Künste in Bochum. Seine berufliche Laufbahn umfasst Engagements an verschiedenen renommierten deutschen Bühnen, einschließlich des Staatstheaters Mainz, des Nationaltheaters Mannheim und des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Seit 2011 ist er Ensemblemitglied des Kölner Theaterensembles "Acting Accomplices", das er mitbegründete. 

Er wirkte in beliebten Serien wie "Club der roten Bänder" und "Lu von Loser" mit und spielte in Kinoproduktionen, darunter "Kleinstatthelden" und "Der König von Köln". Darüber hinaus hat er sich als Hörbuchsprecher etabliert und trägt regelmäßig zu Beiträgen für den WDR und Deutschlandfunk bei. Science-Fiction-Fans kennen ihn zudem als eine der Stimmen der wöchentlich erscheinenden Perry Rhodan-Hörbücher. 2022 veröffentlichte er sein erstes Buch "Wenn die Sonne rauskommt, fahr ich ohne Geld: Mit dem Roller nach Dublin", in dem er über seine Reiseerlebnisse berichtet. 

Nele Holdack
© Urban Zintel Fotografie

Nele Holdack ist seit 2024 Co-Herausgeberin der "Anderen Bibliothek" im Aufbau Verlag. Als leitende Lektorin für moderne Klassik und Klassik verantwortete sie die Herausgabe von Werken von Autor:innen wie Brigitte Reimann, Tillie Olsen, Hans Fallada, Victor Klemperer und Mark Twain.  

Shelly Kupferberg
© David Frank

Shelly Kupferberg wurde 1974 in Tel-Aviv geboren, wuchs in West-Berlin auf. Sie studierte Publizistik, Theater- und in Berlin. Neben zahlreichen Beiträgen für die ARD moderiert sie seit fast 30 Jahren Kultur-, Literatur und Gesellschaftsmagazine (DLF Kultur und rbbKultur). Neben ihren regelmäßigen Live-Radiosendungen moderiert sie Konzerte, Lesungen und Tagungen, sowie Veranstaltungen für Kultureinrichtungen und Festivals. Im Herbst 2022 erschien ihr literarisches Debüt „Isidor“ bei Diogenes und stand auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Shelly Kupferberg lebt in Berlin. 

Marje Schuetze-Coburn

Marje Schuetze-Coburn ist Associate Dean für Faculty Affairs und Feuchtwanger-Bibliothekarin an den USC-Bibliotheken. In ihrer Zeit an der USC hat Schuetze-Coburn in zahlreiche Positionen gearbeitet, darunter Associate Dean for Faculty Affairs, Dean of Research, Director of Special Collections & Archives, Senior Associate Dean. 

Michaela Ullmann

Michaela Ullmann ist seit Februar 2023 Leiterin des Bereichs Instruction and Assessment und führt die Abteilung Teaching & Learning der USC-Bibliotheken. Von 2006 bis 2023 betreute Michaela die Feuchtwanger Memorial Library der USC-Bibliotheken.

Partner

Eine Veranstaltungskooperation von KunstSalon Köln e. V. und Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. 

Mittwoch, 12.06.2024

Bin ich deutsche*r oder jüdische*r Schriftsteller*in?

Frankfurt am Main

Info

„Bin ich deutscher oder jüdischer Schriftsteller?“, fragte Lion Feuchtwanger 1933 in einem Essay, während der frühen Phase seines Exils und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland. In einer Zeit, in der die Nazis begannen, ihre Macht zu konsolidieren und ihre antisemitische Ideologie aktiv umzusetzen, wurde Feuchtwanger, ein prominenter Schriftsteller der Weimarer Republik, zur Zielscheibe. Seine Werke wurden verbrannt, er wurde seines Hauses und Eigentums enteignet. Er selbst kam nicht mehr nach Deutschland zurück.

Feuchtwangers Reflexion über seine Identität und Zugehörigkeit als deutscher Schriftsteller jüdischer Herkunft wirft ein Licht auf die damaligen gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen das Judentum als unvereinbar mit der deutschen Identität angesehen wurde. Trotz Verfolgung und Exil behauptete er sich als deutscher Kosmopolit, dessen Herz jüdisch schlug und dessen Denken der Welt gehörte.

In einer Podiumsdiskussion mit Lana Lux und Yevgeniy Breyger, die sich in ihren Werken und öffentlichen Auftritten intensiv mit Themen rund um Identität und Herkunft, Krieg und Frieden, Antisemitismus und jüdischem Leben in der Gegenwart auseinandersetzen, sollen Feuchtwangers Überlegungen auf ihre anhaltende Relevanz untersucht werden.  

Die Diskussion soll tiefer gehende Fragen ansprechen: Wie beeinflusst Identität kreatives Schaffen und inwiefern formen gesellschaftliche Krisen – speziell der manifeste Antisemitismus – das individuelle und kollektive Selbstverständnis? Indem sie die Schnittstellen zwischen jüdischer und deutscher Identität auslotet, öffnet die Diskussion Raum, um die dynamische Beziehung zwischen Identität, Zugehörigkeit und kreativem Ausdruck neu zu erfassen.

Teilnehmer:innen

Yevgeniy Breyger
© Gabriela Cuzepan

Yevgeniy Breyger wurde 1989 in Charkiw, Ukraine, geboren und zog 1999 mit seiner Familie nach Deutschland. Er absolvierte Studiengänge in Kreativem Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, Literarischem Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Curatorial Studies an der Städelschule in Frankfurt am Main. 2016 veröffentlichte er seinen Debütband „flüchtige monde“ bei kookbooks. Breyger erhielt den Leonce-und-Lena-Preis 2019 der Stadt Darmstadt und den Lyrikpreis München 2021. 2020 kam sein zweiter Gedichtband „Gestohlene Luft“ heraus, und 2023 erschien „Frieden ohne Krieg“, beide bei kookbooks. Yevgeniy Breyger lebt und arbeitet in Wien. 

Lana Lux
© Paula Winkler

Lana Lux, 1986 in Dnipro geboren, ist eine deutschsprachige Schriftstellerin, Illustratorin und Moderatorin ukrainisch-jüdischer Herkunft. Im Alter von zehn Jahren wanderte sie mit ihren Eltern als Kontingentflüchtling ins Ruhrgebiet aus. Sie machte 2007 Abitur und studierte zunächst Ökotrophologie in Mönchengladbach. Später machte sie eine Schauspielausbildung am Michael-Tschechow-Studio in Berlin. Nach ihrem vielbeachteten Debütroman „Kukolka“ (2017), und „Jägerin und Sammlerin“ (2020), beide im Aufbau Verlag erschienen, erschien im Frühjahr ihr neuester Roman „Geordnete Verhältnisse“ bei Hanser Berlin. Lana Lux lebt und arbeitet in Berlin. 

Nele Holdack
© Urban Zintel Fotografie

Nele Holdack ist seit 2024 Co-Herausgeberin der "Anderen Bibliothek" im Aufbau Verlag. Als leitende Lektorin für moderne Klassik und Klassik verantwortete sie die Herausgabe von Werken von Autor:innen wie Brigitte Reimann, Tillie Olsen, Hans Fallada, Victor Klemperer und Mark Twain.  

Shelly Kupferberg
© David Frank

Shelly Kupferberg wurde 1974 in Tel-Aviv geboren, wuchs in West-Berlin auf. Sie studierte Publizistik, Theater- und in Berlin. Neben zahlreichen Beiträgen für die ARD moderiert sie seit fast 30 Jahren Kultur-, Literatur und Gesellschaftsmagazine (DLF Kultur und rbbKultur). Neben ihren regelmäßigen Live-Radiosendungen moderiert sie Konzerte, Lesungen und Tagungen, sowie Veranstaltungen für Kultureinrichtungen und Festivals. Im Herbst 2022 erschien ihr literarisches Debüt „Isidor“ bei Diogenes und stand auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Shelly Kupferberg lebt in Berlin. 

Marje Schuetze-Coburn

Marje Schuetze-Coburn ist Associate Dean für Faculty Affairs und Feuchtwanger-Bibliothekarin an den USC-Bibliotheken. In ihrer Zeit an der USC hat Schuetze-Coburn in zahlreiche Positionen gearbeitet, darunter Associate Dean for Faculty Affairs, Dean of Research, Director of Special Collections & Archives, Senior Associate Dean. 

Michaela Ullmann

Michaela Ullmann ist seit Februar 2023 Leiterin des Bereichs Instruction and Assessment und führt die Abteilung Teaching & Learning der USC-Bibliotheken. Von 2006 bis 2023 betreute Michaela die Feuchtwanger Memorial Library der USC-Bibliotheken.

Partner

Eine Veranstaltungskooperation von Bildungsstätte Anne Frank e. V. und Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. im Rahmen des Anne Frank-Tags der Stadt Frankfurt am Main (10. bis 16. Juni 2024); „Warum können die Menschen nicht friedlich miteinander leben?“

Weitere Informationen: Bildungsstätte Anne Frank: Anne Frank Tag in Frankfurt am Main (bs-anne-frank.de)

Freitag, 14.06.2024

Räume mit Aussicht

Haus Kunst Mitte (Heidestraße 54, 10557 Berlin)

Ausstellung der Kunst-Stipendiat:innen 2023 der Villa Aurora

Die Ausstellung Räume mit Aussicht bringt künstlerische Impulse aus Los Angeles nach Berlin und gibt einen Einblick in die entstandenen Projekte der Stipendiat:innen der Villa Aurora. Die acht Künstler:innen lebten im Jahr 2023 zu unterschiedlichen Zeiten für drei Monate in Los Angeles und entwickelten vor Ort neue künstlerische Ideen und Fragestellungen. In der Ausstellung treten sie durch ihre Arbeiten in einen Dialog und präsentieren ihre unterschiedlichen Perspektiven auf Kalifornien – vom Alltag an der Westküste bis zur vielspurigen Autobahnarchitektur, vom Blick auf den Pazifischen Ozean bis hin zu den Folgen des Klimawandels am Salton Sea. Zusammen bilden die vielseitigen Eindrücke der Stipendiat:innen ein Prisma, eine künstlerische Kartografie der facettenreichen Stadt Los Angeles und ihrer Umgebung. Viele der in Los Angeles entstandenen künstlerischen Ansätze wurden für die Ausstellung weiterentwickelt und geben einen Einblick in transatlantische Perspektiven auf Deutschland und die USA.

Die Villa Aurora ist eine Künstlerresidenz in Los Angeles. Seit über 25 Jahren ist sie Ort der Inspiration und des künstlerischen Schaffens für Stipendiat:innen aus den Bereichen Film, Literatur, Komposition und Bildende Kunst. Mission der Villa Aurora ist es, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den USA zu fördern und durch die Auseinandersetzung mit Themen wie Migration und Exil zu einer offenen Gesellschaft beizutragen. Der Ursprung dieses thematischen Schwerpunktes liegt in der Geschichte des Hauses: Während der Zeit des Nationalsozialismus fanden der Schriftsteller Lion Feuchtwanger und die Salonistin Marta Feuchtwanger Zuflucht in den USA und kauften 1943 die Villa Aurora in Los Angeles. Bald wurde diese zu einem Treffpunkt deutschsprachiger Exilant:innen, darunter unter anderem Bertolt Brecht, Thomas Mann oder Alma Mahler-Werfel.

Auch heute ist die Villa Aurora Treffpunkt von Künstler:innen und ein Ort des kreativen Austauschs. Im Zentrum stehen die Stipendiat:innen, ihre künstlerischen Konzepte und ihre Auseinandersetzung mit der dynamischen US-amerikanischen Kultur und der einzigartigen kalifornischen Landschaft.

 

Rahmenprogramm

10.07. | A Conversation on Marta


Artist Talk | Mittwoch, 10. Juli | 19:00 Uhr | Haus Kunst Mitte, Berlin

Im Rahmen der Ausstellung „Räume mit Aussicht“ sprechen Monika Orpik und Marianne Heuwagen bei diesem besonderen Artist Talk über das Leben von Marta Feuchtwanger in Los Angeles.

Monika Orpik ist Künstlerin und Villa Aurora-Stipendiatin 2023. In ihrer in der Ausstellung erstmalig gezeigten Videoarbeit Oh, to be able to speak! hat sie sich mit dem Leben von Marta Feuchtwanger auseinandergesetzt.

Marianne Heuwagen ist Journalistin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende von VATMH. Während ihrer Zeit in Los Angeles hat sie Marta Feuchtwanger mehrfach interviewt und persönlich gekannt. Nach dem Tod von Marta Feuchtwanger hat sie entscheidend zum Erhalt der Villa Aurora als Kulturdenkmal des Exils und Künstlerresidenz beigetragen.

Info: Das Gespräch findet in englischer Sprache statt.
Am Veranstaltungstag hat das Haus Kunst Mitte bis 20.00 Uhr für Sie geöffnet. Wir laden Sie herzlich zu einer Besichtigung der Ausstellung vor der Veranstaltung ein. Der Eintritt ist kostenlos.

17.07. | Gravity's Tune


Screening und Gespräch | Mittwoch, 17. Juli | 19:00 Uhr | Haus Kunst Mitte, Berlin

Villa Aurora & Thomas Mann House präsentiert an diesem Abend exklusiv die in Los Angeles entstandene Videoarbeit Gravity’s Tune von Annika Kahrs. Bei dem anschließenden Gespräch unterhält sich der Musikkurator Michael Rosen mit der Künstlerin über die Grenzen des Klangs.

Annika Kahrs ist Künstlerin und Villa Aurora-Stipendiatin 2023. Während ihrer Zeit in Los Angeles entstand die Videoarbeit Gravity's Tune, in der sie das akustische Signal, mithilfe dessen Gravitationswellen 2015 erstmals hörbar gemacht wurden, zusammen mit dem Komponisten Louis d’Heudières und Musiker:innen aus Los Angeles interpretiert.

Michael Rosen ist Kurator und Konzertveranstalter. Seit über 15 Jahren ist er künstlerischer Leiter der unabhängigen Plattform „Digital in Berlin" für anspruchsvolle Musikkultur. Darüber hinaus kuratiert er das MADEIRAiG Festival auf Madeira sowie den Kiezsalon in Berlin.

Info: Das Gespräch findet in deutscher und englischer Sprache statt.
Am Veranstaltungstag hat das Haus Kunst Mitte bis 20.00 Uhr für Sie geöffnet. Wir laden Sie herzlich zu einer Besichtigung der Ausstellung vor der Veranstaltung ein. Der Eintritt ist kostenlos.

02.08. | Über das Zusammenspiel von Fotografie und Lyrik


Finissage & Gespräch | Freitag, 2. August | 18:00 Uhr | Haus Kunst Mitte, Berlin


Ausgehend von Paul Hutchinsons Arbeit 21 Poems and 16 Pictures from L.A. unterhalten sich die beiden Künstler:innen Paul Hutchinson und Sabine Scho über das Zusammenspiel von Lyrik und Fotografie. Das Gespräch findet im Rahmen der Finissage der Ausstellung am 2. August statt.

Paul Hutchinson ist Künstler und Villa Aurora-Stipendiat 2023. In seiner fotografischen Arbeit und in seinen Texten betrachtet er gesellschaftliche Phänomene des urbanen Lebens und die Umstände sozialer Mobilität.

Sabine Scho ist fotografierende und installierende Autorin. Sie war Villa Aurora-Stipendiatin 2003. Ihre Texte sind im Grenzbereich zu Fotografie, Zeichnung, Bild und Installation angesiedelt. Zuletzt erschienen: Haus für einen Boxer, mit Sebastian Felix Ernst und Golden Diskó Ship, Hatje Cantz 2021. The Origin of Values. 1 - Iceland, mit Matthias Holtmann, 2022, sowie Installationen und Publikationen für Spreepark Art Space, mit Matthias Holtmann, 2021-24. Deutscher Preis für Nature Writing 2018. Rompreis der Deutschen Akademie Villa Massimo 2019/2020.

Info: Die Veranstaltung findet in deutscher und englischer Sprache statt.
Am Veranstaltungstag hat das Haus Kunst Mitte bis 20.00 Uhr für Sie geöffnet. Wir laden Sie herzlich zu einer Besichtigung der Ausstellung vor der Veranstaltung ein. Der Eintritt ist kostenlos.

Dienstag, 02.07.2024

B-LA-M

Kino Moviemento (Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin)

Info

2. Juli: It's the end of the world (for real)

mit Arbeiten von Neozoon, Alisi Telengut, Elisa Jule Braun, Ilyn Wong, Sebastian Acker, Dagmar Schürrer, Nicolás Rupcich, Ale Bachlechner, ausgewählt von Clemens Wilhelm

Schaffen wir uns unsere eigene Hölle auf diesem Planeten? Haben wir den Kontakt zu unseren Traditionen verloren? Erschaffen wir depressive Roboter? Sind alle Lebewesen gleichermaßen einsam? Verwandeln wir die gesamte Natur in Konsumgüter? Sollten wir unser Bewusstsein mit der Technologie verschmelzen? Haben wir zu viele Bilder von unserem Planeten, um ihn noch zu sehen? Sollten wir uns selbst effektiver nach Daten abschöpfen, um erfolgreich zu sein?

3. Juli: It's LA, Baby

mit Arbeiten von May Sun/Juri Koll, Kadri Koop, Jason Jenn, Wazeem Marzouki, Osceola Refetoff, Mike Saijo, Ulysses Jenkins, Cosimo Cavallaro, Ashton Philips, Bita Shafipour, Ulu Braun, ausgewählt von Juri Kroll

Wie gehen die Menschen unter anderem mit dem Anstieg des Meeresspiegels, Waffengewalt, Einsamkeit, Ketchup, der kulturellen Generation und dem LA River um?

About

B-LA-M ist ein dreijähriges Kunstaustauschprogramm, das ins Leben gerufen wurde, um die Beziehungen zwischen den unabhängigen Kunstszenen von Berlin, Los Angeles und Mexiko-Stadt zu vertiefen.

Die Video Art Nights werden unterstützt von Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. aus Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

Mittwoch, 17.07.2024

Gravity's Tune: Screening & Gespräch mit Annika Kahrs und Michael Rosen

Haus Kunst Mitte (Heidestraße 54, 10557 Berlin)

Info

Villa Aurora & Thomas Mann House präsentiert an diesem Abend exklusiv die in Los Angeles entstandene Videoarbeit Gravity’s Tune von Annika Kahrs. Bei dem anschließenden Gespräch unterhält sich der Musikkurator Michael Rosen mit der Künstlerin über die Grenzen des Klangs.

Annika Kahrs ist Künstlerin und Villa Aurora-Stipendiatin 2023. Während ihrer Zeit in Los Angeles entstand die Videoarbeit Gravity's Tune, in der sie das akustische Signal, mithilfe dessen Gravitationswellen 2015 erstmals hörbar gemacht wurden, zusammen mit dem Komponisten Louis d’Heudières und Musiker:innen aus Los Angeles interpretiert.

Michael Rosen ist Kurator und Konzertveranstalter. Seit über 15 Jahren ist er künstlerischer Leiter der unabhängigen Plattform „Digital in Berlin" für anspruchsvolle Musikkultur. Darüber hinaus kuratiert er das MADEIRAiG Festival auf Madeira sowie den Kiezsalon in Berlin.

Info: Das Gespräch findet in deutscher und englischer Sprache statt.
Am Veranstaltungstag hat das Haus Kunst Mitte bis 20.00 Uhr für Sie geöffnet. Wir laden Sie herzlich zu einer Besichtigung der Ausstellung vor der Veranstaltung ein. Der Eintritt ist kostenlos.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Räume mit Aussicht der Villa Aurora Stipendiat:innen 2023 im Haus Kunst Mitte statt.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Veranstaltungsort

Haus Kunst Mitte
Heidestraße 54
10557 Berlin

More information

Freitag, 02.08.2024

Finissage Räume mit Aussicht

Haus Kunst Mitte (Heidestraße 54, 10557 Berlin)

Info

Wir laden Sie herzlich zur Finissage ein!

Den Auftakt des Abends bildet um 18 Uhr das Gespräch zwischen dem Künstler Paul Hutchinson (Villa Aurora-Stipendiat 2023) und der fotografierenden Lyrikerin Sabine Scho (Villa Aurora-Stipendiatin 2003) über das Zusammenspiel von Lyrik und Fotografie. Moderiert wird das Gespräch von Mirko Lux (VATMH).

Paul Hutchinson ist Künstler und Villa Aurora-Stipendiat 2023. In seiner fotografischen Arbeit und in seinen Texten betrachtet er gesellschaftliche Phänomene des urbanen Lebens und die Umstände sozialer Mobilität. Dabei schwanken seine Werke zwischen Momenten der Intimität, politischer Aussage und sind durchzogen von dem Bestreben ein akkurates und zugleich individuelles Abbild unserer Zeit zu kreieren. Paul Hutchinson erhielt u.a. das Stipendium des DAAD für künstlerische Weiterbildung und das Eberhard Roters-Stipendium für Junge Kunst.

Sabine Scho ist fotografierende und installierende Autorin. Sie war Villa Aurora-Stipendiatin 2003. Ihre Texte sind im Grenzbereich zu Fotografie, Zeichnung, Bild und Installation angesiedelt. Zuletzt erschienen: Haus für einen Boxer, mit Sebastian Felix Ernst und Golden Diskó Ship, Hatje Cantz 2021. The Origin of Values. 1 - Iceland, mit Matthias Holtmann, 2022, sowie Installationen und Publikationen für Spreepark Art Space, mit Matthias Holtmann, 2021-24. Deutscher Preis für Nature Writing 2018. Rompreis der Deutschen Akademie Villa Massimo 2019/2020.

Die Finissage feiern wir gemeinsam mit der parallel im Haus Kunst Mitte stattfindenden Ausstellung Chambre: Dürrenmatt, einem Ausstellungslabor mit Studierenden der Universität der Künste. Im Rahmen der Finissage können Sie in den Ausstellungsräumen verschiedene Performances erleben.

Info: Das Gespräch findet in deutscher und englischer Sprache statt. Die Finissage findet von 17 - 20 Uhr im Haus Kunst Mitte statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Weitere Informationen zur Ausstellung Räume mit Aussicht finden Sie hier.

Veranstaltungsort

Haus Kunst Mitte
Heidestraße 54
10557 Berlin

Weitere Informationen

Freitag, 06.09.2024

Metakosmia

Schwartzsche Villa (Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin)

Info

Nina Fischer & Maroan el Sani präsentieren in der Schwartzschen Villa ihre neueste Medieninstallation "Metakosmia". Die Ausstellung, kuratiert von Christine Nippe, wirft einen eindringlichen Blick auf eine Zukunft, in der Extremwetterereignisse die Erde unbewohnbar gemacht haben und das Überleben nur noch in künstlichen Habitaten möglich ist.

Im Mittelpunkt steht die Biosphäre 2, ein gigantisches Glashaus in der Wüste Arizonas. Einst als Experiment für extraterrestrisches Leben konzipiert, dient sie heute als Forschungseinrichtung, um die Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen. Fischer & el Sani begleiten die Resilienzforschung und hinterfragen die Rolle der Biosphäre 2 als mögliches Modell für das Überleben auf einer vom Klimawandel gezeichneten Erde.

Künstlerische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Konzepten

Die Ausstellung kontextualisiert die Biosphäre 2 mit Konzepten wie Lynn Margulis' Symbiogenese, Steward Brands "Whole Earth Catalog" und Bruno Latours "Terrestrisches Manifest". Eine 2-Kanal-Video-Installation entwirft eine fiktive Erzählung aus einer Zukunft, in der das Leben nur noch unter Glaskuppeln möglich ist. Die Sonifikation eines Trockenexperiments im Regenwaldbiom der Biosphäre 2 lässt die Natur selbst nach Klimagerechtigkeit verlangen.

Über die Künstler:innen

Nina Fischer (*1965 in Emden) und Maroan el Sani (*1966 in Duisburg) arbeiten seit 1995 als Künstlerduo in Berlin. Sie wurden mit renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u.a. mit dem Rome Prize der Deutschen Akademie Villa Massimo, Stipendien der Villa Aurora in Los Angeles und des DAAD in Tokio. Ihre Werke wurden international ausgestellt, u.a. auf der Sharjah Biennale, Manifesta 13, Istanbul Biennale, Sydney Biennale, Gwangju Biennale sowie in bedeutenden Museen weltweit

Förderung & Unterstützung

Gefördert aus dem Fonds für die Kommunalen Galerien und FABIK. Das Werk „Metakosmia“ wurde unterstützt vom Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Villa Aurora & Thomas Mann House e.V.

Mittwoch, 18.09.2024

Demokratie neu denken

Hertie School of Governance (Friedrichstraße 180, 10117 Berlin)

Info

Wie können Demokratien mit Megatrends wie Digitalisierung und Klimawandel umgehen? Wie muss sich politisches Handeln ändern, um Menschen für die Demokratie zu begeistern? Zur Vorstellung Ihres neuen Buchs "Demokratie neu denken" (Campus Verlag) diskutiert Andrea Römmele, Vizepräsidentin der Hertie School und Professorin für Kommunikation in Politik und Zivilgesellschaft, gemeinsam mit Mario Voigt, Landes- und Fraktionsvorsitzender der CDU Thüringen. Moderiert wird das Gespräch von Elisabeth Niejahr, Geschäftsführerin der Hertie Stiftung.

2024 ist das Superwahljahr. Zwischen Brüssel, Neu-Delhi und Washington D.C. ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung aufgerufen, neue Parlamente und Regierungsvertreter zu wählen. Dazu kommen zahlreiche Entscheidungen auf Regional- und Lokalebene. Der Blick auf die bisherigen Wahlen hat gezeigt: Nicht nur Parteien und Personen prägen den Wahlkampf. Die Diskussionen drehen sich vielerorts auch um die Zukunft der Demokratie an sich und ihre vielfältigen Herausforderungen:

Wie können Demokratien mit Megatrends wie Digitalisierung und Klimawandel umgehen?
Wie lassen sich aktuelle Herausforderungen der Demokratie in Chancen verwandeln?
Wie muss sich politisches Handeln ändern, um Menschen für die Demokratie zu begeistern?

Zu diesen Themen hat Andrea Römmele, Vizepräsidentin der Hertie School und Professorin für Kommunikation in Politik und Zivilgesellschaft ein Buch verfasst: „Demokratie neu denken“. Darin beschreibt sie die Megatrends, die unser Leben erfasst haben und entwirft Szenarien, die zeigen, wie Demokratie unter großem Druck lebendig bleiben kann – oder wie sie scheitert. „Angesichts der großen gesellschaftlichen Herausforderungen brauchen wir in Deutschland eine Politik, die Probleme nicht verwaltet, sondern visionär nach vorne denkt“, so Andrea Römmele. „Ein Umdenken ist entscheidend: weg von der Maximierung des Privaten, hin zu einem Denken für das Kollektiv; weg von Zukunftsangst zu Zukunftsmut.“

Zur Buchvorstellung an der Hertie School diskutiert Andrea Römmele gemeinsam mit Mario Voigt, Landes- und Fraktionsvorsitzender der CDU Thüringen, moderiert von Elisabeth Niejahr, Geschäftsführerin der Hertie Stiftung. Mit Grußworten von Cornelia Woll, Präsidentin der Hertie School und Jakob Scherer, Geschäftsführer der Villa Aurora & Thomas Mann House.

Anmeldung: Bitte melden Sie sich hier an, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Info: Diese Veranstaltung wird mit Fotos, Audio und Video aufgezeichnet.

Veranstaltungsort

Henrik Enderlein Forum, Hertie School
Friedrichstraße 180
10117 Berlin

Sonntag, 03.11.2024

James Baldwin: Der Zeuge

Renaissance-Theater Berlin (Knesebeckstraße 100, 10623 Berlin)

Info

Am 5. November 2024 wird ein neuer US-Präsident gewählt. Natürlich ist es eine fiktive Frage, was James Baldwin (1924–1987) zu der Auswahl Kamala Harris und Donald Trump gesagt hätte, doch das macht sie nicht weniger interessant. Baldwin, der mit  «Giovannis Room» und «The Fire Next Time» berühmt wurde und es auf die Coverseite des «Time Magazine» schaffte, war schwarz und schwul, die Gesellschaft, in der er lebte, rassistisch und schwulenfeindlich. Und heute? In Zeiten von Black Lives Matter und der genderfeindlichen Agenda der Republikaner, bleibt sein Werk (leider) weit über den literarischen Kanon hinaus aktuell. Am 2. August 2024 wäre der große Autor, den manche einen Propheten nannten, 100 Jahre alt geworden.

Der Autor und Journalist René Aguigah (Thomas Mann Fellow 2023) hat ein so informatives wie elegant geschriebenes Porträt über den Werdegang des großen amerikanischen Intellektuellen vorgelegt, von der Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen in Harlem bis zur Flucht vor dem alltäglichen Rassismus nach Paris und seinen rasanten Aufstieg als Autor und gefragter Redner. Bei der Matinee im Bruckner-Foyer des Renaissance Theaters soll es heute vor allem um seinen Blick auf die Vereinigten Staaten, seine Freundschaft mit Martin Luther King und Malcolm X und sein politisches Engagement gehen. René Aguigah unterhält sich darüber mit der Journalistin Alice Hasters (Thomas Mann Fellow 2023).

René Aguigah »James Baldwin: Der Zeuge«, C.H. Beck 2024

Tickets

14 € / erm. 7 €
RT Campus Ticket: 5 €

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin.