Veranstaltungsarchiv VATMH

September 2019

Samstag, 27.07.2019

Ausstellung: "Der Funke Gottes! Die neuen Schatz- und Wunderkammern"

Diözesanmuseum (Domplatz, 96049 Bamberg)

Info

Schon von Weitem wird sie zu sehen sein und leuchtet in der Nacht: die zehn Meter breite Neon-Skulptur des Berliner Künstlers und Villa Aurora Stipendiaten 2009 Via Lewandowsky „Good God“. In luftiger Höhe zwischen den Türmen am Ostchor des mehr als 1000 Jahre alten Bamberger Doms angebracht, wird sie vom Domberg in die Stadt strahlen und beschreibt damit zugleich ein zentrales Motto der Ausstellung im benachbarten Diözesanmuseum.

Zeitgenössische Kunst von rund 60 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt sowie ausgewählte Stücke der Moderne korrespondieren mit sakraler Kunst, mit Werken von Tilman Riemenschneider oder Veit Stoß, den Kaisermänteln Heinrichs II. und seiner Gemahlin Kunigunde. Hochrangige Goldschmiedekunst und Kostbarkeiten aus Elfenbein treffen auf Kunstwerke aus zeitgenössischen Materialien wie Beton, Stahl, Foto-Papier oder Plastik: Julian Charrière schmilzt Computerschrot ein, Karsten Konrad verwendet Abfall aus Haushaltsauflösungen und von Schrotplätzen: Töpfe, Teile alter Möbel oder Kaufhaus-Vasen aus den 1960ern. Ernst Barlachs erste Modell-Skulptur für Der Schwebende, den Engel von Güstrow, gefertigt aus Gips und überzogen mit gelbem Lack spricht mit dem goldfarbenen Ornat von Papst Clemens II. aus der ersten Hälfe des 11. Jahrhunderts.

Noch älter als die ‚christliche‘ Kunst aus der Sammlung des Museums ist Ai Weiweis Coca-Cola-Vase: das Logo des amerikanischen Softdrink-Multis malte der chinesische Künstler mit roter Farbe auf ein Gefäß aus der Han-Dynastie. Die Zeit der Han-Kaiser ist zwischen 206 vor und 220 nach Christus datiert, das Objekt wird zwischen goldenen Kelchen des Museums präsentiert. Die in den Domschatz eingeladenen säkularen Kunstwerke verstehen sich nicht als religiöse Arbeiten und wurden nicht speziell für die Ausstellung produziert.

Die Kuratoren der Ausstellung, der Berliner Kurator und Ausstellungsmacher Alexander Ochs sowie der Kunsthistoriker und Leiter des Diözesanmuseums Dr. Holger Kempkens, unterziehen die gezeigten Werke dabei keiner theologischen oder kunsthistorischen Einordnung. Vielmehr entstehen Assoziationslinien und -räume zu Begriffen wie Berührung, Feier, Zeit, Gewalt und anderen Themen.

In der Ausstellung sind u.a. Arbeiten folgender Künstlerinnen und Künstler vertreten:

Ai Weiwei / Robert Barta / Ernst Barlach / Georg Baselitz / Joseph Beuys / Guillaume Bruère / Paula Döpfner / Valerie Favre / Nan Goldin / Pedro Gomez-Eganna / Antony Gormley / Richard Haizmann / Beate Hönig / Leiko Ikemura / Ik-Joong Kang / Karsten Konrad / Andréas Lang / Via Lewandowsky / Anna Malagrida / Oliver Mark / Meng Huang / Michael Müller / Mwangi Hutter / Hermann Nitsch / Meret Oppenheim / Yvonne Roeb / Ralf Schmerberg / Karl Schmidt-Rottluff / Alf Setzer / Jorinde Voigt / Simon Wachsmuth / Andy Warhol / Yin Xiuzhen / John Young / Young-Jae Lee / Andrius Zakarauskas

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 26. Juli 2019 um 11 h im Dom zu Bamberg statt.

Ab 27. Juli 2019 von Dienstag bis Sonntag täglich geöffne

Weitere Informationen

Die Ausstellung findet im Rahmen einer Medienpartnerschaft mit der WELTKUNST und der MEDIENGRUPPE Oberfranken statt. Sie wird vom Erzbistum Bamberg von der Oberfrankenstiftung, dem VAH – Verein Ausstellungshaus christliche Kunst e. V. München, der Sparkassenstiftung der Stadt Bamberg, dem Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. Los Angeles/Berlin, dem Kulturbüro der EKD und zahlreichen privaten Sammlerinnen und Sammlern wie Art‘Us Collectors‘ Collective e.V., Olbricht Collection, ProWinko ProArt Collection, Sammlung Tobeler Contemporary, Sammlung Wemhöner, Sammlung Ivo Wessel und vielen weiteren Persönlichkeiten und Institutionen gefördert und unterstützt.Location

Montag, 02.09.2019

Buchpremiere: Wirksame Fiktionen

ausland (Lycehener Straße 60, 10437 Berlin)

Info

Wirksame Fiktionen heißen die Lichtenberg-Poetikvorlesungen, die Monika Rinck im Januar 2019 in Göttingen gehalten hat. Nun erscheinen die Vorlesungen, die sie während ihres Aufenthalts in der Villa Aurora in Los Angeles schrieb, in überarbeiteter Form im Wallstein Verlag.

Im Gespräch werden Monika Rinck und Daniela Seel, Dichterin und Rincks Herausgeberin im Lyrikverlag kookbooks, die Themen des Buches vertiefen. Die Texte widmen sich Übergängen in vielerlei Gestalt: es geht um Türen, Schwellen und Grenzen zwischen Fiction und Non-Fiction, zwischen Sprachkunst und Sprache, zwischen Genres, Ländern und Menschen, zwischen dem Material und seiner Verwendung.

Entlang ihrer eigenen lyrischen Texte und einiger Gedichte von Christa Reinig, Julian Talamantez Brolaski, Ann Cotten, Wendy Trevino und Elke Erb untersucht Monika Rinck, was passiert, wenn Wirklichkeit als Material von Dichtung verwendet wird. Die Fahrt führt an Grenzen, in Wälder jenseits der Plantagen, in öffentliche Bibliotheken und auf das ganz reale Wirkungsfeld starker Fiktionen.

Zur Autorin Monika Rinck
Monika Rinck | © Gene Glover

Monika Rinck, geboren 1969 in Zweibrücken, lebt heute als Lyrikerin und Essayistin in Berlin. Sie hat Religionswissenschaft, Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin und an der Yale-University studiert. Sie übersetzt, gemeinsam mit Orsolya Kalász aus dem Ungarischen, kooperiert mit Musikern und Komponisten und lehrt von Zeit zu Zeit an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Im Jahr 2017 kuratierte sie das Festival POETICA in Köln.

Im Frühjahr 2012 erschien ihr Lyrikband HONIGPROTOKOLLE bei kookbooks, für den sie den Huchel-Preis erhielt.

Monika Rinck ist Mitglied im P.E.N.-Club, der Lyrikknappschaft Schöneberg, der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2015 erhielt Monika Rinck den Kleist-Preis und 2017 den Ernst-Jandl-Preis. Im Jahr 2018 hielt sich Monika Rinck für drei Monate als Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles auf.

Aktuelle Veröffentlichungen: Der Lyrikband ALLE TÜREN (kookbooks) sowie das Lesebuch CHAMPAGNER FÜR DIE PFERDE (S. Fischer Verlag).

Partner

Eine Veranstaltung von Villa Aurora & Thomas Mann House in Kooperation mit dem Wallstein Verlag, dem Literarischen Zentrum in Göttingen und Lyrik im Ausland

Freitag, 27.09.2019

Künstleringespräch mit Bettina Pousttchi und Heike Catherina Mertens

Berlinische Galerie (Alte Jakobstr. 124, 10969 Berlin)

Bettina Pousttchi, Echo, 2009/2010, 970 Papierposter auf der Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin, 2000 (h) x 1100 x 5700 cm, Courtesy Buchmann Galerie und die Künstlerin, Foto: Bettina Pousttchi

Info

Bettina Pousttchi arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Fotografie und Architektur. Ihre ortsspezifischen Interventionen im öffentlichen Raum bedecken oft ganze Häuserfassaden und nehmen Bezug auf den urbanen oder historischen Kontext eines Ortes. Pousttchi reflektiert die Rolle der Fotografie im digitalen Zeitalter und befragt das Verhältnis von Erinnerung und Geschichte in transnationaler Perspektive. Ihr Interesse an den Strukturen des öffentlichen Raumes setzt sich in ihren Skulpturen fort, für die sie oft Stadtmobiliar wie Absperrgitter, Straßenpfosten oder Fahrradständer transformiert.

In der Berlinischen Galerie wird Pousttchi ausgewählte Skulpturen und fotografische Arbeiten präsentieren sowie eine ortsspezifische Installation für die Fassade des Museums entwickeln.

Porträt Bettina Pousttchi, Foto: Jim Rakete

Bettina Pousttchi wurde 1971 in Mainz geboren. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und absolvierte das Whitney Independent Study Program in New York. Große Bekanntheit erlangte sie in Berlin durch ihre Fotoinstallation "Echo" (2009/2010) mit der sie an der Fassade der Temporären Kunsthalle ein Nachbild des damals gerade abgerissenen Palastes der Republik errichtete. In den vergangenen Jahren hat sie zahlreiche internationale Einzelausstellungen realisiert, so am Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington DC, dem Arts Club of Chicago, der Phillips Collection in Washington, D.C., dem Nasher Sculpture Center in Dallas und der Kunsthalle Basel.

Weitere Ausstellungen von Bettina Pousttchi

  • Deichtorhallen Hamburg | HYPER! A journey into Art and Music | 1. März – 11. Aug. 2019
  • Kunsthalle Tübingen | Bettina Pousttchi: Block | 18. Mai – 10. Nov. 2019
  • Kunsthalle Rostock | Palast der Republik | 31. Mai – 31. Okt. 2019
  • Lustwarande Sculpture Project Tilburg | Delirious |  15. Juni – 15. Okt. 2019
  • KINDL - Centre for Contemporary Art Berlin | Bettina Pousttchi | 31. Aug. 2019 –  Mai 2020
  • Berlinische Galerie | In Recent Years | 12. Sept. 2019 – 06. April 2020

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