Veranstaltungsarchiv VATMH
2018
Salon Sophie Charlotte 2018: Ist Sprache eine Waffe?
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstraße 23. 10117 Berlin)
Info
1929 schreibt Kurt Tucholsky in einer seiner berühmten Glossen: „Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“ Aber können Worte wirklich die Welt verändern? Der „Salon Sophie Charlotte 2018“ ist dem Nachdenken über die Wirkung von Sprache, über unsere Sprache als Instrument gewidmet. Sprache verändert sich, Sprachen sterben aus, digitale Sprachassistenten revolutionieren unser Leben. Sprache lässt uns träumen, sie dient der Bewusstwerdung, der Verständigung, wir erschaffen mit ihr Utopien ebenso wie Poesie. Sie zeigt uns Möglichkeiten und Grenzen auf und manchmal ist sie auch eine Waffe.
Rund 100 Sprach-Expert/-innen, Wissenschaftler/-innen und Künstler/-innen, gestalten diesen Abend: die Nobelpreisträgerin Herta Müller ebenso wie der Poetry-Slammer Bas Böttcher. Wir fragen nach „politischen Pöbeleien von Luther bis Trump“, ob Recht verständlich sein muss und wie Tiere kommunizieren. Die Sprache des Koran ist ebenso Thema wie Goethes erotische Sprache oder das radikale Zwiegespräch zwischen Dichter und Computer in der Code Poetry. Es geht um die Sprache der Gene und der Formeln wie um die Sprache der Bilder und der Düfte.
Das Akademiegebäude am Gendarmenmarkt wird an diesem Abend von der 1. bis zur 5. Etage mit künstlerisch-wissenschaftlichen Beiträgen bespielt. Kinder und Jugendliche sind zu Schnupperkursen für Gebärdensprache eingeladen. In Lichtinstallationen der Beuth Hochschule für Technik Berlin wird „Die Schönheit der Sprache“ inszeniert, das „Digitale Wörterbuch“ fordert zum Spiel mit Sprache auf und die Schauspielerin Kathrin Angerer liest Tucholskys „Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“
Die Veranstaltung wird teilweise simultan in Gebärdensprache übersetzt. Ein Dolmetschteam steht Gebärdensprachnutzer/-innen ab 20.45 Uhr zum barrierefreien Besuch anderer Veranstaltungen zur Verfügung. Dieser Service wird im Säulen-Saal koordiniert.
Während der Veranstaltung werden Foto- und Filmaufnahmen gemacht, die potenziell für Zwecke der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit in verschiedenen Medien publiziert werden.
Das komplette Programm finden Sie auf der Website der BBAW.
19.30 Uhr in Konferenzraum 2: Die Dinge in der Schwebe halten – Thomas Manns Sprache der Ironie
Andreas Blödorn (Literaturwissenschaftler, Vizepräsident der Thomas Mann-Gesellschaft, WWU Münster, Gast des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.)
Eine abgründige, bisweilen unverhohlen boshafte, doch in ihren Grundzügen stets lebensfreundlich-humane Ironie gilt als prägnantes Stilmittel des Erzählers Thomas Mann. Ein Blick auf seine Sprache zeigt, wie die ironische Haltung zum Leben und Schreiben Brüche in Biographie und Werk gleichermaßen auszustellen wie zu verkleinern half.
Die Grenzen des Sagbaren
Literaturhaus Berlin (Fasanenstraße 23)
Info
Ist die Forderung nach politisch korrekter Sprache Ausdruck einer emanzipatorischen Gesellschaft oder autoritäre Gängelung? „Gerechte Sprache allein schafft noch keine gerechte Welt. Aber indem wir sie verwenden, zeigen wir, dass wir eine gerechte Welt überhaupt wollen“, schreibt der Sprachwissenschaftler und Blogger Anatol Stefanowitsch in seinem jüngsten Buch „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“ (Duden 2018). Andere sprechen hingegen von organisierter sprachlicher und gedanklicher Feigheit, die im politisch-publizistischen Raum praktisch das ganze soziale Feld von oben bis unten paralysiere. Bezeichnen die beiden Positionen grundlegende Gegensätze in unserer liberalen Gesellschaft oder geht es eigentlich um etwas anderes?
Die jährliche Veranstaltung in Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 nimmt der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. gemeinsam mit dem Literaturhaus Berlin zum Anlass, die Grenzen des Sagbaren auszuloten.
Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch (*1970) ist in Berlin, Hamburg und Hertfordshire aufgewachsen. Er studierte Anglistik, Sprachlehrforschung und allgemeinene Sprachwissenschaft in Hamburg und Houston. Seit 2012 ist er Professor für die Struktur des heutigen Englisch an der Freien Universität Berlin. In seiner Forschung beschäftigt sich Stefanowitsch mit grammatischen Konstruktionen und konzeptuellen Metaphern. Sein Schwerpunkt ist dabei die Korpuslinguistik. Mit den Schwerpunkten Lehnwörter, Sprachpolitik und sprachliche Diskriminierung ist er außerden als Wissenschaftsblogger (www.sprachlog.de) und Vortragsredner aktiv.
In-store Session: Paul Frick - Second Yard Botanicals LP
Oye Kreuzkölln (Friedelstraße 49, 12047 Berlin)
Info
Villa Fellow Paul Frick feiert das Release seines brandneuen Albums Second Yard Botanicals (Apollo Records) mit einer In-store-Session im OYE Kreuzkoelln. Nach rund zwei Jahrzehnten im Musikgeschäft, ist „Second Yard Botanicals“ Pauls erstes Solo-Album in voller Länge. Nachdem er es in seinem Neuköllner Studio mit Hilfe zahlreicher Gastmusiker aufgenommen und produziert hat, arbeitete er im Frühjahr in der Villa Aurora an der Live-Umsetzung. Das Album präsentiert ein Gewebe akustischer und elektronischer Klänge; von ihm und anderen eingespielte Instrumente, dekonstruierte Breakbeats und seine Sammlung von Live- und Fieldrecordings.
Während der Session wird Paul einen reduzierten Jam am Korg Electribe und Moog Minitaur spielen. Begleitet wird er von DJ Spiegelei Cherry alias @Jan Brauer, Paul Fricks Bandkollegen vom Trio Brandt Brauer Frick.
Paul Frick wurde in Berlin geboren. Ab dem Alter von zwölf nahm er Kompositionsunterricht bei Il-Ryun Chung. Von 2000 bis 2008 studierte er Komposition bei Friedrich Goldmann an der Universität der Künste Berlin. Ab 2008 wurde die Gruppe Brandt Brauer Frick mit Daniel Brandt und Jan Brauer zum Mittelpunkt seiner Arbeit, was 2010 zum zehnköpfigen Brandt Brauer Frick Ensemble führte, in dem er Klavier spielt und die Stücke notiert.
Beide Formationen sind seitdem in über fünfzig Ländern aufgetreten, unter anderem Lincoln Center New York, Coachella Valley Music and Arts Festival, Glastonbury Festival, Montreux Jazz Festival und Centre Pompidou Paris. Auf ihren bisherigen vier Alben sind Jamie Lidell, Nina Kraviz, Beaver Sheppard, Vic Mensa, Gudrun Gut und Om'Mas Keith und weitere als Gastsänger zu hören. 2014 traten Brandt Brauer Frick mit dem WDR Rundfunkchor auf und mixten eine DJ-Kicks CD, 2015 erweiterten sie ihr Ensemble um den vierköpfigen Chor The Free Electric Singers. 2016 schrieben sie ihre erste Oper Gianni mit dem englischen Regisseur Martin Butler und führten sie im Herbst in der "Tischlereider“ der Deutschen Oper Berlin auf.
Mit Unterstützung durch den Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.
Konzert: Stefan Beyer GLOW (2018)
Ariowitsch-Haus (Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig)
Info
Yuri Matsuzaki - Flutes
Friederike von Oppeln-Bronikowski - Clarinets
Ermis Theodorakis - Piano
Izabela Kałduńska - Violine
Lisa Cardonnet - Viola
Raphael Mias - Violoncello
Zachary Seely - Conductor
PROGRAM
Anahita Abbasi
Enigma Patterns (2017) German Premiere
Fabien Lévy
A propos III+IV (2003)
Stefan Beyer
Glow (2018) - Premiere
Kai Johannes Polzhofer
Endymion (2016/18)
Jani Christou
Epicycle (1968)
Supported by the City of Leipzig Cultural Office, the Fund of the German Composers' Association and the Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.
Kultursalon: Hauptsache Kultur
Stiftung Brandenburger Tor (Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin)
Info
With VATMH-Managing Director Heike Catherina Mertens.
The discussion focuses on the significance of culture and cultural policy for Germany in general and for Berlin in particular. What are the consequences of Berlin's prominent position as capital of the federal state for internal and external cultural policy? How is Germany's cultural representation for example the Thomas Mann House in Los Angeles or the program of the DAAD's Artists-in-Berlin Program perceived?
This cultural salon will be held for the third time together with the Kulturpolitische Gesellschaft on the initiative of Dr. Ing. Sylvia Metz and Wibke Behrens.
Opening Words
Bianca Richardt, Board, Foundation Brandenburger Tor
Wibke Behrens, Spokeswoman Berlin + Brandenburg Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Speech
Michelle Müntefering, Minister of State for International Cultural Policy at the Federal Foreign Office
Moderation
Stephan Abarbanell, Program Director Culture at rbb
Panel Discussion
Silvia Fehrmann, director of the Berlin Artists Program of the DAAD
Heike Catherina Mertens, Managing Director Villa Aurora & Thomas Mann House, Los Angeles
Prof. Dr. Oliver Scheytt, cultural manager, cultural politician and president of the Kulturpolitische Gesellschaft
Reception
Until 22 o'clock
The Cultural Salon
The Brandenburger Tor Foundation wants to fulfill its role as a neutral cultural mediator and also point out challenging situations in Berlin's cultural landscape. The aim is to give new impulses and to promote possible solutions. The Max Liebermann Haus becomes a contemporary cultural salon with the Brandenburger Tor Foundation and offers a platform for cultural policy topics with a focus on the art market and cultural policy.
A Cooperation with the Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
The Stiftung Brandenburger Tor and the Kulturpolitische Gesellschaft host a cultural salon in cooperation for the third time. The Kulturpolitische Gesellschaft e.V. was founded in 1976 and is a nationwide association of around 1,500 politically interested and committed people and institutions from the fields of cultural work, art, politics, science, journalism and cultural administration.
Please register until Tuesday, November 13, 2018: stiftungbrandenburgertor.de
Lesung: Literatursalon im Kantkino
Literatursalon im Kantkino (Kantstraße 54, 10627 Berlin)
Info
The discussion focuses on the significance of culture and cultural policy for Germany in general and for Berlin in particular. What are the consequences of Berlin's prominent position as capital of the federal state for internal and external cultural policy? How are Germany and its cultural representation sites perceived like the Thomas Mann House in Los Angeles or the program of the DAAD's Artists-in-Berlin Program?
This cultural salon will be held for the third time together with the Kulturpolitische Gesellschaft on the initiative of Dr. Ing. Sylvia Metz and Wibke Behrens.
Greeting: Bianca Richardt, Board Brandenburg Gate
Wibke Behrens, Spokeswoman Berlin + Brandenburg Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Keynote speech: Michelle Müntefering, Minister of State for International Cultural Policy at the Federal Foreign Office
Presentation: Stephan Abarbanell, Program Director Culture in the rbb
Panel Discussion:
Silvia Fehrmann, director of the Berlin Artists Program of the DAAD
Heike Catherina Mertens, Managing Director Villa Aurora & Thomas Mann House, Los Angeles
Prof. Dr. Oliver Scheytt, cultural manager, cultural politician and president of the Kulturpolitische Gesellschaft
Reception: Until 22 o'clock
About the culture salon
The Brandenburger Tor Foundation wants to fulfill its role as a neutral cultural mediator and also point out challenging situations in Berlin's cultural landscape. The aim is to give new impulses and to promote possible solutions. The Max Liebermann Haus becomes a contemporary cultural salon with the Brandenburger Tor Foundation and offers a platform for cultural policy topics with a focus on the art market and cultural policy.
Cooperation with the Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
The Stiftung Brandenburger Tor and the Kulturpolitische Gesellschaft host a cultural salon in cooperation for the third time.
The Kulturpolitische Gesellschaft e.V. was founded in 1976 and is a nationwide association of around 1,500 politically interested and committed people and institutions from the fields of cultural work, art, politics, science, journalism and cultural administration.