Veranstaltungsarchiv VATMH

Mai 2021

Sonntag, 09.05.2021

Überlebende der Bücherverbrennung

Anlässlich des Jahrestages der deutschlandweiten, vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund angeführten Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 erzählen wir Geschichten von elf Schriftsteller:innen, deren Werke bei der Bücherverbrennung vernichtet wurden. Die kostenlose Smartphone-App erzählt anhand ihrer Wohn- und Wirkstätten in Berlin sowie an fünf weiteren Orten, an denen das Zeitgeschehen thematisiert wird, bildreich und durch insgesamt 16 Hörstücke vom Leben in der Weimarer Republik, der Machtübernahme, den Schikanen und Verfolgungen durch die Nationalsozialisten, von der Flucht ins Ausland und dem Leben im Exil, der Rückkehr einiger nach Deutschland und der Rezeption ihrer Werke bis heute. Wir möchten damit die Aktualität der erzählten Schicksale und Werke aufzeigen und für die auch heute noch weltweit anhaltende Bedrohung der freien Meinungsäußerung sensibilisieren.

Neben Autorinnen wie Irmgard Keun, Nelly Sachs und Anna Seghers liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Autor:innen, die ihr Exil an der Westküste der USA verbrachten, dem sogenannten „Weimar am Pazifik“: Vicki Baum, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Thomas und Heinrich Mann, Erich Maria Remarque und Franz Werfel versuchten mit mehr oder minder großem Erfolg einen Neuanfang in Hollywood. „Überlebende der Bücherverbrennung“ erzählt nicht nur von den persönlichen Verlusten der Exilgeschichte, sondern auch von im Exil entstandenen neuen Werken, die bis heute Welterfolge der Literatur und des Theaters sind. Das Projekt spannt einen Bogen bis in die Gegenwart und zeigt die Aktualität ihrer Werke und die Erfahrungen der elf Autor:innen.

Das Online-Angebot „Überlebende der Bücherverbrennung“ erscheint am 9. Mai auf Deutsch und später im Monat Englisch in der berlinHistory App für Android und iOS. Autor ist der Literatur- und Kulturwissenschaftler Dr. Thomas Schneider. Innerhalb der App kann das Angebot über einen Klick auf das VATMH-Logo erreicht werden.

In Kooperation mit BerlinHistory e.V.

Montag, 10.05.2021

Freiheit des Wortes – Wo gilt das noch?

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Nur 12 Ländern kann in Belangen der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit die Note „gut“ gegeben werden. So hat es die Organisation Reporter ohne Grenzen in einem aktuellen Bericht erklärt. Auch in Deutschland gab es noch nie so viele Übergriffe gegen Medienschaffende wie in den vergangenen Jahren. Weltweit sitzen mehr als 400 Journalist:innen und Blogger:innen in Haft: Eine davon ist die Vietnamesin Pham Doan Trang, die 2014 als Feuchtwanger Fellow in der Villa Aurora arbeitete und im vergangen Jahr verhaftet wurde. Sie analysierte Methoden der Meinungseinschränkung, die wir als Ausgangspunkt für Lesungen und eine Diskussion mit internationalen Künstler:innen und Autor:innen sowie Vertreter:innen aus Politik und Kultur nehmen wollen, um die Frage zu beleuchten: Wo gilt die Freiheit des Wortes noch?

Diese und viele weitere Fragen diskutieren Michelle Müntefering (Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt und Bundestagsabgeordnete aus Herne), Heike Catherina Mertens (Geschäftsführerin des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.), Ralf Nestmeyer (Vizepräsident PEN-Zentrum Deutschland und Writers-in-Prison-Beauftragter) und vor allem diese Künstler:innen und Autor:innen: Ghassan Hammash (syrischer Kulturmanager und Produzent; Gründer und Geschäftsführer von der Barzakh gGmbH), Çiğdem Akyol (deutsche Journalistin und Autorin), Nahed Al Essa (geflüchtet aus Syrien, lebt, arbeitet und schreibt in Deutschland), Enoh Meyomesse (kamerunischer Autor, Historiker, Blogger und politischer Aktivist, wurde nach vierjähriger Haft auf Initiative des Writers-in-Prison Programms Deutschland freigelassen und lebt seither in Darmstadt. Seit der Haft in Kamerun hat ihn Jürgen Strasser als deutschsprachiger Übersetzer begleitet), Şehbal Şenyurt Arınlı (türkische Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin und Journalistin, wurde 2017 inhaftiert und musste die Türkei verlassen, 2017-2020 Writers in Exile-Stipendiatin). Moderiert wird die Veranstaltung von Shelly Kupferberg.

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Mittwoch, 12.05.2021

Leadership in the Arts or Failure is what it's all about!

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Online-Diskussion mit Mischa Kuball, Lilian Haberer, Steven D. Lavine und Jörn Jacob Rohwer. Einführung: Heike Catherina Mertens / auf Englisch

Warum Scheitern ein mögliches Prinzip in der Lehre und der künstlerischen Praxis ist und wie ein Leben, das sich mit Kulturpolitik, Avantgarde, Philanthropie, Führung und "Karrierewegen" in der Kunst beschäftigt hat, in eine gesprächsbasierte Biografie verwandelt wurde, steht im Mittelpunkt der Online-Diskussion mit Mischa Kuball, Lilian Haberer, Steven D. Lavine und Jörn Jacob Rohwer.  

Anlass für das Gespräch gibt die gerade erschienene Biografie des ehemaligen CalArts-Präsidenten Steven D. Lavine, die von Villa Aurora-Alumnus Jörn Jacon Rohwer verfasst wurde: Jörn Jacob Rohwer / Steven D. Lavine. Failure is What It's All About. A Life Devoted to Leadership in the Arts. Deutscher Kunstbuchverlag, 2021. ISBN: 978-3-422-98155-3, Preis: 34,90 € [D] 

Zur Teilnahme an der Veranstaltung melden Sie sich bitte bis zum 9. Mai 2021 per E-Mail an: lecture120521@khm.de. Sie erhalten den Zoom-Link und das Passwort per Email am Vortag der Veranstaltung (11. Mai).

In Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln.