Veranstaltungsarchiv VATMH
November 2019
Ausstellung: "Der Funke Gottes! Die neuen Schatz- und Wunderkammern"
Diözesanmuseum (Domplatz, 96049 Bamberg)

Info
Schon von Weitem wird sie zu sehen sein und leuchtet in der Nacht: die zehn Meter breite Neon-Skulptur des Berliner Künstlers und Villa Aurora Stipendiaten 2009 Via Lewandowsky „Good God“. In luftiger Höhe zwischen den Türmen am Ostchor des mehr als 1000 Jahre alten Bamberger Doms angebracht, wird sie vom Domberg in die Stadt strahlen und beschreibt damit zugleich ein zentrales Motto der Ausstellung im benachbarten Diözesanmuseum.
Zeitgenössische Kunst von rund 60 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt sowie ausgewählte Stücke der Moderne korrespondieren mit sakraler Kunst, mit Werken von Tilman Riemenschneider oder Veit Stoß, den Kaisermänteln Heinrichs II. und seiner Gemahlin Kunigunde. Hochrangige Goldschmiedekunst und Kostbarkeiten aus Elfenbein treffen auf Kunstwerke aus zeitgenössischen Materialien wie Beton, Stahl, Foto-Papier oder Plastik: Julian Charrière schmilzt Computerschrot ein, Karsten Konrad verwendet Abfall aus Haushaltsauflösungen und von Schrotplätzen: Töpfe, Teile alter Möbel oder Kaufhaus-Vasen aus den 1960ern. Ernst Barlachs erste Modell-Skulptur für Der Schwebende, den Engel von Güstrow, gefertigt aus Gips und überzogen mit gelbem Lack spricht mit dem goldfarbenen Ornat von Papst Clemens II. aus der ersten Hälfe des 11. Jahrhunderts.
Noch älter als die ‚christliche‘ Kunst aus der Sammlung des Museums ist Ai Weiweis Coca-Cola-Vase: das Logo des amerikanischen Softdrink-Multis malte der chinesische Künstler mit roter Farbe auf ein Gefäß aus der Han-Dynastie. Die Zeit der Han-Kaiser ist zwischen 206 vor und 220 nach Christus datiert, das Objekt wird zwischen goldenen Kelchen des Museums präsentiert. Die in den Domschatz eingeladenen säkularen Kunstwerke verstehen sich nicht als religiöse Arbeiten und wurden nicht speziell für die Ausstellung produziert.
Die Kuratoren der Ausstellung, der Berliner Kurator und Ausstellungsmacher Alexander Ochs sowie der Kunsthistoriker und Leiter des Diözesanmuseums Dr. Holger Kempkens, unterziehen die gezeigten Werke dabei keiner theologischen oder kunsthistorischen Einordnung. Vielmehr entstehen Assoziationslinien und -räume zu Begriffen wie Berührung, Feier, Zeit, Gewalt und anderen Themen.
In der Ausstellung sind u.a. Arbeiten folgender Künstlerinnen und Künstler vertreten:
Ai Weiwei / Robert Barta / Ernst Barlach / Georg Baselitz / Joseph Beuys / Guillaume Bruère / Paula Döpfner / Valerie Favre / Nan Goldin / Pedro Gomez-Eganna / Antony Gormley / Richard Haizmann / Beate Hönig / Leiko Ikemura / Ik-Joong Kang / Karsten Konrad / Andréas Lang / Via Lewandowsky / Anna Malagrida / Oliver Mark / Meng Huang / Michael Müller / Mwangi Hutter / Hermann Nitsch / Meret Oppenheim / Yvonne Roeb / Ralf Schmerberg / Karl Schmidt-Rottluff / Alf Setzer / Jorinde Voigt / Simon Wachsmuth / Andy Warhol / Yin Xiuzhen / John Young / Young-Jae Lee / Andrius Zakarauskas
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 26. Juli 2019 um 11 h im Dom zu Bamberg statt.
Ab 27. Juli 2019 von Dienstag bis Sonntag täglich geöffne
Die Ausstellung findet im Rahmen einer Medienpartnerschaft mit der WELTKUNST und der MEDIENGRUPPE Oberfranken statt. Sie wird vom Erzbistum Bamberg von der Oberfrankenstiftung, dem VAH – Verein Ausstellungshaus christliche Kunst e. V. München, der Sparkassenstiftung der Stadt Bamberg, dem Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. Los Angeles/Berlin, dem Kulturbüro der EKD und zahlreichen privaten Sammlerinnen und Sammlern wie Art‘Us Collectors‘ Collective e.V., Olbricht Collection, ProWinko ProArt Collection, Sammlung Tobeler Contemporary, Sammlung Wemhöner, Sammlung Ivo Wessel und vielen weiteren Persönlichkeiten und Institutionen gefördert und unterstützt.Location
Triumph der Farben
Literarisches Colloquium Berlin (Am Sandwerder 5, 14109 Berlin)

Info
Ausgehend von den geometrischen Untersuchungen und Buntordnungen der Mathematiker Karl Merz, Ákos Császár sowie Lajos Szilassi entfaltet Oswald Egger in »Triumph der Farben« (Lilienfeld Verlag, Schriftenreihe der Kunststiftung NRW) eine Ideengeschichte des Projektiven in der Poesie. Erstmals wird sein 2018 veröffentlichtes Kaleidoskop, in dem er Sprache, Farbe, Geometrie und Wissenschaftsgeschichte zu einer spielerischen Entdeckungsreise werden lässt, in einer Ausstellung und performativen Lesung präsentiert.
Begrüßung | Dr. Florian Höllerer
Einführung in die Ausstellung | Heike Catherina Mertens
Performative Lesung | Oswald Egger
In Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin
Die Ausstellung läuft bis zum 7. Februar 2020 und ist vor und nach den Abendveranstaltungen bzw. mit Voranmeldung im LCB (Email: mail@lcb.de / Tel. 030-8169960) zu sehen.
Ausstellungseröffnung: Chris Hood
68projects (Fasanenstr. 68, 10719 Berlin)

Info
In Chris Hoods Gemälden kollidieren Abstraktionen mit gegenständlichen Bildern aus seinem persönlichen Umfeld und denen der Medien des 21. Jahrhundert zu traumähnlichen und hypnotischen Bildwelten. Sie greifen Figuren der amerikanischen Gegenkultur, der Kunstgeschichte und der Massenmedien auf. Die Gemälde von Chris Hood zeichnen sich durch eine einzigartige Reverse-Stain-Technik aus, bei der die Rückseite der Leinwand bemalt wird, was der Bildoberfläche die Ästhetik eines verblichenen T-Shirtdrucks verleiht. Dabei werden Fragen zu Identität, Erinnerung und Verlust aufgeworfen.
„Ähnlich wie der Zustrom von täglichen Bildern, die kodiert, übersetzt und falsch gelesen wurden, reflektiert meine Praxis das Empfinden, sich in einem rutschigen Gemisch aus Koaleszenz und Entropie zu befinden. Neue und alte Formen werden gesplittet, neu interpretiert, verinnerlicht und wiedererweckt und reflektieren so über immerwährende Themen am Anfang einer neuen Ära." (Chris Hood)

Chris Hood erhielt seinen Bachelor of Fine Arts von der Georgia State University und schloss sein Kunststudium mit dem Master of Fine Arts am San Francisco Art Institute ab. Heute lebt und arbeitet er in Los Angeles.
Einzelausstellungen (Auswahl): Praz Delavallade (Los Angeles), Lyles & King (New York), MIER Gallery (Los Angeles), Galerie Bernard Ceysson (Paris).
Gruppenausstellungen (Auswahl): Zuckerman Museum of Art, Venus Over Los Angeles (Los Angeles), CANADA (New York), Saatchi Gallery (London) und Jack Hanley (New York)
Chris Hood Arbeiten wurden unter anderem in der Art in America, Elephant, Mousse, The Art Newspaper, Time Out und New American Paintings besprochen.
Partner
Das Berlin Fellowship 2019 ist eine Kooperation mit:

Nadine Fecht – Amok
Spike Berlin (Rosa-Luxemburg-Straße 45, 10178 Berlin)

Info
Nadine Fecht ist agent provocateur auf dem Gebiet zeitgenössischer Zeichnung. In multimedialen Installationen und großformatigen Tableaus, die auf Schreibsystemen basieren, hinterfragt die Künstlerin gesellschaftliche Wertesysteme wie Disziplin und Selbstoptimierung. Zum Erscheinen der Publikation „Amok“ lädt der DISTANZ Verlag herzlich zu einem Gespräch zwischen der Künstlerin und dem Autoren und Kunstkritiker Kolja Reichert ein.
Das Gespräch findet auf Deutsch statt.
Weitere Informationen zum Buch
Musik
Gaston (live)
Tim Caspar Boehme