Veranstaltungsarchiv VATMH
Oktober 2019
Ausstellung: "Der Funke Gottes! Die neuen Schatz- und Wunderkammern"
Diözesanmuseum (Domplatz, 96049 Bamberg)
Info
Schon von Weitem wird sie zu sehen sein und leuchtet in der Nacht: die zehn Meter breite Neon-Skulptur des Berliner Künstlers und Villa Aurora Stipendiaten 2009 Via Lewandowsky „Good God“. In luftiger Höhe zwischen den Türmen am Ostchor des mehr als 1000 Jahre alten Bamberger Doms angebracht, wird sie vom Domberg in die Stadt strahlen und beschreibt damit zugleich ein zentrales Motto der Ausstellung im benachbarten Diözesanmuseum.
Zeitgenössische Kunst von rund 60 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt sowie ausgewählte Stücke der Moderne korrespondieren mit sakraler Kunst, mit Werken von Tilman Riemenschneider oder Veit Stoß, den Kaisermänteln Heinrichs II. und seiner Gemahlin Kunigunde. Hochrangige Goldschmiedekunst und Kostbarkeiten aus Elfenbein treffen auf Kunstwerke aus zeitgenössischen Materialien wie Beton, Stahl, Foto-Papier oder Plastik: Julian Charrière schmilzt Computerschrot ein, Karsten Konrad verwendet Abfall aus Haushaltsauflösungen und von Schrotplätzen: Töpfe, Teile alter Möbel oder Kaufhaus-Vasen aus den 1960ern. Ernst Barlachs erste Modell-Skulptur für Der Schwebende, den Engel von Güstrow, gefertigt aus Gips und überzogen mit gelbem Lack spricht mit dem goldfarbenen Ornat von Papst Clemens II. aus der ersten Hälfe des 11. Jahrhunderts.
Noch älter als die ‚christliche‘ Kunst aus der Sammlung des Museums ist Ai Weiweis Coca-Cola-Vase: das Logo des amerikanischen Softdrink-Multis malte der chinesische Künstler mit roter Farbe auf ein Gefäß aus der Han-Dynastie. Die Zeit der Han-Kaiser ist zwischen 206 vor und 220 nach Christus datiert, das Objekt wird zwischen goldenen Kelchen des Museums präsentiert. Die in den Domschatz eingeladenen säkularen Kunstwerke verstehen sich nicht als religiöse Arbeiten und wurden nicht speziell für die Ausstellung produziert.
Die Kuratoren der Ausstellung, der Berliner Kurator und Ausstellungsmacher Alexander Ochs sowie der Kunsthistoriker und Leiter des Diözesanmuseums Dr. Holger Kempkens, unterziehen die gezeigten Werke dabei keiner theologischen oder kunsthistorischen Einordnung. Vielmehr entstehen Assoziationslinien und -räume zu Begriffen wie Berührung, Feier, Zeit, Gewalt und anderen Themen.
In der Ausstellung sind u.a. Arbeiten folgender Künstlerinnen und Künstler vertreten:
Ai Weiwei / Robert Barta / Ernst Barlach / Georg Baselitz / Joseph Beuys / Guillaume Bruère / Paula Döpfner / Valerie Favre / Nan Goldin / Pedro Gomez-Eganna / Antony Gormley / Richard Haizmann / Beate Hönig / Leiko Ikemura / Ik-Joong Kang / Karsten Konrad / Andréas Lang / Via Lewandowsky / Anna Malagrida / Oliver Mark / Meng Huang / Michael Müller / Mwangi Hutter / Hermann Nitsch / Meret Oppenheim / Yvonne Roeb / Ralf Schmerberg / Karl Schmidt-Rottluff / Alf Setzer / Jorinde Voigt / Simon Wachsmuth / Andy Warhol / Yin Xiuzhen / John Young / Young-Jae Lee / Andrius Zakarauskas
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 26. Juli 2019 um 11 h im Dom zu Bamberg statt.
Ab 27. Juli 2019 von Dienstag bis Sonntag täglich geöffne
Die Ausstellung findet im Rahmen einer Medienpartnerschaft mit der WELTKUNST und der MEDIENGRUPPE Oberfranken statt. Sie wird vom Erzbistum Bamberg von der Oberfrankenstiftung, dem VAH – Verein Ausstellungshaus christliche Kunst e. V. München, der Sparkassenstiftung der Stadt Bamberg, dem Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. Los Angeles/Berlin, dem Kulturbüro der EKD und zahlreichen privaten Sammlerinnen und Sammlern wie Art‘Us Collectors‘ Collective e.V., Olbricht Collection, ProWinko ProArt Collection, Sammlung Tobeler Contemporary, Sammlung Wemhöner, Sammlung Ivo Wessel und vielen weiteren Persönlichkeiten und Institutionen gefördert und unterstützt.Location
Regener meets Lentz
Haus für Poesie (Knaackstraße 97, 10435 Berlin)
Info
Auf den ersten Blick könnten sie unterschiedlicher kaum sein: Sven Regener und Michael Lentz. In diesem Jahr erscheinen zwei TEXT+KRITIK-Ausgaben über die beiden Künstlerpersönlichkeiten, die als Autoren und Musiker Vortragskünstler von Gnaden sind. Der eine ein lässiger Antipathetiker, der das Beiläufge in einer Sprache preist, die kein Literaturfett ansetzt. Er singt Lieder über verschusselte Träume und sich verfusselnde Zeit, „Kaffee und Karin, Birgit und Bier“. Die Schauplätze seiner Songs sind die Ränder der Stadt, Mehrzweckbecken und ein Graben hinter Huchting. Der andere ist ein Artist, dem die historischen Avantgarden in Fleisch und Blut übergegangen sind. Er schreibt Gedichte in einer „steckschlosssprache“, „glossolall“ und durchsetzt mit Archaismen und Neologismen. In ihnen ergründet er den „fieberton einer mücke“, und übt sich in Etüden über ins Kaffeelicht getauchte Zuckerlöffel.
Studio-Talk mit Berlin Fellow Chris Hood und Drew Hammond
Atelierhöfe (Mengerzeile 1, 12435 Berlin)
Info
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. freut sich in Kooperation mit 68projects, dem Projektraum der Galerie Kornfeld, den Berlin Fellow 2019 bekannt zu geben: Chris Hood. Der in Los Angeles lebende Maler arbeitet aktuell bis Ende November in Berlin. Das Berlin Fellowship wurde 2012 ins Leben gerufen und fördert die Begegnung US-amerikanischer Künstler*innen mit ehemaligen Villa Aurora Fellows.
Teilnehmer:innen
Chris Hood erhielt seinen Bachelor of Fine Arts von der Georgia State University und schloss sein Kunststudium mit dem Master of Fine Arts am San Francisco Art Institute ab.
Einzelausstellungen: Praz Delavallade (Los Angeles), Lyles & King (New York), MIER Gallery (Los Angeles) und Galerie Bernard Ceysson (Paris). Gruppenausstellungen mit seinen Werken waren unter anderem im Zuckerman Museum of Art, Venus Over Los Angeles (Los Angeles), CANADA (New York), Saatchi Gallery (London) und Jack Hanley (New York) zu sehen. Chris Hoods Arbeiten wurden in der Art in America, Elephant, Mousse, The Art Newspaper, Time Out und New American Paintings besprochen.
Drew Hammond arbeitet weltweit als Kunstkritiker, Dozent und Berater. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Berlin zog er vor einigen Jahren nach Los Angeles. Unter anderem realisierte er Projekte im Rahmen der Städtepartnerschaft Los Angeles – Berlin. Im August erschien seine Publikation: James Hayward: The Non-Secular Paintings St. Johns Art Center, Collegeville, Minnesota, 13. August 2019.
68projects ist ein privater Projektraum, gegründet 2014 von der Galerie Kornfeld. Auf einer 150 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche bietet 68projects in der Fasanenstraße 68 in Berlin Raum für internationale Wechselausstellungen, für unabhängig kuratierte Projekte und dem eigenen Stipendienprogramm, zu dem international arbeitenden Künstler*innen eingeladen werden, eine Zeit lang in Berlin zu leben und zu arbeiten und ihre Werke zu präsentieren. www.68projects.com
Partner
Das Berlin Fellowship 2019 ist eine Kooperation mit:
Das Berlin Fellowship 2019 ist eine Kooperation mit: