Veranstaltungsarchiv VATMH

2023

Dienstag, 28.03.2023

Buchpräsentation "Thomas Mann's Los Angeles: Stories from Exile 1940-1952"

Literaturhaus München

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Buchpräsentation der Publikation "Thomas Mann's Los Angeles: Stories from Exile 1940-1952" (Angel City Press) mit den beiden Herausgebern Benno Herz und Nikolai Blaumer. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion kommt Moderatorin Sabina Becker mit drei der Autor:innen ins Gespräch – der Germanistin Sylvia Asmus, dem Journalisten Andreas Platthaus sowie dem Literaturwissenschaftler Friedhelm Marx.

Was für eine »furchtbare Gartenstadt« dieses Los Angeles doch sei, befand Alfred Döblin konsterniert, und Bertolt Brecht suchte gar »an jeder Hügelkette oder an jedem Zitronenbaum ein Preisschildchen«. Und doch wurde Pacific Palisades zu einer (temporären) Wahlheimat für diese und andere Emigrant*innen: Lion Feuchtwanger, Aldous Huxley, Vicki Baum, Christopher Isherwood und andere europäische Intellektuelle kamen nach L.A. und trafen sich – früher oder später – im Haus Thomas Manns. »Thomas Mann’s Los Angeles: Stories from Exile 1940-1952« (Angel City Press) zeichnet in rund 70 Essays ein Porträt des kulturellen und politischen Lebens von Los Angeles in der Zeit von 1940 bis 1952 nach – eindrucksvoll illustriert von Jon Stich, ergänzt durch historische Fotografien. Die Herausgeber Nikolai Blaumer und Benno Herz stellen ihr 2022 zu einem der besten Bücher über Los Angeles gekürtes Buch erstmals in Deutschland vor.

Mittwoch, 10.05.2023

Tag der Bücherverbrennung

Literaturhaus Berlin

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Zum 90. Jahrestag lesen 9 herausragende Künstler:innen in 90 Minuten Texte von Erich Kästner bis Kurt Tucholsky und erinnern damit an Schriftsteller:innen, deren Werke 1933 verbrannt wurden, sowie an die Freiheit des Wortes.

Am 10. Mai 1933 wurden tausende Bücher von den Nationalsozialisten und ihren Unterstützer:innen in Deutschland verboten und verbrannt. Heute scheinen die Werke und ihre Themen unverändert aktuell: wenn Kurt Tucholsky über die Anonymität in der Großstadt schreibt, Lion Feuchtwanger vor den Folgen politischer Willkür warnt oder Carl Credé-Hörder und Käthe Kollwitz sich gemeinsam für Frauenrechte einsetzen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin.

TICKETS:
 
8 € / erm. 5 €
Berlin-Ticket S: 3 €
 
Die Veranstaltung ist ausverkauft.
Restkarten an der Abendkasse.
 

 

Hier geht's zur Video-Aufzeichnung.

 
Zitat und Titel der Veranstaltung »Sie werden unsere Bücher verbrennen und uns damit
meinen«: Joseph Roth, 1932
Samstag, 13.05.2023

Fortschrittsverlust(e)

Leibniz-Saal, Berlin-Brandeburgische Akademie der Wissenschaften (Jägerstraße 23, 10117 Berlin)

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Epochen und Gesellschaften unterscheiden sich auch durch ihren Umgang mit existenziellem Verlust voneinander – dem Verlust von Leben, Identität oder körperlicher und seelischer Unversehrtheit. In modernen und insbesondere spätmodernen Gesellschaften mitsamt ihres Fortschrittsversprechens ist der Umgang mit Verlusten durch zusätzliche Besonderheiten gekennzeichnet. Welche Verluste sind angesichts der gezielten und kontinuierlichen disruptiven Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft überhaupt als solche anerkannt? In welchem Spannungs­verhältnis stehen dabei individuelle und kollektive Verlusterfahrungen? Und welche Verwerfungslinien sind zu erwarten, wenn die Utopie einer Gesellschaft ohne Verluste, Leid und Trauer sich als unerreichbar herausstellt? Diese Fragen stehen im Zentrum des Gesprächs zwischen Akademiemitglied Aleida Assmann (Literaturwissenschaftlerin, Universität Konstanz) und Andreas Reckwitz (Soziologe, HU Berlin und Thomas Mann Fellow), moderiert von Shelly Kupferberg.

Andreas Reckwitz war im Jahr 2022 Fellow am Thomas Mann House in Los Angeles. Während seines Fellowships beschäftigte er sich intensiv mit seinem aktuellen Forschungsschwerpunkt zum Thema Verlust in der Moderne und Spätmoderne.

Dienstag, 11.07.2023

PoliSounds - Wie politisch ist Popkultur?

B-Part am Gleisdreieck (Luckenwalder Str. 6b, 10963 Berlin)

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Das Musicboard Berlin und der Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. laden gemeinsam zu PoliSounds ein:

Mit T’neeya, Anthony Hüseyin und Ebow stehen im B-Part am Gleisdreieck drei außergewöhnliche Berliner Musikacts auf der Bühne, die ein Musicboard Stipendium oder eine Residenz in der Villa Aurora in Los Angeles erhalten haben.

Der Frage, wie politisch Popkultur ist, gehen drei Stipendiat*innen der Villa Aurora und des Thomas Mann House in einer Gesprächsrunde nach: die Autorin Alice Hasters, die Musikerin Ebow und die Journalistin Marlene Grunert. Moderiert wird das Gespräch Salwa Houmsi, eine der spannendsten Moderator:innen, die die deutsche Medienbranche derzeit hervorbringt.

Wir freuen uns auf ein facettenreiches Programm im B-Part am Gleisdreieck in Berlin - umsonst und draußen!

PoliSounds ist ein gemeinsames Projekt mit dem Musicboard Berlin.

Die Veranstaltung ist Teil des Kultursommerfestivals Berlin 2023 und findet in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin statt.

Timetable

18:00 Uhr: T’neeya (live)
19:00 Uhr: Gesprächsrunde: Wie politisch ist Popkultur? Gespräch über Ausdrucksformen von Politik und das Politische in den Künsten, mit Alice Hasters, Ebow und Marlene Grunert, moderiert von Salwa Houmsi
20:00 Uhr: Anthony Hüseyin (live)
21:00 Uhr: Ebow (live)

Die Gesprächsrunde findet in deutscher Sprache statt.
Der Veranstaltungsort ist für Rollstuhlnutzer:innen zugänglich.

Foto: oben v.l.: Alice Hasters (© Katja Ruge), Ebow (© Marco Mestrovic), T’neeya (© Larteyley von Hippel), unten v.l.: Salwa Houmsi (© Marco Justus Schöler), Anthony Hüseyin (© May Parlar), Marlene Grunert (© Alena Schmick)

Freitag, 18.08.2023

Time to Listen. Die ökologische Krise in Sound und Musik

Akademie der Künste (Hanseatenweg 10, 10557 Berlin)

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Mit Klanginstallationen, Sound Walks, einem Open-Space-Symposium, Konzerten, Führungen, Lesungen, Vorträgen, Gesprächen, Workshops für Kinder und Jugendliche und partizipativen Aktionen im öffentlichen Raum eröffnet das Festival der Sektion Musik den Dialog zwischen Künstler:innen, Forscher:innen und Publikum. Es ist Zeit zuzuhören.

Mitwirkende des Programms sind Villa Aurora Alumni Peter Ablinger, Sabine Vogel, Carola Bauckholt, Ann Cotten, Georg Klein, Ute Wassermann und viele andere mehr.

Villa Aurora & Thomas Mann House ist Kooperationspartner für zwei Projekte des von Villa Aurora Stipendiatin 2022 Carola Bauckholt und Julia Gerlach geleiteten Festivals der Sektion Musik der Akademie der Künste:

18.8. - 3.9.
Die Klanginstallation Listening to Ballona in the natural history museum of the future (2023, Uraufführung) von Komponist Daniel Rothman (Teil der Ausstellung "Time to Listen")

3.9., 19:00 Uhr
Die Komposition Krill (2023, Uraufführung) ist ein Auftragswerk von VATMH an Villa Aurora Stipendiatin 2022 Ute Wassermann und wird bei diesem feministischen Performanceabend gemeinsam mit Werken von Nina Dragičević und Anna Hetzer zu hören sein.

Weitere Informationen zum Festival finden Sie hier.

Informationen zum Vorverkauf finden Sie hier.

Listening to Ballona in the Natural History Museum of the Future

Akademie der Künste (Hanseatenweg 10, 10557 Berlin)

Info

Villa Aurora Stipendiatin Carola Bauckholt lädt den in Los Angeles ansässigen Komponisten Daniel Rothman zum Festival „Time to Listen“ nach Berlin ein. Für die Installation von Daniel Rothman muss sich das Publikum selbst auf ein Fahrrad setzen und die Klanganlage, die in ein bioakustisches Refugium in Kalifornien eintauchen lässt, mit Strom versorgen: Die Geschwindigkeit des Tretens moduliert die Tonhöhe.

Die Klanginstallation ist Teil der Ausstellung des Festivals Time to listen.
In sieben Klanginstallationen erzählen internationale Künstler:innen von ihrer Wahrnehmung der ökologischen Krise, machen Zerstörung und Klimawandel hörbar, schaffen Erinnerungsräume, positionieren sich oder übersetzen die Sprache der Wissenschaft in sinnlich erfahrbare Klänge und schaffen dadurch Wissensräume, in denen wir unser Bewusstsein und unsere Handlungsoptionen erweitern können.

Villa Aurora & Thomas Mann House ist Kooperationspartner für die Installation von Daniel Rothman.

Daniel Rothman: Listening to Ballona in the natural history museum of the future (2023, Uraufführung), Installation, Andrea Heilrath: Entwicklung stromerzeugendes Fahrrad, Buchengarten

Fr 18.8. 19 – 22 Uhr, Ausstellungseröffnung
Eintritt frei

Di – Fr 14 – 19 Uhr
Sa + So 12 – 19 Uhr
€ 6/4

Sa 2. + So 3.9. Eintritt frei

Weitere Informationen zum Festival finden Sie hier.

Samstag, 02.09.2023

Time to Listen – Krill.Schaum.Stop

Akademie der Künste

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Wir freuen uns auf diesen spannenden Konzertabend mit einer Performance des Stücks „Krill“ von Ute Wassermann (UA, Auftragswerk von VATMH). Ute Wassermann war 2022 Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles.

Wasser ist ein so unverzichtbarer wie unergründlicher Lebensraum, verschmutzt durch Klang, Chemie und Plastik; die Bedrohung, in ihm zu ertrinken, schwingt stets mit.
In der Klanglichkeit des Ein- und Ausatmens liegt die Verdichtung der heutigen Zeit, im Zittern der Sprache der hörbare Rhythmus der Überlebenskraft. Schaum blubbert, wächst zu multiformen Gebilden, kollabiert. Schaumblasen wuchern und platzen. Wann ist Schaum giftig, wann nicht. Eine Stimme schwirrt zwischen Luft und Wasser, verflochten mit einem imaginären Habitat. Mit einem Hydrofon nach Klängen fischend morpht die Sängerin die anders-als-menschlichen Stimmen und ihren eigenen Gesang zu einer körperlosen, metallisch-technologischen Klanglandschaft.

Der interdisziplinäre, feministische Performanceabend mit Stimme, Sprache, Klang, Wasser, Schaum, einem Aquarium und Hydrofonen, mit der Stimmperformerin und Komponistin Ute Wassermann, der Komponistin und Schriftstellerin Nina Dragičević und der Schriftstellerin und Performerin Anna Hetzer stellt giftige Fragen: „Soll der Künstler also Zeit produzieren?“, „Ist die Gegenwart vielleicht längst übergeschäumt?“, „Bleibt die Stimme menschlich oder wird sie zum Anderen?“

Das Konzert ist Teil des Time to Listen Festivals der Akademie der Künste sowie des Monats der zeitgenössischen Musik Berlin und findet im Rahmen des Kunstfestivals „Ortstermin“ Moabit statt.

Weitere Informationen zum Festival Time to Listen finden Sie hier.

Der Eintritt ist kostenlos.

Freitag, 08.09.2023

Lange Nacht des Exils

Akademie der Künste (Hanseatenweg 10 10557 Berlin)

Tage des Exils. Foto: „Shattered Image of Oneself“ © Khaled Barakeh

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Künstlerische Erfahrungen von Flucht, Fremdheit und Exil stehen im Mittelpunkt einer Langen Nacht, die einen Bogen von der Emigration in der Zeit des Nationalsozialismus bis zur Gegenwart spannt.

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eröffnet die ersten Tage des Exils in Berlin. Seit vielen Jahren setzt sie sich dafür ein, an die Erfahrungen von Exil während des Nationalsozialismus zu erinnern und dabei die Brücke zur Gegenwart zu schlagen. Die Gründung des Exilmuseums Berlin geht maßgeblich auch auf ihre Initiative zurück. So spricht sie am heutigen Abend in einer Doppelrolle: als Schirmherrin der Tage des Exils Berlin und als Schirmherrin des Exilmuseums.

Die Veranstaltung findet in Deutscher Sprache statt.

Ticketinformation:
Eintritt frei.
Einlass ab 17.30 Uhr.

Ort:
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin

Weitere Informationen und das detaillierte Abendprogramm finden Sie hier.

Eine Veranstaltung der Stiftung Exilmuseum Berlin, Körber-Stiftung
In Kooperation mit: Akademie der Künste, Berlin

Montag, 11.09.2023

Annika Kahrs – Gravity's Tune

Ausstellungsraum der Schering Stiftung (Unter den Linden 32-34, 10117 Berlin)

Foto: Annika Kahrs & Produzentengalerie Hamburg (2023)

Info

Wissenschaftlich begleitet wird ihre künstlerisch-musikalische Auseinandersetzung mit Gravitationswellen von Dr. Keith Thorne, Physiker am LIGO (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory) in den USA. Dort ist es vor einigen Jahren erstmals gelungen, Gravitationswellen, das heißt Wellen im Gewebe der Raumzeit, die unter Anderem durch kollidierende Schwarze Löcher entstehen und mit Lichtgeschwindigkeit „reisen“, in akustische Signale zu übersetzen.

Die Künstlerin nutzt die akustischen Aufzeichnungen der Astrophysik, um grundsätzliche Fragen darüber aufzuwerfen, wie sie unsere Vorstellungskraft anregen und Aufschluss über Ereignisse geben, die nur schwer vorstellbar sind. Kahrs sensibilisiert die Betrachter:innen ihres Films dafür, dass gerade solch „ungewöhnlichen“ Klänge unser Verständnis von Hören, Klingen und nicht zuletzt von Musik immer auch herausfordern. Das LIGO könnte man, nach den Worten des Wissenschaftlers Keith Thorne, tatsächlich als stillste Konzerthalle auf Erden betrachten. Man spürt dort einen außerirdischen Sound auf, der mit größtmöglicher Präzision aus einer Menge von irdischen Störgeräuschen herausgefiltert wird.

Annika Kahrs widmet sich in ihren Filmen, Installationen und Performances Klängen im weitesten Sinne. Sie interessiert sich für Töne mit besonderen Eigenschaften, darunter solchen, die im Infraschallbereich liegen, aber auch solchen, die dank ihrer physikalischen Eigenschaften ein Phänomen wie die beschriebenen Gravitationswellen zum Ausdruck bringen. Diesen akustischen Phänomenen nähert sich die Künstlerin über das Medium Musik: Sie eröffnet einerseits einen Zugang zu nicht hörbaren und kaum vorstellbaren (Klang)Welten und weist andererseits auf die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des Hörbaren hin.

Rahmenveranstaltungen

7. November | Sounds from the Universe: Measuring and Interpreting Gravitational Waves

 

Vortrag von Prof. Alessandra Buonanno mit anschließendem Gespräch zwischen ihr, Annika Kahrs und Louis d’Heudières

Gravitationswellen sind Wellen im Gewebe der Raumzeit, die unter Anderem durch kollidierende Schwarze Löcher entstehen und mit Lichtgeschwindigkeit „reisen“. Am so genannten LIGO (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory) in den USA wurden Gravitationswellen 2016 in Form eines so genannten „Tschirp“-Lautes erstmals nachgewiesen.

In einem wissenschaftlichen Impulsvortrag erklärt zunächst Prof. Dr. Alessandra Buonanno, Direktorin des Max-Planck Instituts für Gravitationsphysik, wie es etwa 100 Jahre, nachdem Albert Einstein die Existenz von Gravitationswellen postuliert hatte, gelang, den empirischen Beweis für dieses Phänomen zu erbringen. Sie gibt Auskunft darüber, wie Gravitationswellen gemessen werden, wie das Labor dafür beschaffen sein muss und wie Gravitationswellen in akustische Signale umgewandelt werden können. Im Anschluss diskutiert sie mit Annika Kahrs und Louis d’Heudières über den Film „Gravity’s Tune“ und den künstlerischen Ansatz, über das Medium Musik einen Zugang zur Welt der Astrophysik und der Erforschung des Universums zu eröffnen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Berlin Science Week x Holzmarkt 25 statt.

Termin:
07.11.2023, 19:30–22 Uhr

Veranstaltungsort:
Salöön im Holzmarkt 25
Holzmarktstr. 25
10243 Berlin

Vortrag und Podiumsdiskussion sind auf Englisch.

Weitere Informationen.

24. November | Finissage der Ausstellung "Gravity’s Tune"

 

Mit Annika Kahrs, Dr. Christina Landbrecht und Katerina Gregos (Künstlerische Leiterin, EMST – National Museum of Contemporary Art, Athen)

Das Gespräch geht von der jüngsten Videoarbeit von Annika Kahrs aus und diskutiert sie im Kontext des bisherigen Schaffens der Künstlerin. Im Zentrum der Diskussion steht u.a. Kahrs‘ Interesse an astrophysikalischen Fragen, ihre fortwährende Beschäftigung mit Klängen, die außerhalb des menschlichen Wahrnehmungsbereiches liegen oder Phänomene beschreiben und ihr Bemühen, Ungreifbares medial zu fassen.

Termin:
24.11.2023, 18–20 Uhr

Veranstaltungsort:
Ausstellungsraum der Schering Stiftung
Unter den Linden 32-34,
10117 Berlin

Das Gespräch findet auf Englisch statt.

Weitere Informationen.

Partner

In Kooperation mit der Schering Stiftung, Berlin Art Week, Villa Aurora und MOIN - Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Mittwoch, 13.09.2023

Was uns durch die Krise trägt / What Gets Us Through the Crisis

Haus der Berliner Festspiele (Schaperstraße 24, 10719 Berlin)

Info

Es scheint, als würde unser Alltag zunehmend von Krisen dominiert: Krieg, Flucht, Klimawandel sind nur ausgewählte Beispiele dafür.

Marina Weisband spricht im Rahmen der Podcast-Reihe 55 Voices for Democracy und in Kooperation mit dem internationalen literaturfestivals berlin mit den beiden Moderator:innen Aida Baghernejad und Tom Zoellner darüber, welche Rolle Krisen in unserem Leben einnehmen und wie wir aktuellen Herausforderungen am besten begegnen können.

Thomas Mann Fellow Prof. Christine Landfried wird in den Abend einführen und über die Bedeutung von Kommunikation für die Weiterentwicklung der Demokratie sprechen.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Partner

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem internationalen literaturfestival berlin.

Mittwoch, 27.09.2023

Beyond Borders: A Conversation on Art and Exile

Exilmuseum Berlin (Fasanenstr. 24, 10719 Berlin)

Info

Die Journalistin Yasmin Merei und der Dichter Ghayath Almadhoun sprechen miteinander über Kunst im Exil und das Politische in der Poesie. Beide stammen aus Syrien und leben heute in Berlin. Ghayath Almadhouns Werke wurden vielfach ausgezeichnet. 2023 war er Fellow am Thomas Mann House. Das Exil beschreibt er als "living in the Parallel". Die Linguistin und Menschenrechtsaktivistin Yasmin Merei war 2015 Fellow in der Villa Aurora. Sie leitet in Berlin ein Netzwerk für geflüchtete Frauen.

Samstag, 14.10.2023

Räume mit Aussicht

Haus Kunst Mitte (Heidestraße 54, 10557 Berlin)

Info

Die Ausstellung Räume mit Aussicht bringt künstlerische Impulse aus Los Angeles nach Berlin und gibt einen Einblick in die entstandenen Projekte der Stipendiat:innen der Villa Aurora. Die acht Künstler:innen lebten 2022 für drei Monate in Los Angeles und entwickelten vor Ort neue künstlerische Ansätze und Fragestellungen. In der Ausstellung treten die Stipendiat:innen durch ihre Arbeiten in einen Dialog und präsentieren ihre unterschiedlichen Perspektiven auf Kalifornien – von Billboard Werbung bis zur Filmindustrie Hollywoods, von Betrachtungen zum Pazifischen Ozean bis hin zur Erdbebengefahr in der Metropole Los Angeles. Auch Fragen zu gesellschaftlichem Wandel, Migration und Exil werfen die Künstler:innen auf. Die in Los Angeles entstandenen künstlerischen Ansätze wurden für die Ausstellung in Deutschland weiterentwickelt und ihre crossatlantische Perspektive verdeutlicht.

Die Villa Aurora ist eine Künstlerresidenz in Los Angeles. Seit über 25 Jahren ist sie Ort der Inspiration und des künstlerischen Schaffens für Stipendiat:innen aus den Bereichen Film, Literatur, Komposition und Bildende Kunst. Mission der Villa Aurora ist es, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den USA zu fördern und durch die Auseinandersetzung mit Themen wie Migration und Exil zu einer offenen Gesellschaft beizutragen. Der Ursprung dieses thematischen Schwerpunktes liegt in der Geschichte des Hauses: Während der Zeit des Nationalsozialismus fanden der Schriftsteller Lion Feuchtwanger und die Salonistin Marta Feuchtwanger Zuflucht in den USA und kauften 1943 die Villa Aurora in Los Angeles. Bald wurde diese zu einem Treffpunkt deutschsprachiger Exilant:innen, darunter unter anderem
Bertolt Brecht, Thomas Mann oder Alma Mahler-Werfel.

Auch heute ist die Villa Aurora Treffpunkt von Künstler:innen und ein Ort des kreativen Austauschs. Im Zentrum stehen die Stipendiat:innen, ihre künstlerischen Konzepte und ihre Auseinandersetzung mit der dynamischen US-amerikanischen Kultur und der einzigartigen kalifornischen Landschaft.

Rahmenveranstaltung

26.11.2023, 16:00 - 18:00 Uhr
Finissage & Artist Talk mit den Künstlerinnen Antje Majewski und Sonya Schönberger

Gemeinsam mit der Kuratorin Anna Havemann sprechen die Künstlerinnen Antje Majewski und Sonya Schönberger über die in der Ausstellung gezeigten Werke und ihre Zeit in Los Angeles.

Der Eintritt für den Artist Talk um 16:00 Uhr ist frei.

Freitag, 27.10.2023

Das Thomas Mann House – Politischer Denkort am Pazifik (Buchpräsentation & Gespräch)

Literaturhaus Stuttgart (Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart)

Info

Mit der Soziologin & Thomas Mann Fellow Jutta Allmendinger, der Literaturwissenschaftlerin Irmela von der Lühe und dem Journalisten Heinrich Wefing. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Philosophen & Politikwissenschaftler Felix Heidenreich.

Heute ein Residenzhaus und politischer Denkort am Pazifik, bietet das Thomas Mann House nicht nur eine spannende Architektur, sondern auch eine einzigartige Geschichte: Anfang der 40er Jahre ließen Thomas und Katia Mann das Wohnhaus in Los Angeles errichten und lebten dort bis 1952 im Exil. Von hier aus setzte sich Thomas Mann für die Demokratie ein und befasste sich intensiv mit Themen wie Migration und Freiheit. Anknüpfend an diese Auseinandersetzung, haben sich namhafte Autorinnen und Autoren aus Literatur und Wissenschaft im Band Das Thomas Mann House – Politischer Denkort am Pazifik (Wallstein Verlag, 2023) jeweils einem Raum des Hauses gewidmet. Die Beiträge berichten vom politischen Leben der Manns und reflektieren drängende Fragen unserer Zeit zu Migration, Exil oder dem Klimawandel, dessen verheerende Folgen sich in Kalifornien zeigen.

Herausgegeben wird das Buch von Nikolai Blaumer und Benno Herz, mit Fotografien des Hauses von Jean Molitor. Es wird im September 2023 vom Wallstein Verlag veröffentlicht. Mit Beiträgen von Jutta Allmendinger über das Katia Mann House, Gustavo Arellano über die kalifornische »Zufluchtsstadt« und ihre kulturelle Vielfalt, Adrian Daub über Thomas Mann und seine Nachtlektüre, Veronika Fuechtner über die Küche und die Rolle der Hausangestellten, Alice Hasters über die Garage und Los Angeles ohne Führerschein Claus Leggewie über den Garten und die Frage: Wie grün ist Los Angeles?, Frido Mann über das Wohnzimmer und den Flügel seines Großvaters, Andreas Platthaus über die Auffahrt und den Weg der Familie Mann ins Exil, Alex Ross über den Doktor Faustus und die Klanglandschaft von Los Angeles und vielen weiteren Beiträgen.‍

Teilnehmer:innen

Jutta Allmendinger
Jutta Allmendinger | Photo: David Ausserhofer

Jutta Allmendinger ist eine deutsche Soziologin. Nach Stationen unter anderen an der Harvard University, der Ludwig-Maximilian-Universität in München und dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, ist Prof. Allmendinger seit April 2007 Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. 2013 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland. 2014 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Universität Tampere verliehen. 2018 war sie eine der ersten Thomas Mann Fellows. Allmendinger ist in zahlreichen Beiräten im In- und Ausland tätig. 2021 wurde sie von Papst Franziskus als Mitglied der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften berufen.

Irmela von der Lühe

Irmela von der Lühe war bis zu ihrer Emeritierung Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Gemeinsam mit Uwe Naumann gibt sie die Werke Erika Manns heraus, über die sie auch eine Biografie verfasst hat. 2019 kuratierte Irmela von der Lühe die erste Einzelausstellung zu Erika Mann in der Münchner Monacensia, unter dem Titel „Erika Mann. Kabarettistin. Kriegsreporterin. Politische Rednerin.

Heinrich Wefing

Heinrich Wefing ist ein vielfach ausgezeichneter Journalist, Architekturkritiker und Buchautor. Nach vielen Jahren bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als Kulturkorrespondent in Berlin und Westküsten-Korrespondent in San Francisco wechselte er 2008 zu DIE ZEIT. Seit 2018 leitet er dort das Politikressort. Er gehört zu den Initiatoren der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde.

Felix Heidenreich

Felix Heidenreich studierte Politikwissenschaften, Philosophie sowie mittlere und neuere Geschichte in Heidelberg, Paris und Berlin. Er arbeitet als wissenschaftlicher Koordinator am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart und lehrt im Fachbereich Politikwissenschaft. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Themen wie Nachhaltigkeit und Demokratie, politische Emotionen, Theorien der Gerechtigkeit, politische Metaphorologie und Kulturpolitik. 2022 erschien seine neuste Monographie Demokratie als Zumutung – für eine andere Bürgerlichkeit.

Benno Herz

Benno Herz arbeitete in der Online-Kommunikation des Städel Museums Frankfurt, bevor er 2019 als Projekt- und Kommunikationsmanager ans Thomas Mann House kam. Zuvor studierte er Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt, mit dem Forschungsschwerpunkt Ästhetik der sozialen Medien. Seit 2009 ist er in verschiedenen Musik- und Filmprojekten auch kreativ tätig. Er ist Mitherausgeber und Co-Autor der Publikation Thomas Mann's Los Angeles: Stories from Exile 1940–1952 (Angel City Press, 2022). Seit Mai 2022 ist Benno Herz Programmdirektor am Thomas Mann House.

Nikolai Blaumer

Nikolai Blaumer war von der Eröffnung des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles im Jahr 2018 bis Mai 2022 Programmdirektor. Er promovierte in Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und lehrte an der LMU, der Bauhaus-Universität Weimar und an der University of California in Los Angeles. Seit 2014 ist er für die Abteilung Kultur des Goethe-Instituts tätig. Blaumer ist Mitherausgeber des Buches Teilen und Tauschen (S. Fischer Verlag, 2017) sowie Thomas Mann's Los Angeles: Stories from Exile 1940-1952 (Angel City Press, 2022).

Partner

Eine Veranstaltung der Berthold Leibinger Stiftung, in Kooperation mit Universität Stuttgart, Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. und Deutsch-Amerikanisches Zentrum/James-F.-Byrnes-Institut e. V.

 

Donnerstag, 02.11.2023

Marta - Eine Installation von Sonya Schönberger

Villa Oppenheim (Schloßstraße 55, 14059 Berlin)

Info

Drei Monate lang hat die Künstlerin Sonya Schönberger in Marta Feuchtwangers Zimmer in der Villa Aurora geschlafen, gearbeitet, aus dem Fenster geschaut, sich in ihrem Spiegel gesehen, persönliche Dinge in den Möbeln verstaut. Marta und ihr Ehemann Lion flohen nach ihrem Exil in Südfrankreich in die USA. Im Jahr 1942 zogen sie in das Haus am Paseo Miramar. Marta widmete viele Jahre ihres Lebens dem Nachlass ihres Mannes, der heute an der University of Southern California (USC) aufbewahrt wird.

Im Depot fanden sich auch unauffällige Gegenstände von Marta, die ohne Erklärung in scheinbar willkürlich zusammengestellten kleinen Kisten lagerten. Sonya Schönberger wandte ihre Aufmerksamkeit diesen Objekten zu, inszenierte und dokumentierte sie, um auf diese Weise einen tieferen Einblick in das Leben und Schaffen von Marta Feuchtwanger zu gewinnen.

Eine Ausstellung des Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim