Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
Dezember 2019
Democracy under Threat? The Role of Media in the Age of Populism
Berlin

with
Karen Attiah
Global Opinions Editor, The Washington Post
Ines Pohl
Editor-in-Chief, Deutsche Welle
moderated by
Barbara Junge
Deputy Editor-in-Chief, taz
Die traditionellen Medien geraten zunehmend in Bedrängnis. Ihre Einfluss als die Vierte Gewalt schwindet und viele stellen ihre Rolle als fairer Informationsvermittler infrage. Wie sollten die Medien auf anhaltende Angriffe immer mächtigerer populistischer Kräfte reagieren? Wie können Medien Verantwortung übernehmen und Vertrauen wiederherstellen? Ist die Pressefreiheit in Gefahr und wenn ja, wie kann sie verteidigt werden? Was werden die Konsequenzen für die Demokratie sein? Was können wir für die US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 erwarten?
Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „The Backlash Against Liberal Democracy“, in der einflussreiche Stimmen aus Europa und den Vereinigten Staaten zusammenkommen, um verschiedene Aspekte der Herausforderungen zu beleuchten, denen sich die liberalen Demokratien gegenübersehen. Zu den Rednern gehörten bisher Timothy Snyder, Daniel Ziblatt und Francis Fukuyama.
In Kooperation mit The German Marshall Fund of the United States und taz. Mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.
Location
taz Kantine, Friedrichstraße 21, 10969 Berlin
Bei Anmeldewünschen oder Fragen kontaktieren Sie uns bitte per Email (mirko.lux@vatmh.org).
Bringing It All Back Home: Thomas Mann, America, and Democracy
Los Angeles


Bringing It All Back Home: Thomas Mann, America, and Democracy
So bewundernswert Thomas Manns entschiedener Einsatz für die Demokratie in Zeiten der Nazi-Barbarei zweifellos ist – seine Vorstellungen von Demokratie sind durchaus schillernd. Kritiker haben dies immer wieder betont: Was Mann unter Demokratie verstehe, sei aus politischer oder juristischer Perspektive nur als naiv zu bezeichnen. Dieses kritische Verständnis beruht allerdings auf einem Missverständnis. Thomas Mann interessiert sich für die Demokratie als Grundbedingung unserer Existenz als moderne Menschen. Dementsprechend ist sein demokratisches Ideal nicht von der Theorie geprägt, sondern von der Literatur, insbesondere von Walt Whitman, dessen Werke er bereits in den zwanziger Jahren studierte. Hieraus erklärt sich auch, weshalb Manns politisches Engagement in den USA so anschlussfähig war: Hinsichtlich seines Demokratieverständnisses kam der Exilant nicht als Fremder in die Vereinigten Staaten – er kam nach Hause.
Ein Lunchtalk mit Kai Sina (Universität Göttingen), moderiert von David Kim (UCLA)
Kai Sina ist Literaturwissenschaftler an der Universität Göttingen. Zu seinen Forschungsgegenständen zählt die Transatlantische Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 2017 veröffentlichte er einen Essay über Susan Sontag und Thomas Mann (Wallstein-Verlag), noch in diesem Jahr wird die Studie „Kollektivpoetik. Zu einer Literatur der offenen Gesellschaft in der Moderne“ (Walter de Gruyter) folgen.
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
„On: Changing Times“ - Buchpräsentation mit Armen Avanessian
Los Angeles

Die Veröffentlichung von Thomas Mann Fellow Armen Avanessians neuem Buch „Metaphysik zur Zeit“ ist begleitet von nicht nur einer Veranstaltung, sondern gleich einer Serie von realen, spekulativen und symbolischen Buchpräsentationen. Die Veranstaltungen sind das Ergebnis rekursiver Begegnungen Avanessians mit Künstler*Innen und Institutionen in Los Angeles.
„Metaphysik zur Zeit“ unternimmt den Versuch, die Bedeutung der großen metaphysischen Kategorien für die Gegenwart wieder fruchtbar zu machen: Indem es aufzeigt, wie die gegenwärtige Misere uns geradewegs dazu zwingt, sich dieser Kategorien wieder anzunehmen und ihnen zugleich eine radikal neue Wendung zu geben. Angeregt von der Umwertung des Absoluten in der zeitgenössischen spekulativen Philosophie, nimmt sich Armen Avanessian aufs Neue Kategorien wie Substanz und Akzidens, Form und Materie, Leben und Tod vor, um sie in jäher Weise umzukrempeln. Die in Los Angeles ansässigen Künstler*Innen Scarlett Kim, Eric Fanghanel und Parch Es reagieren auf Avanessians Aktivitäten in Form von mikrokulturellen Produktionen: performative Strategien, relationale Scores und mediale Interventionen. Die Kollision und Intersektion zwischen diesen sollen so Avanessians „Metaphysik zur Zeit“ ins Leben rufen. Ausgehend von dem Buch entsteht ein Netz an Verbindungen zwischen Deutschland und den USA, dem Thomas Mann House und den Universitäten in Los Angeles, zwischen großen Institutionen und Graswurzelbewegungen, sowie akademischen Diskursen und Kunstinstallationen.
Die Veranstaltung „On: Changing Times" ist eine Unterhaltung zwischen Arne de Boever und Armen Avanessian zum Thema Zeit. Die Künstler*Innen Scarlett Kim und Parch Es werden in das Gespräch eingreifen, indem sie von Schriftsteller William Burroughs entwickelte Techniken zur Veränderung von Zeit anwenden.
Armen Avanessian studierte in Wien und Paris Philosophie und Politikwissenschaften. Nachdem er seine Promotion in den Literaturwissenschaft abschloss, arbeitete er 2007–2014 an der Freien Universität Berlin. Er war zuvor Visiting Fellow in der Germanistik sowohl an der Columbia University als auch in Yale, sowie Visiting Professor für zahlreiche Kunstakademien in Europa und den Vereinigten Staaten. In Berlin ist Avanessian Herausgeber beim Merve Verlag und für das Theorieprogramm der international angesehenen Volksbühne zuständig. Er ist Mitbegründer der bilingualen Forschungsplattform Spekulative Poetik (www.spekulative-poetik.de), die für eine Reihe von Veranstaltungen, Übersetzungen und Veröffentlichungen verantwortlich sind. Seine Arbeiten sind in verschiedene Sprachen übersetzt. Vorgesehen sind zwei neue Einzelwerke, One plus One und I —I (Merve, 2019), die beide in Kollaboration mit Anke Hennig geschrieben wurden. Auf English steht die Publikation von Future Metaphysics (Polity, 2019) bevor.
Ort:
Mittwoch, 4. Dezember, California Institute of the Arts
14:00 - 16:00 Uhr
xbox (Main Gallery Conference Room)
24700 McBean Pkwy
Valencia, CA 91355
Diese Veranstaltung ist öffentlich.
Vortrag von Stefan Keppler-Tasaki: „Mit dem Auge des Weltbürgers“. Alfred Döblin als Berliner und Kosmopolit
Los Angeles

Mit seiner Repräsentation der Massen hat der Berliner Romanautor und Exilschriftsteller Alfred Döblin ein neues Element in die moderne deutsche Literatur eingeführt. Döblin hat einen berechtigten Ruf als der Barde Berlins. Von Beginn an hat er seinen epischen Stil jedoch nicht allein vor dem Hintergrund Berlins verfolgt, sondern vermittelt auch durch die Beispiele von China, Warschau, Paris und amerikanischen Städten wie Los Angeles, wo er von 1940 bis 1945 gelebt hat. Psychiater von Beruf und Proletarier aus Überzeugung verweigerte er den Kosmopolitismus als großbürgerliche Lebensstilentscheidung, eröffnete dafür aber die Perspektive auf einen proletarischen Kosmopolitismus. Daher auch seine Bemerkung in „Eindrücke von New York“ (1939): „Sobald wir den Fuß auf amerikanischen Boden setzen, sind wir arme Leute, Proletarier.“ – Der Vortrag behandelt den Schnittpunkt von Döblins Berlin-Bildern mit seinen internationalen Erfahrungen.
USC Vorlesungsreihe„Exile and Resistance – Migrants and Refugees in Literature, History, and Public Affairs“. Die Vorlesungsreihe ist eine Kooperation von USC Libraries, USC Dornsife’s Department of French and Italian und USC Dornsife’s Max Kade Institute for Austrian-German-Swiss Studies.
Stefan Keppler-Tasaki (Thomas Mann Fellow) ist Professor für moderne deutsche Literatur an der University of Tokyo, Graduate School of Humanities and Sociology / Faculty of Letters seit 2012 sowie Einstein Visiting Fellow der FU Berlin seit 2014. Autor unter anderem von Grenzen des Ich. Die Verfassung des Subjekts in Goethes Roman und Erzählungen (De Gruyter, 2006) und Alfred Döblin. Massen, Medien, Metropolen (Königshausen & Neumann, 2018). Gründungsmitherausgeber der Buchreihen WeltLiteraturen (De Gruyter) und Rezeptionskulturen (Königshausen & Neumann).
Location:
USC Max Kade Institute
Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. is supported by the German Federal Foreign Office and Federal Government Commissioner for Culture and the Media.
Right-Wing (Media) Spaces
Los Angeles


Sowohl die USA als auch Europa erleben seit einigen Jahren die Rückkehr rechter Tendenzen in der politischen Landschaft. Dieser Aufstieg einer (neuen) politischen Rechten hat auch unsere physischen und digitalen Landschaften angesteckt. Philosoph und Thomas Mann Fellow Armen Avanessian lädt ein zu einem Abend der vergleichenden örtlichen und politischen Untersuchung: Wie werden Gebäude, Strukturen und Monumente zu Orten des politischen Kampfs um Bedeutung, Mythos und Hegemonie? Wie hat sich das „Hinterland“ in ein ideologisches Randgebiet entwickelt? Sind neue Technologien neutrale Werkzeuge, gleichermaßen von verschiedenen politischen Akteuren genutzt, oder sind sie selbst ein Grund für Populismus und Polarisierung? Schließen Sie sich Avanessian und seinen Gästen am 6. Dezember in NAVEL an, wenn Sie sich politischen Extremisten in Europa, den USA und online an die Fersen heften.
Stephan Trüby (Institut für Grundlagen moderner Architektur, Stuttgart) wird seine Forschung des Europäischen Kontexts präsentieren. Die Ergebnisse seines Projekts wurden in der Edition Rechte Räume des Berliner Magazins ARCH+ veröffentlicht und folgen dem Ziel, den Architekturdiskurs fundamental zu re-politisieren: „Rechte Räume“ werden nicht im Hinblick auf „gute“ oder „schlechte“ Architektur besprochen, sondern mit einem Verständnis dafür, wie Politik Raum einnimmt.
Nach seiner Präsentation sind Armen Avanessians amerikanische Gäste dazu eingeladen, die Konversation in den lokalen Kontext zu verlagern. Safiya Noble (UCLA) wird die Schaffung rechter Räume und Infrastrukturen online besprechen, sowie die Vorurteile, Ungerechtigkeiten und den Rassismus, der algorithmischer Architektur innewohnt. Jason Luger (UC Berkeley) wird den amerikanischen urbanen und regionalen Rand sowie die Suburbanisierung der Rechten genauer betrachten.
Armen Avanessian studied philosophy and political science in Vienna and Paris. He has taught at the Freie Universität Berlin, Columbia University, Yale University as well as various art academies in Europe and the US. In Berlin, Avanessian is the editor at large at Merve Verlag and runs the theory program "Avanessian and Enemies" at the internationally acclaimed theatre Volksbühne.
Jason Luger is an urban geographer and lecturer in the UC Berkeley College of Environmental Design. His research focuses on urban space: the politics of space, the networks of space, and the interface between digital space and place. In particular, he is interested in authoritarian urban space, offline and online.
Safiya Umoja Noble is an Associate Professor at UCLA in Information Studies and the Co-Director of the UCLA Center for Critical Internet Inquiry. She is the author of a best-selling book on racist and sexist algorithmic bias in commercial search engines, Algorithms of Oppression: How Search Engines Reinforce Racism (NYU Press).
Stephan Trüby is a professor and director of the Institute for Architecture and Cultural Theory (IGmA) at the University of Stuttgart. His publications include Exit-Architecture. Design between War and Peace(2008), Germania, Venezia. The German Entries to the Venice Architecture Biennale since 1991 (2016, with Verena Hartbaum) and History of the Corridor (2018). He is a permanent contributor to the journal ARCH+.
Location:
NAVEL
1611 S Hope Street
Los Angeles, CA 90015
Bitte melden Sie sich hier an:
https://withfriends.co/event/3078529/ring_wing_media_spaces
In Kooperation mit NAVEL
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Seminar: Futuros posibles #1: La verdad es ciencia es ficción
Mexiko-Stadt

Philosoph und Thomas Mann Fellow Armen Avanessian hält ein zweiteiliges Seminar am Museo Tamayo in Mexiko-Stadt. Der erste Teil ist ein Screening seines Films Hyperstition, der zweite Teil ist eine offene Diskussion über den Film und zwei einführende Texte zu spekulativem Realismus und Akzelerationismus, welche den Teilnehmer*innen im Vorfeld weitergeleitet werden. Während des Seminars wird Armen Avanessian auch über seine auf Spanisch erschienenen Werke sprechen: Aceleracionismo. Caja Negra Editora. Miamificación y Realismo Especulativo. Materia Obscura Editorial.
Armen Avanessian hat in Wien und Paris Philosophie und Politikwissenschaft, sowie in Bielefeld Literaturwissenschaft studiert. Nach Abschluss seiner Dissertation war er einige Jahre als freier Journalist, Redakteur und im Verlagswesen in Paris und London tätig und von 2007-2014 an der FU-Berlin. 2011 war er Visiting Fellow am German Department der Columbia University, 2012 Visiting Fellow am German Department der Yale University. In den letzten Jahren hatte er mehrere Gastprofessuren und -dozenturen an unterschiedlichen Kunstakademien in Nürnberg, Wien, Basel, Kopenhagen, Paris und Kalifornien (CalArts) inne. Er ist Gründer der Rechercheplattform www.spekulative-poetik.de und www.bureauforculturalstrategies.com, sowie Redakteur und Herausgeber einer Buchreihe beim MERVE Verlag. In Berlin organisiert er eine wöchentliche Theorieserie in der Volksbühne Berlin. Seine Bücher und zahlreichen Sammelbände wurden in diverse Sprachen übersetzt.
Location:
Av. Paseo de la Reforma 51
Polanco, Bosque de Chapultepec I Secc, Miguel Hidalgo
11580 Ciudad de México, CDMX, Mexico
Zur Registrierung
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
„Introduction: Metaphysics“ - Buchpräsentation mit Armen Avanessian
Los Angeles

Die Veröffentlichung von Thomas Mann Fellow Armen Avanessians neuem Buch „Metaphysik zur Zeit“ ist begleitet von nicht nur einer Veranstaltung, sondern gleich einer Serie von realen, spekulativen und symbolischen Buchpräsentationen. Die Veranstaltungen sind das Ergebnis rekursiver Begegnungen Avanessians mit Künstler*Innen und Institutionen in Los Angeles.
„Metaphysik zur Zeit“ unternimmt den Versuch, die Bedeutung der großen metaphysischen Kategorien für die Gegenwart wieder fruchtbar zu machen: Indem es aufzeigt, wie die gegenwärtige Misere uns geradewegs dazu zwingt, sich dieser Kategorien wieder anzunehmen und ihnen zugleich eine radikal neue Wendung zu geben. Angeregt von der Umwertung des Absoluten in der zeitgenössischen spekulativen Philosophie, nimmt sich Armen Avanessian aufs Neue Kategorien wie Substanz und Akzidens, Form und Materie, Leben und Tod vor, um sie in jäher Weise umzukrempeln. Die in Los Angeles ansässigen Künstler*Innen Scarlett Kim, Eric Fanghanel und Parch Es reagieren auf Avanessians Aktivitäten in Form von mikrokulturellen Produktionen: performative Strategien, relationale Scores und mediale Interventionen. Die Kollision und Intersektion zwischen diesen sollen so Avanessians „Metaphysik zur Zeit“ ins Leben rufen. Ausgehend von dem Buch entsteht ein Netz an Verbindungen zwischen Deutschland und den USA, dem Thomas Mann House und den Universitäten in Los Angeles, zwischen großen Institutionen und Graswurzelbewegungen, sowie akademischen Diskursen und Kunstinstallationen.
Die Veranstaltung „Introduction: Metaphysics“ ist eine gemeinsame Buchpräsentation von Avanessian und Künstler Warren Neidich. Die Autoren werden Ihre neuen Bücher „Metaphysik zur Zeit“ und „Glossary of Cognitive Activism" diskutieren.
Armen Avanessian studierte in Wien und Paris Philosophie und Politikwissenschaften. Nachdem er seine Promotion in den Literaturwissenschaft abschloss, arbeitete er 2007–2014 an der Freien Universität Berlin. Er war zuvor Visiting Fellow in der Germanistik sowohl an der Columbia University als auch in Yale, sowie Visiting Professor für zahlreiche Kunstakademien in Europa und den Vereinigten Staaten. In Berlin ist Avanessian Herausgeber beim Merve Verlag und für das Theorieprogramm der international angesehenen Volksbühne zuständig. Er ist Mitbegründer der bilingualen Forschungsplattform Spekulative Poetik (www.spekulative-poetik.de), die für eine Reihe von Veranstaltungen, Übersetzungen und Veröffentlichungen verantwortlich sind. Seine Arbeiten sind in verschiedene Sprachen übersetzt. Vorgesehen sind zwei neue Einzelwerke, One plus One und I —I (Merve, 2019), die beide in Kollaboration mit Anke Hennig geschrieben wurden. Auf English steht die Publikation von Future Metaphysics (Polity, 2019) bevor.
Ort:
Sonntag, 15. Dezember bei Hauser & Wirth
15:00 - 17:00 Uhr
901-909 E 3rd St,
Los Angeles, CA 90013
Diese Veranstaltung ist öffentlich.
Ein Liederabend mit Michael Volle und Bill Kinderman
Los Angeles

Als eigene “Gefühls- und Gesinnungswelt” bezeichnete Thomas Mann das deutsche Kunstlied. Bereits zu Kindheits- und Jugendtagen begeisterte sich Mann für die Lieder von Schubert, Schumann, Franz, Brahms, Liszt und die “ersten nachwagnerischen Kundgebungen”. Über die Freundschaft mit dem Dirigenten und Pianisten Bruno Walter wurden Liederabende später ein fester Bestandteil im Leben der Familie Mann. Manns Leidenschaft galt insbesondere Schumann. Über dessen Lied Zwielicht sagt er, “man kann kaum etwas Schöneres hören” und bewundert dessen “lyrische Verschmelzung von Wort und Ton im Liede”.
Im Geiste der musikalischen Salons der Familie Mann kommt der gefeierte Bariton Michael Volle für einen Liederabend an den San Remo Drive. Begleitet wird er durch den Pianisten William Kinderman, Professor an der Herb Alpert School of Music (UCLA).
Michael Volle gilt als einer der renommiertesten Sänger unserer Zeit. Der Bariton ist Dauergast an Opernhäusern wie der Metropolitan Opera New York, den Staatsopern in München und Wien, dem Teatro alla Scala Milan und dem Royal Opera House in London. Er ist einer der führenden Interpreten deutschen Repertoires, beispielsweise in Titelrollen von Wagners Der fliegende Holländer, in der Rolle des Wotan/Wanderer im Ring der Nibelungen oder auch als Barak in Richard Strauss Die Frau ohne Schatten. Volle ist ein engagierter Liedersänger und häufiger Gast in weltweit bekannten Konzerthäusern und Orchestern.
William Kinderman, 1952 geboren in Philadelphia in den Vereinigten Staaten von Amerika, studierte Philosophie and der Universität Wien sowie Musik in Yale und der University of California in Berkeley, wo er 1980 promovierte. Zu seinen bekanntesten Klavierlehrern gehörte Dieter Weber an der Hochschule für Musik in Wien. Kinderman erhielt bereits Auszeichnungen von der Alexander von Humboldt Stiftung und dem Humanities Research Council of Canada. Er ist Inhaber des Leo M. Klein und Elaine Krown Lehrstuhl in Performance Studies und Professor für Musik an der UCLA Herb Alpert School of Music.
Programm
Richard Wagner | Blick ich umher in diesem edlen Kreise (Tannhäuser) |
Robert Schumann | Lieder nach Heinrich Heine |
Abends am Strand op.45,3 | |
Der arme Peter I-III op.53,3 | |
Tragödie I/II op.64,3 | |
Die Lotosblume op.25,7 | |
Dein Angesicht, so lieb und schön op.127,2 | |
Erich Wolfgang Korngold | Mein Sehnen, mein Wähnen (Die tote Stadt) |
Franz Schubert |
3 italienische Lieder D 911 |
L'incanto degli occhi (Metastasio) | |
Il traditor deluso (Metastasio) | |
Il modo di prender moglie (anonym) | |
Richard Wagner | Wie Todesahnung.../O du mein holder Abendstern (Tannhäuser) |
Gustav Mahler | Lieder nach Friedrich Rückert |
Ich atmet' ein linden Duft | |
Liebst Du um Schönheit | |
Blicke mir nicht in die Lieder | |
Um Mitternacht | |
Ich bin der Welt abhanden gekommen |
Location
Thomas Mann House
1550 N San Remo Drive
Pacific Palisades, CA 90272
Teilnahme nur auf Einladung.
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
„Dieser absurde Zustand Europas.“
Berlin
Prof. Dr. Friedhelm Marx (Universität Bamberg & Thomas Mann Fellow 2020)
„Dieser absurde Zustand Europas.“
Thomas Manns Europa-Vorstellungen in der Weimarer Republik
In den Krisenjahren der Weimarer Republik schrieb Thomas Mann der kulturellen und politischen Einigung Europas eine wachsende Bedeutung zu. Je stärker die nationalistischen Bewegungen (nicht nur) in Deutschland wurden, desto vehementer votierte er in Essays und politischen Stellungnahmen für eine Überwindung der innereuropäischen Gegensätze, etwa in der Rede „Europa als Kulturgemeinschaft“, die er am 18.5.1930 beim zweiten Paneuropa-Kongress in Berlin hielt.
Der Beitrag stellt die wichtigsten Europa-Ideen und -Initiativen Thomas Manns einschließlich ihrer Wahrnehmung in der Presse der Weimarer Republik vor und verbindet sie mit dem ästhetischen Projekt einer Europäisierung der Prosa, dem er sich schon mit den Buddenbrooks verschrieben hatte.