Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
März 2021
Freedom from Fear: Videoreihe mit Felicitas Hoppe, Sasha Waltz, Peter Sellars, Sam Durant, Rainer Forst, Martha Nussbaum & weiteren Gästen
Berlin
Mit unserer Videoreihe „Freedom from Fear“ der Berliner Regisseure Florian Giefer und Peter Göltenboth (pet&flo directors) präsentieren wir in vierzehn dialogischen Episoden die Reflexionen prominenter Künstler:innen, Autor:innen, Philosoph:innen und Wissenschaftler:innen aus Los Angeles und Deutschland zum Menschenrecht auf ein Leben ohne Angst.
Die ersten sechs Folgen sind ab dem 4. März um 18 Uhr an der Fassade des STUDIO Я des Gorki Theaters für alle Spaziergänger:innen kostenfrei zu sehen. Online feiert die erste Episode parallel auf unserem YouTube-Kanal Premiere.
Während Franklin D. Roosevelt mit seiner Forderung nach „Freedom from Fear“ vor allem die Überwindung von Krieg und Gewalt im Blick hatte, sind es heute die globalen Folgen der Pandemie, der Erderwärmung, der rasanten digitalen Entwicklung und des damit einhergehenden gesellschaftlichen Wandels, die weltweit Ängste auslösen. Als Seismographen unserer Gesellschaft reflektieren unter anderen Felicitas Hoppe, Sam Durant, Sasha Waltz, Rosa Barba, Peter Sellars, Mohamed Amjahid, Rainer Forst, Martha Nussbaum und James Conlon die Bedeutung des Rechtes auf ein Leben ohne Angst und suchen nach Antworten, wie Literatur, Kunst, Tanz, Musik, Philosophie und Politik soziale Angst überwinden kann.
Premiere am 4. März, 18 Uhr
5. bis 14. März, jeweils von 16 bis 22 Uhr
Fassade des Studio Я im Maxim Gorki Theater, Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin
In Kooperation mit
Radical Diversity: Diskussionsreihe mit Mohamed Amjahid & Max Czollek (San Francisco)
Online


Mohamed Amjahid und Max Czollek kommen mit amerikanischen Gästen ins Gespräch über Strategien für eine offenere, vielfältigere, gerechtere Gesellschaft in Deutschland und den USA. Thomas Mann Fellow und Autor Mohamed Amjahid und Poet und Publizist Max Czollek sprechen über erfolgreichen politischen Aktivismus für mehr Diversität. Sie diskutierten die Rolle von Geschichtspolitik für den Integrationsdiskurs in beiden Ländern und stellen die Frage: Wie drückt sich die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt in Politik und Kunst beider Länder aus? Was sind Gegenentwürfe zu weißer, hegemonialer Kultur?
Zur zweiten Ausgabe der Diskussionsreihe Radical Diversity in diesem Jahr in San Francisco haben wir Abby Abinanti eingeladen, Chief Judge beim Yurok Tribe in Klamath/Kalifornien. Der Yurok Tribe ist aktuell der größte in Kalifornien mit mehr als 6000 Mitgliedern. Max Czollek und Mohamed Amjahid werden mit Abby Abinanti über Unterschiede in Wertesystemen und im Umgang mit Traditionen sprechen, über ihre Arbeit, die Werte des Tribes wiederzubeleben und über ihren Ansatz zur Gerechtigkeit, der die Stärkung der Community zentral stellt.
Teilnehmer*innen
Abby Abinanti, Yurok Chief Judge, ist ein eingeschriebenes Mitglied des Yurok Tribes. Sie trägt einen Doktortitel in Rechtswissenschaften von der University of New Mexico School of Law und war die erste kalifornische Frau indigener Abstammung, die als Rechtsanwältin in Kalifornien zugelassen wurde. Sie war über 17 Jahre lang State Judicial Officer (Commissioner) am Unified Family Court (Family/Dependency/Delinquency). Sie trat im September 2011 aus dem Superior Court aus und wurde am 31. Juli 2014 als Commissioner in San Francisco in Teilzeit und als Duty Judge beim Gericht wiederernannt. Seit 1997 war sie Richterin am Yurok Tribal Court und wurde 2007 zum Chief Tribal Court Judge ernannt, eine Position, die sie gemeinsam mit ihrer Aufgabe als Superior Court bis 2015 innehatte.
Mohamed Amjahid wurde als Sohn von so genannten Gastarbeitern in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Politikwissenschaft in Berlin und Kairo und forschte an verschiedenen anthropologischen Projekten in Nordafrika. Während seines Studiums arbeitete er als Journalist für die taz, die Frankfurter Rundschau und den Deutschlandfunk. Er arbeitete als politischer Reporter für die Wochenzeitung Die Zeit und das Zeit Magazin. Anthropologisch und journalistisch beschäftigt er sich mit Menschenrechten, Gleichberechtigung und Umbrüchen in den USA, Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Mohamed Amjahid ist Thomas-Mann Fellow 2020.
Dr. Max Czollek wurde 1987 in Berlin geboren, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Im Jahr 2012 schloss er sein Studium der Politikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin ab. Im Jahr 2016 schloss er sein Promotionsstudium am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) ab. Seit 2009 ist Czollek Mitglied des Lyrikkollektivs G13, das Bücher veröffentlicht und Vorträge organisiert. Von 2013 bis 2018 war er Kurator des internationalen Projekts Babelsprech International, dessen Ziel es war, die Vernetzung junger deutschsprachiger und europäischer Poesie- und Lyrikergemeinschaften zu fördern. Im Jahr 2018 erschien sein Aufsatz Desintegriert Euch! bei Carl Hanser.
Online Webinar am 10.03.2021, 22:00 (MEZ). Bitte hier registrieren.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Diese Veranstaltung findet auf Englisch statt.
LAYKA Lens Series: "Sumurun:" Virtuelle Diskussion mit Boris Dralyuk, Deniz Göktürk & Nikolai Blaumer
Online


Kurz vor seiner Emigration in die Vereinigten Staaten schuf der Regisseur Ernst Lubitsch einen Stummfilm, in dem er selbst zum letzten Mal als Schauspieler mitwirkte. Der Film Sumurun (1920), der im Badgad des ‘Goldenen Zeitalters’ spielt, erzählt von der unerwiderten Liebe eines Buckligen (gespielt von Lubitsch) zu einer reisenden Tänzerin. Thomas Mann sah den Film 1920 in München und verarbeitete das Filmerlebnis später in seinem Roman Der Zauberberg. Während Sumurun häufig wegen Stereotypen und einer verzerrten Darstellung von Geschichte kritisiert wurde, kann der dem Film oft vorgeworfene Orientalismus auch als eine europäische Projektion gelesen werden, die heute viel Aufschluss gibt über die deutsche Gesellschaft nach dem Ende des Kaiserreichs sowie der frühen Weimarer Republik.
Die Veranstaltung war Teil der Reihe LAYKA Lens Series von Yiddishkayt in Zusammenarbeit mit dem Thomas Mann Haus und Los Angeles Review of Books.
Die Diskussion findet am 14. März um, 11 a.m. (PST) / 19:00 Uhr (CET) in englischer Sprache statt. Wir empfehlen die vorherige Sichtung des Films hier.
Teilnehmer*innen
Deniz Göktürk, Professorin am German Department der UC Berkeley. Ihre Forschungsschwerpunkte sind bewegte Bilder, mehrsprachige Literatur und Theorien zu Migration, sozialer Interaktion und ästhetischer Intervention im globalen Kontext.
Boris Dralyuk, Chefredakteur der Los Angeles Review of Books. Er ist literarischer Übersetzer, Autor und der Herausgeber des Bandes 1917: Stories and Poems from the Russian Revolution (Pushkin Press, 2016).
Nikolai Blaumer, Programmdirektor des Thomas Mann House. Seit 2014 war Nikolai Blaumer als Referent der Abteilung Kultur des Goethe-Instituts tätig. Er ist Mitherausgeber des Bands Teilen und Tauschen (S. Fischer Verlag, 2017).
Das Gespräch wird moderiert von Rob Adler Peckerar, Executive Director von Yiddishkayt.
Schauen Sie "Sumurun" hier:
Schauen Sie die Diskussion hier:
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe LAYKA Lens Series von Yiddishkayt in Zusammenarbeit mit dem Thomas Mann Haus und Los Angeles Review of Books.
The Socio-Economic Impact of the Pandemic mit Jutta Allmendinger, Birte Meier & Richard V. Reeves
Online
Während die COVID-19-Pandemie weiterhin Leben auf der ganzen Welt beeinträchtigt, wird deutlich, dass die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen einen regressiven Effekt auf die Gleichstellung der Geschlechter haben. Die Soziologin Jutta Allmendinger vermutete kürzlich, dass die Pandemie Deutschland in Bezug auf die erreichte Gleichstellung von Männern und Frauen um 30 Jahre zurückwerfen werde. Vor allem Mütter seien durch die bisherige Corona Politik benachteiligt. Aber war die Situation jemals wirklich besser? Oder verschärft die Pandemie nur Ungleichheiten, die es schon lange vor dem Virus gab, wie der Ökonom Richard V. Reeves meint?
An der Podiumsdiskussion nehmen Jutta Allmendinger (Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, WZB) und Richard V. Reeves (Senior Fellow und Direktor der Future of the Middle Class Initiative, The Brookings Institution) teil. Moderiert wird die Diskussion von Birte Meier (Journalistin, ZDF), deren Aufenthalt im Thomas Mann House in Los Angeles zur Arbeit an "Equal Pay in Kalifornien und was Deutschland davon lernen kann" durch die Coronavirus-Pandemie unterbrochen wurde.
In Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und dem American Council on Germany

Die Thomas Mann Fellowships werden gefördert von der Berthold Leibinger Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Europeans in Exile: Thomas Mann’s L.A. | Capstone Seminar an der UCLA
Los Angeles

In diesem Spring Quarter bieten das Digital Humanities Department der University of California Los Angeles und das Thomas Mann House ein Seminar über europäisches Exil in Kalifornien an. Es basiert auf der Online-Reihe Mann's L.A.
Thomas Mann war einer von vielen europäischen Künstlern und Intellektuellen, die Los Angeles in den 1930er und 40er Jahren zu ihrer neuen Heimat machten. Das Seminar beleuchtet Manns Verbindungen zur Stadt und sein Netzwerk von Intellektuellen, mit denen er im Dialog stand, wie den Soziologen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, Schriftstellern wie Christopher Isherwood und Aldous Huxley, den Komponisten Arnold Schoenberg und Igor Stravinsky sowie den Filmemachern Ernst Lubitsch und Jean Renoir.
Das Seminar wird von Professorin Wendy Perla Kurtz und Anthony Caldwell, Assistant Director des Digital Research Consortium an der UCLA, geleitet und von Nikolai Blaumer, Programmdirektor des Thomas Mann House, sowie Benno Herz, Projekt- und Kommunikationsmanager im Thomas Mann House, angeboten. In Lesungen, Workshops und Diskussionen werden die Studierenden Praktiken der digitalen Geisteswissenschaften mit den inhaltlichen Themen des Kurses verbinden.
Weitere Informationen: https://dh.ucla.edu/undergradcourses/
Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. is supported by the German Federal Foreign Office and Federal Government Commissioner for Culture and the Media.
Radical Diversity: Diskussionsreihe mit Mohamed Amjahid & Max Czollek (New York)
Online


Die nächste Folge von Radical Diversity macht Halt in New York, einem der Zentren für Medien und Journalismus in den USA. Journalistin, Autorin und Redakteurin Carla Murphy, die sich mit Ungleichheit und Vielfalt im Journalismus beschäftigt, wird mit Max Czollek und Mohamed Amjahid darüber sprechen, wie man diverse und nachhaltige Redaktionen aufbaut und wie wir die problematische Geschichte von 'Objektivität' im Journalismus hinterfragen kann.
Mohamed Amjahid und Max Czollek kommen mit amerikanischen Gästen ins Gespräch über Strategien für eine offenere, vielfältigere, gerechtere Gesellschaft in Deutschland und den USA. Thomas Mann Fellow und Autor Mohamed Amjahid und Poet und Publizist Max Czollek sprechen über erfolgreichen politischen Aktivismus für mehr Diversität. Sie diskutierten die Rolle von Geschichtspolitik für den Integrationsdiskurs in beiden Ländern und stellen die Frage: Wie drückt sich die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt in Politik und Kunst beider Länder aus? Was sind Gegenentwürfe zu weißer, hegemonialer Kultur?
Teilnehmer*innen
Carla Murphy ist Journalistin und redaktionelle Beraterin. Ihr Kampf als Reporterin, Nachrichten für und nicht über marginalisierte oder einkommensschwache Gemeinschaften zu berichten, treibt ihren aktuellen Fokus auf Reformen im Journalismus an. Im Rahmen der News Integrity Initiative leitet sie datengestützte Diversity-Projekte für Student*innen und Journalist*innen. Sie ist Redakteurin des Lewis Raven Wallace Podcasts und hat im Auftrag des Center for Community Media die Studie The State of Black News Media in the U.S. verfasst.
Mohamed Amjahid wurde als Sohn von so genannten Gastarbeitern in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Politikwissenschaft in Berlin und Kairo und forschte an verschiedenen anthropologischen Projekten in Nordafrika. Während seines Studiums arbeitete er als Journalist für die taz, die Frankfurter Rundschau und den Deutschlandfunk. Er arbeitete als politischer Reporter für die Wochenzeitung Die Zeit und das Zeit Magazin. Anthropologisch und journalistisch beschäftigt er sich mit Menschenrechten, Gleichberechtigung und Umbrüchen in den USA, Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Mohamed Amjahid ist Thomas-Mann Fellow 2020.
Max Czollek wurde 1987 in Berlin geboren, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Im Jahr 2012 schloss er sein Studium der Politikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin ab. Im Jahr 2016 schloss er sein Promotionsstudium am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) ab. Seit 2009 ist Czollek Mitglied des Lyrikkollektivs G13, das Bücher veröffentlicht und Vorträge organisiert. Von 2013 bis 2018 war er Kurator des internationalen Projekts Babelsprech International, dessen Ziel es war, die Vernetzung junger deutschsprachiger und europäischer Poesie- und Lyrikergemeinschaften zu fördern. Im Jahr 2018 erschien sein Aufsatz Desintegriert Euch! bei Carl Hanser.
Online Webinar am 31.03.2021, 18:00 (MEZ). Bitte hier registrieren.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Diese Veranstaltung findet auf Englisch statt.