Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
Dezember 2021
Beyond the Virgin Land
Los Angeles
Autorin Alexandra Kleeman im Gespräch mit Thomas Mann Fellow Heike Paul.

In ihrem neuesten Roman Something New Under the Sun erzählt die New Yorker Autorin Alexandra Kleeman von einem Romanautor, der die dunkle Seite Hollywoods entdeckt. Sie beschreibt ein Kalifornien, das durch Dürren und Waldbrände gezeichnet ist und in dem sich nur noch Reiche das Überleben leisten können.
Im Gespräch mit Heike Paul, Amerikanistin und Fellow des Thomas Mann House, wird Kleeman über alte und neue Mythen des amerikanischen Westens nachdenken. Welche Rolle spielt Hollywood für jene mythischen Hoffnungen und Sehnsüchte, aber auch deren Entzauberung? Was macht Hollywood als Ort so besonders, um über den Zustand des Landes und der Welt nachzudenken? Und was kann Literatur dazu beitragen, um kulturelle Vorstellungen neu zu schreiben, die eine nachhaltigen Zukunft vorstellbar – und realisierbar – machen?
Participants

Alexandra Kleeman ist Autorin der Romane Something New Under the Sun (2021) und You Too Can Have a Body Like Mine (2016), der von der New York Times als Editor's Choice ausgezeichnet wurde. Ihre Belletristik wurde u. a. in The New Yorker, The Paris Review, Zoetrope, Conjunctions und Guernica veröffentlicht. Ihre weiteren Texte erschienen in Harper's, The New York Times Magazine, Vogue, Tin House, n+1 und The Guardian. Sie ist Preisträgerin des Berlin Prize und des Bard Fiction Prize und war Fellow an der American Academy in Rom. Sie lebt in Staten Island und unterrichtet an der New School.

Heike Paul ist Professorin für Amerikanistik, insbesondere nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet einer kulturhermeneutisch orientierten Amerikanistik beschäftigen sich u. a. mit kulturellen Mustern der Gemeinschaftsbildung in den USA. 2018 wurde ihr der Leibniz-Preis und 2021 der Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst verliehen. Zu ihren Veröffentlichungen zählen unter anderem: Amerikanischer Staatsbürgersentimentalismus (2021), The Myths That Made America (2014) und Kulturkontakt und Racial Presences: Afro-Amerikaner und die deutsche Amerika-Literatur, 1815-1914 (2005).
Location:
Thomas Mann House
1550 N San Remo Drive
Pacific Palisades, CA 90272
By invitation only.
An event by the Thomas Mann House.
The Regime of the Charlatan
Los Angeles
Literaturwissenschaftlerin Veronika Fuechtner im Gespräch mit Thomas Mann Fellow Claus Leggewie. Moderiert von Alexandra Lieben.

Politikwissenschaftler Claus Leggewie und Literaturwissenschaftlerin Veronika Fuechtner kommen in ein Gespräch über die faszinierende Macht von Scharlatanen, ihre Techniken und Menschen, die sich ihnen ergeben. Die Figur des Scharlatans, der Fähigkeiten vortäuscht und andere hinters Licht führt, zieht sich durch die Geschichte von Literatur wie Politik. Was macht es bis heute so schwer, Scharlatane zu entlarven und bekämpfen?
Hintergrundfolie des Gesprächs im Thomas Mann House ist Manns Novelle Mario und der Zauberer, die der Schriftsteller 1930 nach einer Reise ins faschistische Italien schrieb. Einige Jahre später veranlasste es die Schriftstellerin Grete De Francesco zu ihrer umfassenden Studie Die Macht des Charlatans, die jüngst wieder vermehrt Aufmerksamkeit erfährt. Das Gespräch wird moderiert von Alexandra Lieben.
Participants

Veronika Fuechtner ist Chair of Jewish Studies and Associate Professor of German Studies in Dartmouth. Sie ist die Autorin von Berlin Psychoanalytic (2011) und Mitherausgeberin von Imagining Germany, Imagining Asia (mit Mary Rhiel, 2013) und A Global History of Sexual Science 1880-1960 (mit Douglas E. Haynes und Ryan Jones, 2017). Aktuell arbeitet sie an einer Monographie über Thomas Manns brasilianische Mutter und Manns Konstruktion von Rasse und "Deutschtum". Im Frühjahr 2020 war sie Fellow an der American Academy in Berlin.

Claus Leggewie ist Politikwissenschaftler und Ludwig-Börne-Professor an der Universität Gießen. Er leitete zehn Jahre lang das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen und war unter anderem Gastprofessor an der Universität Paris-Nanterre und der New York University (Max-Weber-Chair). Er ist unter anderem Autor der Bücher Breivik, Dugin, al-Suri & Co (2016), gemeinsam mit Patricia Nanz, Die Konsultative: Mehr Demokratie durch Bürgerbeteiligung (2018) und zuletzt, gemeinsam mit Federic Hanusch und Erik Meyer, Planetar denken (2021). Claus Leggewie ist 2021 Honorary Fellow des Thomas Mann House.

Alexandra Lieben ist stellvertretende Direktorin des UCLA Burkle Center for International Relations - und Dozentin an der Luskin School of Public Affairs. Sie war beratende Dozentin für mehrere Projekte mit sozialer Wirkung an der UCLA Anderson School of Management und unterrichtet Studenten der UCLA und Fachleute aus dem öffentlichen und privaten Sektor in den Bereichen Krisendeeskalation, Konfliktlösung und kulturelle Kompetenz. Sie ist Mitglied des Thomas Mann House Advisory Board.
Location:
Thomas Mann House
1550 N San Remo Drive
Pacific Palisades, CA 90272
By invitation only.
An event by the Thomas Mann House.