Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
August 2020
Ausstellung: Thomas Mann »DEMOCRACY WILL WIN!«
München

»Es ist mit der Selbstverständlichkeit der Demokratie in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen […] für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewußtmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung im Gedanken und im Gefühl.« - THOMAS MANN: VOM ZUKÜNFTIGEN SIEG DER DEMOKRATIE, 1938
Aktuell erleben wir, dass die Grundwerte der Demokratie in Frage gestellt werden. Populismus und Nationalismus setzen demokratische Gesellschaften massiv unter Druck. Die Ausstellung » Thomas Mann: Democracy will win!« des Literaturhauses München versteht sich als konkreter Beitrag zur aktuellen Debatte um unsere Demokratie. Sie soll zu ihrer »Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewusstmachung«, zur »Erneuerung der Demokratie im Gedanken und im Gefühl« beitragen.
In Kooperation mit dem LITERATURHAUS MÜNCHEN. Gefördert vom Auswärtigen Amt.
Location
Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München
täglich 11-18 Uhr
Euro 7.- / 5.-
STUDENTEN-SPECIAL: Studierende zahlen montags nur 2.- Euro!
#democracywillwin
Salon am Hügel: Auf den Palisaden
Online

Andreas Platthaus und Thomas Demand sprechen über Amerika, Häuser, Trump und Thomas Mann im Live-Stream aus der Villa Hügel
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Salon am Hügel“ treffen der Künstler Thomas Demand und FAZ-Feuilletonist und Autor Andreas Platthaus am 20. August um 18 Uhr in der Villa Hügel aufeinander. Die gemeinsame Veranstaltung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und des Thomas Mann House wird als Live-Streams übertragen.
Sie sprechen über den Einfluss Thomas Manns auf ihre künstlerische Tätigkeit, über ihre Wahrnehmung von Amerika und Trump, über Häuser als Sujet und vieles mehr. Begleitet wird das Gespräch von einer Lesung aus dem neuen Buch von Andreas Platthaus, das er während seines Aufenthaltes 2019 im Thomas Mann House in Los Angeles geschrieben hat. Das Buch mit dem Titel „Auf den Palisaden“ entstand zunächst in Form eines täglichen Blogs, der Platthaus‘ Begegnungen und Eindrücke als Thomas Mann Fellow reflektierte. Für den Fotokünstler Thomas Demand, der in Los Angeles lebt und arbeitet, spielen Häuser und Orte eine zentrale Rolle.
Andreas Platthaus ist seit 1997 Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitet derzeit das Ressort „Literatur und literarisches Leben“. 2017 erfolgte die Ernennung zum Chevalier des Arts et des Lettres durch die Französische Republik. Während seines Fellowships am Thomas Mann House arbeitete Platthaus vor allem an Nachforschungen zu seinem neuen Buch über das Bauhaus im Exil.
Thomas Demand ist bekannt für seine großformatigen Fotografien. Indem er dreidimensionale, meist lebensgroße Modelle aus Papier und Karton von Orten realisiert, die in ihrer Thematik oft auf vorgefundene Bilder aus den Massenmedien Bezug nehmen, und indem er die so entstandenen Szenerien fotografiert, schafft er ganz eigene Artefakte, die mit den Vorstellungen des Betrachters von Fiktion und Wirklichkeit spielen. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Museen und Sammlungen vertreten, darunter im Museum of Modern Art, New York, im Guggenheim Museum, New York, und der Tate Modern, London.
Eine Veranstaltung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und Thomas Mann House.
Die Thomas Mann Fellowships werden gefördert von der Berthold Leibinger Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Weitere Informationen und den Live-Stream finden Sie auch unter www.krupp-stiftung.de
Radical Diversity: Diskussionsreihe mit Mohamed Amjahid und Max Czollek
Online


Mohamed Amjahid und Max Czollek kommen mit amerikanischen Gästen ins Gespräch über Strategien für eine offenere, vielfältigere, gerechtere Gesellschaft in Deutschland und den USA. Thomas Mann Fellow und Autor Mohamed Amjahid und Poet und Publizist Max Czollek sprechen über erfolgreichen politischen Aktivismus für mehr Diversität. Sie diskutierten die Rolle von Geschichtspolitik für den Integrationsdiskurs in beiden Ländern und stellen die Frage: Wie drückt sich die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt in Politik und Kunst beider Länder aus? Was sind Gegenentwürfe zu weißer, hegemonialer Kultur?
Erster Gast der Reihe ist Priscilla Layne, eine der Vordenkerinnen der Black German Studies und Professorin an der University of North Carolina at Chapel Hill.
Teilnehmer*Innen
Mohamed Amjahid wurde als Sohn von so genannten Gastarbeitern in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Politikwissenschaft in Berlin und Kairo und forschte an verschiedenen anthropologischen Projekten in Nordafrika. Während seines Studiums arbeitete er als Journalist für die taz, die Frankfurter Rundschau und den Deutschlandfunk. Er arbeitete als politischer Reporter für die Wochenzeitung Die Zeit und das Zeit Magazin. Anthropologisch und journalistisch beschäftigt er sich mit Menschenrechten, Gleichberechtigung und Umbrüchen in den USA, Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Mohamed Amjahid ist Thomas-Mann Fellow 2020.
Dr. Max Czollek wurde 1987 in Berlin geboren, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Im Jahr 2012 schloss er sein Studium der Politikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin ab. Im Jahr 2016 schloss er sein Promotionsstudium am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) ab. Seit 2009 ist Czollek Mitglied des Lyrikkollektivs G13, das Bücher veröffentlicht und Vorträge organisiert. Von 2013 bis 2018 war er Kurator des internationalen Projekts Babelsprech International, dessen Ziel es war, die Vernetzung junger deutschsprachiger und europäischer Poesie- und Lyrikergemeinschaften zu fördern. Im Jahr 2018 erschien sein Aufsatz Desintegriert Euch! bei Carl Hanser.
Priscilla Layne ist Professorin für Germanistik und African and African American Diaspora Studies an der University of North Carolina at Chapel Hill. In ihren Publikationen beschäftigt sie sich mit Themen „Blackness“ im deutschen Film, Protestbewegungen in der Nachkriegszeit und türkisch-deutscher Kultur. Sie ist Autorin von „White Rebels in Black: German Appropriation of African American Culture“, das 2018 bei der University of Michigan Press erschienen ist. Momentan arbeitet sie an einer Monografie über afro-deutschen Afrofuturismus.
Online Stream am 26.08.2020 um 21.00 Uhr (MEZ).
Die Teilnahme ist kostenlos.
Diese Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.