Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
Mai 2021
Europeans in Exile: Thomas Mann’s L.A. | Capstone Seminar an der UCLA
Los Angeles
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In diesem Spring Quarter bieten das Digital Humanities Department der University of California Los Angeles und das Thomas Mann House ein Seminar über europäisches Exil in Kalifornien an. Es basiert auf der Online-Reihe Mann's L.A.
Thomas Mann war einer von vielen europäischen Künstlern und Intellektuellen, die Los Angeles in den 1930er und 40er Jahren zu ihrer neuen Heimat machten. Das Seminar beleuchtet Manns Verbindungen zur Stadt und sein Netzwerk von Intellektuellen, mit denen er im Dialog stand, wie den Soziologen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, Schriftstellern wie Christopher Isherwood und Aldous Huxley, den Komponisten Arnold Schoenberg und Igor Stravinsky sowie den Filmemachern Ernst Lubitsch und Jean Renoir.
Das Seminar wird von Professorin Wendy Perla Kurtz und Anthony Caldwell, Assistant Director des Digital Research Consortium an der UCLA, geleitet und von Nikolai Blaumer, Programmdirektor des Thomas Mann House, sowie Benno Herz, Projekt- und Kommunikationsmanager im Thomas Mann House, angeboten. In Lesungen, Workshops und Diskussionen werden die Studierenden Praktiken der digitalen Geisteswissenschaften mit den inhaltlichen Themen des Kurses verbinden.
Weitere Informationen: https://dh.ucla.edu/undergradcourses/
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Das Seminar ist eine Kooperation des UCLA Digital Humanities Department und dem Thomas Mann House.
Überlebende der Bücherverbrennung: App Launch
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Anlässlich des Jahrestages der deutschlandweiten, vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund angeführten Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 erzählen wir Geschichten von elf Schriftsteller:innen, deren Werke bei der Bücherverbrennung vernichtet wurden. Die kostenlose Smartphone-App erzählt anhand ihrer Wohn- und Wirkstätten in Berlin sowie an fünf weiteren Orten, an denen das Zeitgeschehen thematisiert wird, bildreich und durch insgesamt 16 Hörstücke vom Leben in der Weimarer Republik, der Machtübernahme, den Schikanen und Verfolgungen durch die Nationalsozialisten, von der Flucht ins Ausland und dem Leben im Exil, der Rückkehr einiger nach Deutschland und der Rezeption ihrer Werke bis heute. Wir möchten damit die Aktualität der erzählten Schicksale und Werke aufzeigen und für die auch heute noch weltweit anhaltende Bedrohung der freien Meinungsäußerung sensibilisieren.
Neben Autorinnen wie Irmgard Keun, Nelly Sachs und Anna Seghers liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Autor:innen, die ihr Exil an der Westküste der USA verbrachten, dem sogenannten „Weimar am Pazifik“: Vicki Baum, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Thomas und Heinrich Mann, Erich Maria Remarque und Franz Werfel versuchten mit mehr oder minder großem Erfolg einen Neuanfang in Hollywood. „Überlebende der Bücherverbrennung“ erzählt nicht nur von den persönlichen Verlusten der Exilgeschichte, sondern auch von im Exil entstandenen neuen Werken, die bis heute Welterfolge der Literatur und des Theaters sind. Das Projekt spannt einen Bogen bis in die Gegenwart und zeigt die Aktualität ihrer Werke und die Erfahrungen der elf Autor:innen.
Das Online-Angebot „Überlebende der Bücherverbrennung“ erscheint am 9. Mai auf Deutsch und später im Monat Englisch in der berlinHistory App für Android und iOS. Autor ist der Literatur- und Kulturwissenschaftler Dr. Thomas Schneider. Innerhalb der App kann das Angebot über einen Klick auf das VATMH-Logo erreicht werden.
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In Kooperation mit BerlinHistory e.V.
Freiheit des Wortes – Wo gilt das noch?
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Nur 12 Ländern kann in Belangen der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit die Note „gut“ gegeben werden. So hat es die Organisation Reporter ohne Grenzen in einem aktuellen Bericht erklärt. Auch in Deutschland gab es noch nie so viele Übergriffe gegen Medienschaffende wie in den vergangenen Jahren. Weltweit sitzen mehr als 400 Journalist:innen und Blogger:innen in Haft: Eine davon ist die Vietnamesin Pham Doan Trang, die 2014 als Feuchtwanger Fellow in der Villa Aurora arbeitete und im vergangen Jahr verhaftet wurde. Sie analysierte Methoden der Meinungseinschränkung, die wir als Ausgangspunkt für Lesungen und eine Diskussion mit internationalen Künstler:innen und Autor:innen sowie Vertreter:innen aus Politik und Kultur nehmen wollen, um die Frage zu beleuchten: Wo gilt die Freiheit des Wortes noch?
Diese und viele weitere Fragen diskutieren Michelle Müntefering (Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt und Bundestagsabgeordnete aus Herne), Heike Catherina Mertens (Geschäftsführerin des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.), Ralf Nestmeyer (Vizepräsident PEN-Zentrum Deutschland und Writers-in-Prison-Beauftragter) und vor allem diese Künstler:innen und Autor:innen: Ghassan Hammash (syrischer Kulturmanager und Produzent; Gründer und Geschäftsführer von der Barzakh gGmbH), Çiğdem Akyol (deutsche Journalistin und Autorin), Nahed Al Essa (geflüchtet aus Syrien, lebt, arbeitet und schreibt in Deutschland), Enoh Meyomesse (kamerunischer Autor, Historiker, Blogger und politischer Aktivist, wurde nach vierjähriger Haft auf Initiative des Writers-in-Prison Programms Deutschland freigelassen und lebt seither in Darmstadt. Seit der Haft in Kamerun hat ihn Jürgen Strasser als deutschsprachiger Übersetzer begleitet), Şehbal Şenyurt Arınlı (türkische Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin und Journalistin, wurde 2017 inhaftiert und musste die Türkei verlassen, 2017-2020 Writers in Exile-Stipendiatin). Moderiert wird die Veranstaltung von Shelly Kupferberg.
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Eine Veranstaltung von VATMH, PEN-Zentrum Deutschland, Literaturhaus Berlin und Reporter ohne Grenzen Deutschland. In Kooperation mit dem Auswärtigen Amt.
Leadership in the Arts or Failure is what it's all about!
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Warum Scheitern ein mögliches Prinzip in der Lehre und der künstlerischen Praxis ist und wie ein Leben, das sich mit Kulturpolitik, Avantgarde, Philanthropie, Führung und "Karrierewegen" in der Kunst beschäftigt hat, in eine gesprächsbasierte Biografie verwandelt wurde, steht im Mittelpunkt der Online-Diskussion mit Mischa Kuball, Lilian Haberer, Steven D. Lavine und Jörn Jacob Rohwer.
Anlass für das Gespräch gibt die gerade erschienene Biografie des ehemaligen CalArts-Präsidenten Steven D. Lavine, die von Villa Aurora-Alumnus Jörn Jacon Rohwer verfasst wurde: Jörn Jacob Rohwer / Steven D. Lavine. Failure is What It's All About. A Life Devoted to Leadership in the Arts. Deutscher Kunstbuchverlag, 2021. ISBN: 978-3-422-98155-3, Preis: 34,90 € [D]
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In Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln.