Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House

Mai 2021

Montag, 29.03.2021

Europeans in Exile: Thomas Mann’s L.A. | Capstone Seminar an der UCLA

Los Angeles

In diesem Spring Quarter bieten das Digital Humanities Department der University of California Los Angeles und das Thomas Mann House ein Seminar über europäisches Exil in Kalifornien an. Es basiert auf der Online-Reihe Mann's L.A. 

Thomas Mann war einer von vielen europäischen Künstlern und Intellektuellen, die Los Angeles in den 1930er und 40er Jahren zu ihrer neuen Heimat machten. Das Seminar beleuchtet Manns Verbindungen zur Stadt und sein Netzwerk von Intellektuellen, mit denen er im Dialog stand, wie den Soziologen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, Schriftstellern wie Christopher Isherwood und Aldous Huxley, den Komponisten Arnold Schoenberg und Igor Stravinsky sowie den Filmemachern Ernst Lubitsch und Jean Renoir.   

Das Seminar wird von Professorin Wendy Perla Kurtz und Anthony Caldwell, Assistant Director des Digital Research Consortium an der UCLA, geleitet und von Nikolai Blaumer, Programmdirektor des Thomas Mann House, sowie Benno Herz, Projekt- und Kommunikationsmanager im Thomas Mann House, angeboten. In Lesungen, Workshops und Diskussionen werden die Studierenden Praktiken der digitalen Geisteswissenschaften mit den inhaltlichen Themen des Kurses verbinden. 

Weitere Informationen: https://dh.ucla.edu/undergradcourses/  


Das Seminar ist eine Kooperation des UCLA Digital Humanities Department und dem Thomas Mann House.


Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. is supported by the German Federal Foreign Office and Federal Government Commissioner for Culture and the Media.

            

 

Sonntag, 09.05.2021

Überlebende der Bücherverbrennung: App Launch

Online

Anlässlich des Jahrestages der deutschlandweiten, vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund angeführten Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 erzählen wir Geschichten von elf Schriftsteller:innen, deren Werke bei der Bücherverbrennung vernichtet wurden. Die kostenlose Smartphone-App erzählt anhand ihrer Wohn- und Wirkstätten in Berlin sowie an fünf weiteren Orten, an denen das Zeitgeschehen thematisiert wird, bildreich und durch insgesamt 16 Hörstücke vom Leben in der Weimarer Republik, der Machtübernahme, den Schikanen und Verfolgungen durch die Nationalsozialisten, von der Flucht ins Ausland und dem Leben im Exil, der Rückkehr einiger nach Deutschland und der Rezeption ihrer Werke bis heute. Wir möchten damit die Aktualität der erzählten Schicksale und Werke aufzeigen und für die auch heute noch weltweit anhaltende Bedrohung der freien Meinungsäußerung sensibilisieren.

Neben Autorinnen wie Irmgard Keun, Nelly Sachs und Anna Seghers liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Autor:innen, die ihr Exil an der Westküste der USA verbrachten, dem sogenannten „Weimar am Pazifik“: Vicki Baum, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Thomas und Heinrich Mann, Erich Maria Remarque und Franz Werfel versuchten mit mehr oder minder großem Erfolg einen Neuanfang in Hollywood. „Überlebende der Bücherverbrennung“ erzählt nicht nur von den persönlichen Verlusten der Exilgeschichte, sondern auch von im Exil entstandenen neuen Werken, die bis heute Welterfolge der Literatur und des Theaters sind. Das Projekt spannt einen Bogen bis in die Gegenwart und zeigt die Aktualität ihrer Werke und die Erfahrungen der elf Autor:innen.

Das Online-Angebot „Überlebende der Bücherverbrennung“ erscheint am 9. Mai auf Deutsch und später im Monat Englisch in der berlinHistory App für Android und iOS. Autor ist der Literatur- und Kulturwissenschaftler Dr. Thomas Schneider. Innerhalb der App kann das Angebot über einen Klick auf das VATMH-Logo erreicht werden.

 

 

In Kooperation mit BerlinHistory e.V.

Montag, 10.05.2021

Freiheit des Wortes – Wo gilt das noch? Mit Michelle Müntefering, Heike Catherina Mertens, Ghassan Hammash, Nahed Al Essa & weiteren Gästen

Online

Nur 12 Ländern kann in Belangen der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit die Note „gut“ gegeben werden. So hat es die Organisation Reporter ohne Grenzen in einem aktuellen Bericht erklärt. Auch in Deutschland gab es noch nie so viele Übergriffe gegen Medienschaffende wie in den vergangenen Jahren. Weltweit sitzen mehr als 400 Journalist:innen und Blogger:innen in Haft: Eine davon ist die Vietnamesin Pham Doan Trang, die 2014 als Feuchtwanger Fellow in der Villa Aurora arbeitete und im vergangen Jahr verhaftet wurde. Sie analysierte Methoden der Meinungseinschränkung, die wir als Ausgangspunkt für Lesungen und eine Diskussion mit internationalen Künstler:innen und Autor:innen sowie Vertreter:innen aus Politik und Kultur nehmen wollen, um die Frage zu beleuchten: Wo gilt die Freiheit des Wortes noch?

Diese und viele weitere Fragen diskutieren Michelle Müntefering (Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt und Bundestagsabgeordnete aus Herne), Heike Catherina Mertens (Geschäftsführerin des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.), Ralf Nestmeyer (Vizepräsident PEN-Zentrum Deutschland und Writers-in-Prison-Beauftragter) und vor allem diese Künstler:innen und Autor:innen: Ghassan Hammash (syrischer Kulturmanager und Produzent; Gründer und Geschäftsführer von der Barzakh gGmbH), Çiğdem Akyol (deutsche Journalistin und Autorin), Nahed Al Essa (geflüchtet aus Syrien, lebt, arbeitet und schreibt in Deutschland), Enoh Meyomesse (kamerunischer Autor, Historiker, Blogger und politischer Aktivist, wurde nach vierjähriger Haft auf Initiative des Writers-in-Prison Programms Deutschland freigelassen und lebt seither in Darmstadt. Seit der Haft in Kamerun hat ihn Jürgen Strasser als deutschsprachiger Übersetzer begleitet), Şehbal Şenyurt Arınlı (türkische Dokumentarfilmerin, Menschenrechtsaktivistin und Journalistin, wurde 2017 inhaftiert und musste die Türkei verlassen, 2017-2020 Writers in Exile-Stipendiatin). Moderiert wird die Veranstaltung von Shelly Kupferberg.

Mittwoch, 12.05.2021

Leadership in the Arts or Failure is what it's all about! Mit Mischa Kuball, Lilian Haberer, Steven D. Lavine & Jörn Jacob Rohwer

Online

Online-Diskussion mit Mischa Kuball, Lilian Haberer, Steven D. Lavine und Jörn Jacob Rohwer. Einführung: Heike Catherina Mertens / auf Englisch

Warum Scheitern ein mögliches Prinzip in der Lehre und der künstlerischen Praxis ist und wie ein Leben, das sich mit Kulturpolitik, Avantgarde, Philanthropie, Führung und "Karrierewegen" in der Kunst beschäftigt hat, in eine gesprächsbasierte Biografie verwandelt wurde, steht im Mittelpunkt der Online-Diskussion mit Mischa Kuball, Lilian Haberer, Steven D. Lavine und Jörn Jacob Rohwer.  

Anlass für das Gespräch gibt die gerade erschienene Biografie des ehemaligen CalArts-Präsidenten Steven D. Lavine, die von Villa Aurora-Alumnus Jörn Jacon Rohwer verfasst wurde: Jörn Jacob Rohwer / Steven D. Lavine. Failure is What It's All About. A Life Devoted to Leadership in the Arts. Deutscher Kunstbuchverlag, 2021. ISBN: 978-3-422-98155-3, Preis: 34,90 € [D] 

Zur Teilnahme an der Veranstaltung melden Sie sich bitte bis zum 9. Mai 2021 per E-Mail an: lecture120521@khm.de. Sie erhalten den Zoom-Link und das Passwort per Email am Vortag der Veranstaltung (11. Mai).

In Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln.

Samstag, 22.05.2021

Weighing Moral Goods in Corona Politics – Simone Chambers, Christoph Möllers & Julian Nida-Rümelin im Gespräch

Online

Politische Antworten auf die COVID-19 Pandemie erfordern eine Abwägung von moralischen und rechtlichen Gütern. Infektionsschutz und Fürsorge für vulnerable Gruppen stehen dabei anderen Gütern wie Versammlungsfreiheit, Recht auf Bildung oder das Recht auf freie Religionsausübung gegenüber. Entsprechende Abwägungen zu treffen, ist Teil von politischen Aushandlungsprozessen. Dabei kommt es innerhalb föderaler Demokratien, aber auch auf internationaler Ebene zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. So gelten etwa in Berlin andere Regelungen als in Los Angeles. Und während in Schweden und in einzelnen US-Bundesstaaten persönliche Handlungsfreiheit und individuelle Verantwortung betont werden, priorisieren viele andere Länder den Schutz der Schwächsten und setzen auf verpflichtende kollektive Maßnahmen.

Der Verfassungsrechtler und Thomas Mann Fellow Christoph Möllers (Humboldt-Universität zu Berlin) wird mit dem Philosophen Julian Nida-Rümelin (Ludwig-Maximilians-Universität München) und der Politikwissenschaftlerin Simone Chambers (University of California Irvine) ins Gespräch kommen. Welche ethischen und rechtlichen Konflikte sind für die Corona Politiken in Deutschland und den USA bedeutsam? Und was ist aus dieser Auseinandersetzung für eine demokratische Erneuerung zu lernen? Das Gespräch wird moderiert von Georg Diez. Diez ist Schriftsteller und langjähriger Journalist. Er arbeitet unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Die Zeit und als politischer Kolumnist für Spiegel Online. Er ist Chefredakteur des The New Institute.

Teilnehmer*innen

Simone Chambers ist Professorin für Politikwissenschaft an der University of California in Irvine. Sie forscht und publiziert zu Themen wie deliberative Demokratie, öffentliche Vernunft, Öffentlichkeit, Säkularismus, Rhetorik, Höflichkeit und zum Werk von Jürgen Habermas und John Rawls. Kürzlich veröffentlichte sie zusammen mit Peter Nosco einen Sammelband über Navigation im Pluralismus: Dissent on Core Beliefs: Religious and Secular Perspectives (Cambridge University Press, 2015). Sie arbeitet mit der Gruppe Participedia zusammen, die Daten über deliberative und partizipative Initiativen auf der ganzen Welt sammelt.

Christoph Möllers ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtswissenschaft an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind das deutsche, europäische und vergleichende Verfassungsrecht, regulierte Industrien, Demokratietheorie im öffentlichen Recht und die Theorie der Normativität. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und war Richter am Oberverwaltungsgericht in Berlin. Im Jahr 2016 wurde er mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ausgezeichnet. Möllers ist Thomas Mann Fellow 2021.

Julian Nida-Rümelin studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft in München und Tübingen. Seit 2004 lehrt er Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seine Forschungsgebiete sind die Theorie der Rationalität, Ethik und politische Philosophie. Nida-Rümelin war im ersten Kabinett Gerhard Schröders als Staatsminister für Kultur tätig. 2016 wurde er mit der Europamedaille der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. Nina-Rümelin ist stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. Gemeinsam mit Natalie Weidenfeld veröffentlichte er kürzlich das Buch Die Realität des Risikos (Piper Verlag).

Livestream am 22. Mai 2021 um 20:00 Uhr (MEZ).

Zum Stream.

Eintritt frei. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

 


Die Veranstaltung ist eine Kollaboration des Thomas Mann House und The New Institute.

Sonntag, 23.05.2021

Reflections of a Nonpolitical Man – Mark Lilla & Thea Dorn im Gespräch

Online

Thomas Manns Buch Betrachtungen eines Unpolitischen (1918) zeugt davon, wie der bürgerliche Schriftsteller Thomas Mann während des Ersten Weltkriegs zu einem glühenden Verfechter der deutschen Sache und einer Stimme der völkischen deutschen Rechten wurde. Während der Titel des 1918 erschienenen Buches eine Flucht vor dem Politischen suggeriert, stehen die Jahre des Ersten Weltkriegs für den Beginn von Thomas Manns wechselvollem Leben als politischer Schriftsteller.

Der Historiker Mark Lilla und die Publizistin Thea Dorn diskutieren, wie Thomas Mann vom überzeugten Antidemokraten zum Verfechter der Weimarer Republik wurde und was wir daraus lernen können, um aktuellen polarisierenden Tendenzen zu begegnen. Edwin Frank (New York Review Books) wird die Veranstaltung moderieren. Im Mai 2021 erscheint Reflections of a Nonpolitical Man bei New York Review Books als Teil ihrer NYRB Classics Edition.

Teilnehmer*innen

Mark Lilla ist Professor für Geisteswissenschaften an der Columbia University und ein preisgekrönter Essayist für die New York Review of Books. Zu seinen Büchern gehören The Once and Future Liberal. After Identity Politics; The Stillborn God: Religion, Politics und The Reckless Mind: Intellectuals in Politics. Er lebt in Brooklyn, New York.

Thea Dorn ist Autorin von preisgekrönten Romanen, Theaterstücken, Drehbüchern und Essays und seit März 2020 Hauptmoderatorin der Sendung Literarisches Quartett im deutschen Fernsehen. Zuletzt veröffentlichte sie das Buch Trost. Briefe an Max bei Penguin. Thea Dorn lebt in Berlin.

Das Gespräch wird moderiert von Edwin Frank. Frank wurde in Boulder, Colorado, geboren und studierte am Harvard College und an der Columbia University. Er ist der Autor von Snake Train: Poems 1984-2013 und Redaktionsleiter der Reihe NYRB Classics.

Livestream am 23. Mai 2021 um 11:00 Uhr (PST).

Bitte hier registrieren.

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

 


Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Thomas Mann House, New York Review Books, 1014 und Skylight Books.