Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House

Juni 2022

Donnerstag, 02.06.2022

“Against Reductionism: Some Considerations on Scaling” Lecture with Claus Pias

Los Angeles

Thomas Mann Fellow und Medienwissenschaftler Claus Pias (Leuphana Universität Lüneburg) reist für einen Vortrag und ein Gespräch mit Professor Emanuele Lugli  an die Stanford University.

Diese Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

There seems to be an unbridgeable gap between the large and the small. Although there usually is a scale by means of which large and small phenomena can be compared by measuring, considerable difficulties arise as soon as large things have to be reduced or small things enlarged. lt is only in this transition that it becomes apparent that different laws prevail on a large and small scale and that something that seemed self-evident on a certain interval of a scale suddenly no longer applies. Thus, rescaling is above all an epistemological problem: it is difficult to predict or estimate when qualitative changes will occur, or where theories will lose their explanatory power, or where applications will no longer be functional.

With the help of some examples, ClausPias will derive three heuristic dichotomies (reductionism/holism, quantity /quality, unity/disunity) that might be useful for a comparative history of scaling problems in different sciences. Furthermore, he shows that an awareness of the limits of scalability was already present when the modern scaling laws were formulated in the 17th century.

The event is open to the public. To RSVP please click here.


Attendance Information:

To RSVP for this conversation, please click here. Registration is free and open to the public.

Location:

Stanford University Building 260-252

Reception to follow in Oregon Courtyard

 


Eine Veranstaltung der Division of Literatures, Cultures, and Languages at Stanford University. Sponsored by the Stanford-Leuphana Summer Academy on Humanities and Media.

 

Freitag, 03.06.2022

Exit Exil. Fünf Frauenleben in L.A. (1/5): Geschichten von Marta

Radio

Photos: Marta Feuchtwanger © Randy Young, Courtesy of the Feuchtwanger Memorial Library (USC); Tanja Kinkel © FinePic

 

with Tanja Kinkel & Étienne Roeder.

von Étienne Roeder
Sendedatum: 3. Juni 2022
Sendezeit: 19:15 Uhr
Regie: Philippe Brühl
Produktion: Deutschlandfunk 2022
Weitere Informationen: www.hoerspielundfeature.de

It is well known that German artists and intellectuals fled to the USA during the Second World War. The Thomas Mann House and the Villa Aurora in Los Angeles bear witness to this. Little is known, however, about the women in exile. We want to change that.

Together with the successful writer and Villa Aurora alumna Tanja Kinkel, Étienne Roeder traces Marta Feuchtwanger in the first episode. Marta was a grande dame. She loved extravagant disguises and long party nights and made her shared home with the writer Lion Feuchtwanger the center of the artistic scene.

Whether in Munich, Berlin, on the run in France or, at last, in exile in Los Angeles; She was hands-on and athletic and saved her husband's life more than once. And she could tell stories - about her turtle with a sense of poetry or how she freed Lion from the prison camp.

Étienne Roeder, born in 1983 in Berlin, studied cultural anthropology, Latin American and Portuguese studies. For a time, the author of reportages and radio features lived in Portugal and Colombia. In 2018 he won the Åke Blomström Award of the EBU.

A cooperation of Villa Aurora & Thomas Mann House and Deutschlandfunk.

After being broadcast on the radio, the radio features "EXIT EXIL. Five Women's Lives in LA" will be presented in our app "Exit Exil," which will be available free of charge in the appshops later this summer. In the coming years, it will develop into a central platform for artistic, journalistic and academic contributions focusing on German-speaking exile in the US. Current debates on migration, identity, etc. will take a prominent place. EXIT EXIL is designed as a network project and will be successively expanded by further content from alumni of the VATMH residency programs and cooperation partners from culture and science.

EXIT EXIL was developed within the framework of "dive in. Program for Digital Interactions" of the German Federal Cultural Foundation, funded by the Federal Government Commissioner for Culture and the Media (BKM) in the NEUSTART KULTUR program.

Freitag, 10.06.2022

Exit Exil. Fünf Frauenleben in L.A. (2/5): Was hätte Marlene dazu gesagt?

Radio

 

mit Uisenma Borchu & Étienne Roeder

von Étienne Roeder
Sendedatum: 10. Juni 2022
Sendezeit: 19:15 Uhr
Regie: Philippe Brühl
Produktion: Deutschlandfunk 2022
Weitere Informationen: www.hoerspielundfeature.de

Marlene Dietrich kam der Karriere wegen nach Los Angeles. Doch nach der Machtergreifung der Nazis war klar, dass sie nicht mehr zurück nach Deutschland wollte. Filmemacherin Uisenma Borchu erzählt, wie sehr der Filmstar ihr Leben und Schaffen geprägt hat.

Uisenma Borchu kam Ende der 1980er-Jahre mit ihrer Familie aus der Mongolei in die DDR. Ihre Erinnerungen sind geprägt von Rassismus und dem Gefühl, nicht dazu zu gehören. Mit 12 Jahren lernte sie Marlene Dietrich kennen und war fasziniert von deren Unangepasstheit.
Bis heute hat sie ein Faible für die Filmdiva, die Männer und Frauen um den Finger wickelte, stets ihren eigenen Prinzipien treu blieb und nie dem Locken der Nationalsozialisten nachgegeben hat.
 
Zusammen mit Étienne Roeder erkundet Uisenma Borchu, Stipendiatin der Villa Aurora in L.A, die eher unbekannten Seiten von Marlene Dietrichs Leben und erzählt bei einer privaten Filmvorführung in München, wie „die Dietrich“ auch in Borchus erstem Spielfilm „Schau mich nicht so an“ ihre Spuren hinterlassen hat.

Eine Kooperation von Villa Aurora & Thomas Mann House und Deutschlandfunk.

Die Radiofeatures "EXIT EXIL. 5 Frauenleben in LA" werden nach der Ausstrahlung im Radio in unserer App "Exit Exil" präsentiert, die ab Sommer 2022 in den Appshops kostenlos verfügbar sein wird. Sie wird sich in den kommenden Jahren zu einer zentralen Plattform für künstlerische, journalistische und wissenschaftliche Beiträge mit dem Schwerpunkt des deutschsprachigen Exils in den USA entwickeln. Aktuell geführte Debatten um Migration, Identität usw. nehmen dabei einen prominenten Platz ein. EXIT EXIL ist als Netzwerkprojekt angelegt und wird sukzessive um weitere Inhalte von Alumni der VATMH-Residenzprogramme und Kooperationspartner:innen aus Kultur und Wissenschaft erweitert. Die Infrastruktur der App ist auf zehn Jahre gesichert.

EXIT EXIL wurde entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.

Freitag, 17.06.2022

Exit Exil. Fünf Frauenleben in L.A. (3/5): Evas Geister

Radio

 

mit Anna Haifisch & Étienne Roeder

von Étienne Roeder
Sendedatum: 17. Juni 2022
Sendezeit: 19:15 Uhr
Regie: Philippe Brühl
Produktion: Deutschlandfunk 2022
Weitere Informationen: www.hoerspielundfeature.de

Steinreiche Erbin, Geliebte zahlreicher Exil-Künstler und Geisterseherin: Eva Herrmann war die erste bekannte Karikaturistin der westlichen Welt und eine ungewöhnliche Frau für ihre Zeit. Comic-Zeichnerin Anna Haifisch will herausfinden, warum sie in Vergessenheit geraten ist.

Genau wie Marta Feuchtwanger bildete auch Eva Herrmann ein Zentrum des gesellschaftlichen Exil-Lebens während des Nationalsozialismus. Erst in Sanary-sur-Mer, später in Los Angeles veranstaltete sie Soiréen und Partys, pflegte Freundschaften und

Liebschaften zu Schriftstellern wie Thomas Mann und Aldous Huxley und unterstützte ihre Freunde großzügig mit Geld. Gleichzeitig zeichnete sie bissige Karikaturen von Bertolt Brecht, Arnold Zweig und ihrem Geliebten Lion Feuchtwanger. Warum ist diese schillernde Frau heute nahezu vergessen?

Die Leipziger Comicautorin und Villa Aurora-Stipendiatin Anna Haifisch erkundet zusammen mit Étienne Roeder das Leben der frühen Jetsetterin und entdeckt dabei überraschende Parallelen.

Eine Kooperation von Villa Aurora & Thomas Mann House und Deutschlandfunk.

Die Radiofeatures "EXIT EXIL. 5 Frauenleben in LA" werden nach der Ausstrahlung im Radio in unserer App "Exit Exil" präsentiert, die ab Sommer 2022 in den Appshops kostenlos verfügbar sein wird. Sie wird sich in den kommenden Jahren zu einer zentralen Plattform für künstlerische, journalistische und wissenschaftliche Beiträge mit dem Schwerpunkt des deutschsprachigen Exils in den USA entwickeln. Aktuell geführte Debatten um Migration, Identität usw. nehmen dabei einen prominenten Platz ein. EXIT EXIL ist als Netzwerkprojekt angelegt und wird sukzessive um weitere Inhalte von Alumni der VATMH-Residenzprogramme und Kooperationspartner:innen aus Kultur und Wissenschaft erweitert. Die Infrastruktur der App ist auf zehn Jahre gesichert.

EXIT EXIL wurde entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.

Mittwoch, 29.06.2022

The Democratic Potential of Citizens’ Assemblies: Diskussion mit Christine Landfried, James Fishkin & Joe Mathews

Los Angeles | Taper Auditorium L.A. Public Library

Die Politikwissenschaftlerin und 2022 Thomas Mann House Fellow Christine Landfried, Politikwissenschaftler James S. Fishkin und der Journalist Joe Mathews diskutieren über das demokratische Potenzial von Bürgerversammlungen. Moderiert von Dawn Nakagawa (Berggruen Institute).

Seit über einem Jahrzehnt lässt sich beobachten, wie die repräsentative Demokratie sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten zunehmend gefährdet ist. Ein wachsender Teil der Bevölkerung verliert nicht nur das Vertrauen in die politischen Eliten, sondern auch in demokratische Institutionen. Der Vertrauensverlust in die demokratische Staatsführung bedeutet auch, dass bei Vielen die Zukunftangst wächst. Kann eine aktivere politische Beteiligung Lösungen bieten, um Vertrauen in politische Institutionen zurückzugewinnen? Die Politikwissenschaftlerin und 2022 Thomas Mann Fellow Christine Landfried, Politikwissenschaftler James S. Fishkin (Stanford University) und der Journalist Joe Mathews diskutieren über das demokratische Potenzial von Bürgerversammlungen und wie diese zur Erneuerung der Demokratie auf beiden Seiten des Atlantiks beitragen können. Moderiert wird das Gespräch von der geschäftsführenden Vizepräsidentin des Berggruen-Instituts, Dawn Nakagawa. 

Neue Formen der Bürgerbeteiligung, wie etwa Bürgerversammlungen, sind ein Weg zur Stärkung der Demokratie: per Los ausgewählte Bürger:innen entwickeln auf der Grundlage umfassender Erörterung Vorschläge zur Lösung politischer Probleme und Streitfragen. So wurde etwa im kalifornischen Petaluma jüngst die erste kommunale Bürgerversammlung ins Leben gerufen. Bürger:innen geben dort Empfehlungen für die künftige Nutzung des städtischen Festplatzes ab - ein seit Jahren umstrittenes Thema. In der Europäischen Union machten sich kürzlich 800 Bürger:innen Gedanken über die Zukunft des Staatenverbundes und tauschten Ideen mit Politiker:innen aus. Diese "Konferenz zur Zukunft Europas" schlug dabei weitreichende Reformen vor, die zu notwendigen Vertragsänderungen führen soll, die von Politiker:innen lange Zeit vermieden wurden. Die Frage ist: Kann es solchen Versammlungen gelingen, der Erosion der repräsentativen Demokratie dauerhaft entgegenzuwirken?

Diese Veranstaltung findet am 28. Juni um 18 Uhr im Taper Auditorium der Los Angeles Central Library statt. Der Eintritt ist frei. Eine Aufzeichnung der Diskussion erscheint auf unserem YouTube-Kanal! Die Diskussion ist auf englischer Sprache.

Teilnehmer:innen

© Stanford

James S. Fishkin hält den Janet M. Peck-Lehrstuhl für internationale Kommunikation an der Stanford University, wo er Professor für Kommunikation, Professor für Politikwissenschaft und Direktor des Center for Deliberative Democracy ist. Fishkin ist vor allem für die Entwicklung der Praxis des "Deliberative Polling" bekannt, einer Art öffentlicher Befragung, bei der anhand von Stichproben untersucht wird, wie sich Meinungen von Bürger:innen ändern würden, wenn sie besser informiert wären. Im Jahr 2019 initiierte James S. Fishkin "America in One Room", eine Versammlung von 500 amerikanischen Wahlberechtigten, die so ausgewählt wurden, dass sie eine genaue, repräsentative Stichprobe der gesamten amerikanischen Wähler:innenschaft in all ihrer politischen, kulturellen und demografischen Vielfalt bilden.

 

Bert Brüggemann

Christine Landfried ist emeritierte Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Hamburg. Gastprofessuren führten sie an die Sciences Po in Paris, an die University of California in Berkeley und an die Yale Law School. Von 2014 bis 2016 hatte sie den Max-Weber-Lehrstuhl an der New York University inne. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die politische Rolle von Verfassungsgerichten, die europäische Integration und die Rolle der Kunst in demokratischen Gesellschaften. In ihren Studien über die EU analysiert sie die Bedingungen, unter denen kulturelle, wirtschaftliche und politische Unterschiede ein Potenzial für demokratisches Regieren darstellen können. Die Ergebnisse ihrer Forschungen veröffentlicht sie in Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Neuen Zürcher Zeitung sowie im Verfassungsblog. Christine Landfried ist 2022 Thomas Mann Fellow. 

kvpr

Joe Mathews ist Redakteur für Kalifornien und Innovation bei Zocalo Public Square. Er war als Reporter für die Los Angeles Times, das Wall Street Journal und die Baltimore Sun tätig. Er ist Mitautor von California Crackup: How Reform Broke the Golden State and How We Can Fix It und Autor von The People's Machine: Arnold Schwarzenegger and the Rise of Blockbuster Democracy. Er ist Ko-Vorsitzender des Global Forum on Modern Direct Democracy. Desweiteren ist er Professor für Praxis an der School of Public Affairs der Arizona State University, Fellow am Center for Social Cohesion der ASU und gemeinsam mit Bruno Kaufmann Präsident des Global Forum on Modern Direct Democracy, das Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Aktivist:innen und andere Expert:innen für Initiativen, Referenden und neue Formen der deliberativen und partizipativen Demokratie zusammenbringt. 

Dawn Nakagawa ist geschäftsführende Vizepräsidentin des Berggruen-Instituts, dessen Ziel es ist, das Verständnis für die großen Veränderungen unserer Zeit zu vertiefen und soziale und politische Institutionen zu entwickeln, die an diese Veränderungen angepasst sind. Sie ist Co-Direktorin des Programmbereichs Future of Democracy und leitet spezielle Projekte wie Renovating Democracy for the Digital Society. Sie hat einen MBA-Abschluss von der University of Chicago Booth School of Business und einen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaften von der McGill University in Kanada und sitzt im Beirat von Blueprints und der Blueprints and der Values Schools-Charterorganisation Think Long Committee, Inc.

 

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Eine Veranstaltung des Thomas Mann House in Kollaboration mit der Los Angeles Public Library und Zocalo Public Square.