Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House

November 2018

Donnerstag, 08.11.2018

Diskussion: Almost Total Recall. The Science and Ethics of Brain Implants

Los Angeles

Photo: CC by Neill Harbisson (https://www.flickr.com/photos/25958224@N02/8122856863)

Das Einsetzen von Gehirnimplantaten mit dem Ziel, das Erinnerungsvermögen zu vergrößern, gehörte früher ins Genre Science Fiction.  Heute stehen Gehirnimplantate, zu Recht im Zentrum der Forschung. Auf der Grundlage aktueller Prognosen wird die Zahl der Menschen, die im Jahr 2050 an verschiedenen Formen der Demenz, einschließlich Alzheimer leiden, 16 Millionen übersteigen. Hinzu kommen weitere Fälle von Gedächtnisverlust. Im Licht dieser Entwicklungen gehören effktive und genaue Messungen von Gehirnsignalen zu den größten Herausforderungen an die neuroprothetische Forschung.

Anwendungen dieser Neuroprothesen sind vielfältig: Sie werden bei der Diagnose und Kontrolle von Epilepsie, Alzeimer, der Parkinson-Krankheit oder sogar Depressionen eingesetzt. Ebenso begann die DARPA (Defence Advanced Research Projects Agency) vor mehr als dreißig Jahren die Erforschung von Neurotechnologie bei der Behandlung von Angehörigen des Militärs, die bei militärischen Auseinandersetzungen Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatten. Doch es gibt Entwicklungen in diesem Bereich, die uns innehalten lassen sollten. DARPA nutzt etwa dieselben Forschungsergebnisse, um bei der Ausbildung von Soldaten durch nicht-invasive Eingriffe an gesunden Individuen die Ausprägung komplexer, militärisch relevanter Fähigkeiten zu beschleunigen und zu verbessern.

Yiannos Manoli, Thomas Mann Fellow und Fritz-Hüttinger Professor für Mikroelektronik, diskutiert diese Entwicklungen auf dem Feld des biomedizinischen Neuro-Engineering und die sich daraus ergebenden moralischen und ethischen Fragen mit Dong Song, Professor für Neuronales Engineering an der University of Southern California und Janet Levin, Professorin für Philosophie an der University of Southern Califonia.


Location
Sidney Harman Academy for Polymathic Study, DML 241
University of Southern California, 3550 Trousdale Parkway, Los Angeles, CA 90089

Tickets
Der Eintritt ist frei.
Bitte melden Sie sich über www.usc.edu/esvp unter dem Betreff "RECALL" an.

Eine Veranstaltung der Sidney Harman Academy for Polymathic Study in Kooperation mit dem Thomas Mann House - Los Angeles
Dienstag, 13.11.2018

#FeminismToMe: Are You In?

Washington, DC

Jutta Allmendinger (oben, Fotografin: Inga Haar), Jane Godall (Foto: Privat)

Am 13. November, 18:30 Uhr, lädt das Goethe-Institut Washington Thomas Mann Fellow Jutta Allmendinger und die Unternehmerin Kate Goodall zu einem Gespräch über erwerbstätige Frauen und Feminismus im 21. Jahrhundert ein. Auf ihren Gebieten haben beide Gesprächspartnerinnen herausragende Erfolge errungen – Jutta Allmendinger mit empirischen Forschungen zu sozialer Ungleichheit, Kate Goodall mit weiblich geführten Unternehmen. Beide haben auf ihren Arbeitsfeldern ihre Genialität als starken Frauen unter Beweis gestellt. Allmendinger und Goodall werden diskutieren, wie sie in ihre heutigen Positionen gelangt sind. Sie werden über aktuelle Projekte und Ziele berichten. Wie hat Feminismus ihre Arbeit und ihre Leben beeinflusst? Es moderiert Cathleen Fisher.

Prof. Dr. Jutta Allmendinger ist Präsidentin des WZB Berlin und Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt Universität Berlin. Ihre Forschungsinteressen betreffen unter anderem Geschlechterunterschiede in der Arbeitswelt, Soziologie des Arbeitsmarktes, wachsende Ungleichheit in Europa und die Bildungsreform in Deutschland. Jutta Allmendinger erwarb ihren Ph.D. an der Harvard Universität und ist derzeit Fellow am Thomas Mann House, Los Angeles.

Kate Goodall ist Mitgründerin und CEO von Halcyon, einer gemeinnützigen Institution, die zur Lösung der Probleme des 21. Jahrhunderts beitragen will, in dem sie Räume zur Verfügung stellt und Kontakte zu heranwachsenden Führungspersönlichkeiten im Bereich soziales Unternehmertum und Kunst vermittelt. Goodall rief “By The People” ins Leben, ein internationales Kunst- und Innovationsfestival in Kooperation mit Smithsonian und weiteren Organisationen in Washington DC. In 2016 hat Goodall WE Capital mitgegründet, eine Vereinigung von führenden Geschäftsfrauen, die in die Unterstützung von Frauen und von Frauen geführten Unternehmen investiert.

Dr. Cathleen Fisher ist Präsidentin der American Friends der Alexander von Humboldt Stiftung. Sie engagiert sich seit über 25 Jahren für die transatlantischen und deutsch-amerikanischen Beziehungen. Von 2002-2006 war sie stellvertretende Direktorin des American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) der Johns Hopkins University. Vor ihrer Zeit bei AICGS war sie für zehn Jahre Senior Associate des Henry L. Stimson Center, wo sie unter anderem zur Kontrolle von Atomwaffen, Ausfuhrkontrollen und transatlantischen Sicherheitsfragen gearbeitet hat.


November 13, 2018, 18.30 Uhr
Empfang im Anschluss

Location
Goethe-Institut Washington, 1990 K St. NW, Suite 03, Washington, DC 20006

Tickets
Der Eintritt ist frei
RSVP via Eventbrite

An event by: Goethe-Institut Washington and Thomas Mann House, Los Angeles

With support by: German Historical Institute Washington DC and German Research Foundation

Montag, 19.11.2018

Lecture: Yiannos Manoli - A Fully Immersible Deep-Brain Probe with an Analog-to-Digital-Converter under each of the 144 Electrodes for Parallel Neural Recording

Los Angeles

The evolution of tissue-penetrating probes for high-density, deep-brain recording of in vivo neural activity is limited by the level of electronic integration on the probe shaft. As the number of electrodes increases, conventional devices need either a large number of interconnects at the base of the probe or allow only a reduced number of electrodes to be read out simultaneously. Active probes are used to improve the signal quality but still need to route these signals from the electrodes to a base where the readout electronics is located on a large area. In this talk, I present a modular and scalable architecture of a needle probe. Instead of routing or pre-buffering noise-sensitive analog signals along the shaft, it integrates the analog-to-digital conversion under each electrode in an area of 70 μm × 70 μm. The presented reconfigurable 11.5 mm probe with 144 integrated recording sites features a constant width of 70 μm and thickness of 50 μm from top to bottom for minimal tissue damage. The design eliminates the need for any additional readout circuitry at the top of the probe and connects with a digital 4-wire interface. Connected to a cable, it can be fully immersed in tissue for deep-brain recording applications.

Yiannos Manoli holds the Fritz Huettinger Chair of Microelectronics in the Department of Microsystems Engineering (IMTEK) at the University of Freiburg, Germany. He additionally serves as director of the Hahn-Schickard Institute. He is currently a Fellow at the Thomas Mann House in Pacific Palisades. His research interests are the design of low-voltage and low power, mixed-signal systems with over 300 papers published in these areas. The emphasis lies in Analog-to-Digital converters as well as in CMOS circuits for energy harvesting and sensor read-out. Further research activities concentrate on motion and vibration energy transducers and on inertial sensors.

Prof. Manoli received Best Paper Awards from ESSCIRC 2012, 2009 and 1988, PowerMEMS 2006, MWSCAS 2007 and MSE 2007. Spicy VOLTsim, a web-based animation and visualization of analog circuits, received the Multi-Media-Award of the University of Freiburg in 2005 (www.imtek.de/svs). He received the Best Teaching Award of the Faculty of Engineering in 2008 as well as the Excellence in Teaching Award of the University of Freiburg and the Teaching Award of the State of Baden-Württemberg, both in 2010. He holds a B.A. degree (summa cum laude) in Physics and Mathematics, a M.S. degree in Electrical Engineering and Computer Science from the University of California, Berkeley and the Dr.-Ing. degree in Electrical Engineering from the Gerhard Mercator University in Duisburg, Germany.


Location
UCLA, Engineering Bldg. VI, Mong Learning Center – EE-VI – #180
404 Westwood Plaza, Los Angeles, California 90095

For more information, contact Prof. Ankur Mehta (mehtank@ucla.edu)

Diskussion: I wish the rent was heaven sent - Housing precarity in Los Angeles and Berlin

Los Angeles

CC by Sasha Asensio (https://flic.kr/p/J5T5qj)

In LA wie Berlin hat sich die Zahl von wohnungslosen Menschen in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. Noch 2015 lebten in der deutschen Hauptstadt weniger als 17.000 Menschen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften. Für die nächsten Jahre rechnet man bereits mit 47.000 Betroffenen. Die Behörden drohen an der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten zu scheitern.
War Wohnungslosigkeit lange ein gesellschaftliches Randphänomen, so sind heute selbst Familien in der Mittelschicht betroffen. Gleiches gilt für Los Angeles, der Stadt mit den meisten Wohnungslosen in den Vereinigten Staaten. Viele Menschen ohne Bleibe leben hier in Autos, in Wohnmobilen oder Zelten. Oftmals sind sie erwerbstätig, können sich aber die hohen Mieten nicht leisten.

Jutta Allmendinger (Thomas Mann Fellow, WZB), Ananya Roy (UCLA) und Jürgen Robert von Mahs (The New School), diskutieren, wo Wurzeln für den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Los Angeles und Berlin liegen, welche Rolle dabei wirtschaftliche, rechtliche und kulturelle Faktoren spielen und was Maßnahmen und Initiativen sein könnten, um in beiden Sister Cities voneinander zu lernen. Es moderiert die Journalistin Caroline Porter.

Jutta Allmendinger ist Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) und Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt Universität zu Berlin. Ihre Forschungsinteressen betreffen unter anderem soziale Ungleichheit, Soziologie des Arbeitsmarktes und Sozialpolitik. Jutta Allmendinger hat an der Universität Harvard promoviert. Momentan ist sie eine der ersten Fellows im Thomas Mann House, Los Angeles.

Ananya Roy ist Professorin für Stadtplanung, Sozialfürsorge und Geographie und Direktorin des Instituts für Inequality and Democracy an der UCLA. Zuvor hatte Ananya Roy unter anderem eine Professur für Globale Armut an der University of California in Berkeley. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählt: Encountering Poverty: Thinking and Acting in an Unequal World (University of California Press, 2016).

Jürgen Robert von Mahs ist Associate Professor an der New School in New York City. Seine Interessen in Forschung und Lehre umfassen unter anderem Armut und Obdachlosigkeit, vergleichende Analysen zu Sozialpolitik, Globalisierungsprozesse und soziale Bewegungen. Zuletzt erschien von ihm unter anderem: Down and Out in Los Angeles and Berlin: The Sociospatial Exclusion of Homeless People (Temple University Press, 2015).


Location
Thomas Mann House, 1550 N San Remo Drive, Pacific Palisades, CA 90272

(By Invitation Only)

An event in cooperation with the Goethe-Institut Los Angeles