Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
Januar 2025
Doing Conspiracy Theory: A Reconstructive Approach to Suspicious Theorizing
University of California, San Diego (3000 Voigt Dr, La Jolla, CA 92093)
Teilnahme nur auf Einladung
Info
Verschwörungstheorien haben in öffentlichen Debatten und der Forschung Aufmerksamkeit erhalten. Was jedoch noch nicht untersucht und theoretisiert wurde, ist ihre Produktion als ein kollaborativer sozialer Prozess, insbesondere ihre komplexen sozialen Funktionen in verschiedenen kommunikativen Kontexten – alltägliche Interaktionen, Gespräche in sozialen Medien, Parteipolitik, politische Protestkommunikation und andere. Diese Präsentation skizziert diese Lücke und schlägt vor, sie zu schließen, indem der Fokus von der Überzeugung an Verschwörungstheorien auf das Problem des Machens von Verschwörungstheorien verschoben wird. Diese Perspektive hat das Potenzial, unser Verständnis der aktuellen Konjunktur des Verschwörungstheoretisierens als eine Konjunktur des freien (leeren) Antagonismus zu verbessern und könnte somit für das Verständnis der Produktion von umstrittenem politischen Wissen im Allgemeinen aufschlussreich sein.
Teilnehmer
Nils C. Kumkar studierte Soziologie und Volkswirtschaft in Göttingen und absolvierte ein Auslandsjahr an der UCLA. 2016 promovierte er am Leipziger DFG-Graduiertenkolleg „Critical Junctures of Globalization” mit einer Arbeit zu Krisenprotesten in den USA und Deutschland. Seit 2016 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am SOCIUM in Bremen, wo er zu politischem Konflikt, sozialer Ungleichheit, Digitalisierung, alternativen Fakten und Verschwörungstheorien forscht und publiziert.
Oper & Demokratie: „Muss denn in diesem Land immer alles politisch sein?“
LichtwarkTheater (Holzhude 1, 21029 Hamburg)
Info
Im Dialog mit dem Musikwissenschaftler Holger Noltze und der Sachbuchautorin Inge Kloepfer blickt Kent Nagano auf seine erfolgreiche Zeit als Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters zurück. Welche Rolle spielt die Oper heute in der demokratischen Stadtgesellschaft und wie kann sie Menschen als Institution und durch ihre Kunst zusammenbringen?
Im Anschluss erklingt Musik von Ernst Krenek, dem politischen Komponisten par excellence, der in seinen Werken, wie etwa seinem berühmten Einakter Der Diktator (1926) über einen machthungrigen Herrscher, der einen Krieg initiiert, immer wieder über das gesellschaftliche Zusammenleben nachgedacht hat.
Auch für die Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung der Hamburgischen Staatsoper nach dem Zweiten Weltkrieg steuerte er eindrückliche Musik bei: seine im amerikanischen Exil komponierte Oper Pallas Athene weint – eine Parabel auf den Kampf um die Demokratie.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Staatsoper Hamburg und der Reihe Oper & Demokratie des Thomas Mann House, Los Angeles, statt. Sie wird von Thomas Mann-Fellow Kai Hinrich Müller kuratiert und war seit Januar 2024 an verschiedenen Spielstätten zu Gast.