Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
November 2022
City of Refuge: Exile, Dispossession, and Cultural Renaissance
Los Angeles, UCLA Luskin Conference Center (UCLA Luskin Hotel & Conference Center)
Information
Dr. Alison Rose Jeffersons Vortrag befasst sich mit den Enklaven der kalifornischen Küstenzone und ihrer Bedeutung als Orte innerhalb der afroamerikanischen Erfahrung. Dr. Jefferson wird diese Orte historisch und geografisch im Zusammenhang mit der Mythologie des California Dream, der urbanen Strandlandschaft, der Strandkultur Südkaliforniens, der amerikanischen Geschichte und Identität sowie den heutigen Bemühungen um den Erhalt des kulturellen Erbes diskutieren. Sie wird erläutern, wie das für Santa Monica entwickelte Programm „Belmar History + Art” im Bereich der angewandten Geschichte den Menschen nützliches Wissen für bürgerschaftliches Engagement, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung vermittelt und gleichzeitig den Stolz des Einzelnen und der Gemeinschaft fördert.
Benno Herz, Programmdirektor des Thomas Mann House, wurde eingeladen, um über die Arbeit des Thomas Mann House, die Verbindungen der Familie Mann zu Los Angeles und das Netzwerk von Intellektuellen, das sie dort gefunden haben, zu sprechen. Nach seiner Flucht aus Nazideutschland fand der Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann mit seiner Familie Zuflucht in Pacific Palisades, einem ruhigen Wohnviertel in Los Angeles zwischen Santa Monica und dem Pazifik. Mann war einer von vielen europäischen Intellektuellen, die nach Los Angeles flohen und dort eine Gemeinschaft bildeten, die als „Weimar am Pazifik” bekannt wurde.
Jan Lin untersucht die Dynamik der Gentrifizierung und Verdrängung im Nordosten von Los Angeles. Spekulanten, Investoren und Bauträger haben lateinamerikanische Familien Mietsteigerungen und Massenräumungen ausgesetzt und damit soziale Netzwerke zerstört, die für ihr wirtschaftliches Überleben von entscheidender Bedeutung sind. Lin lenkt die Aufmerksamkeit auf die zunehmenden Bewegungen lateinamerikanischer Einwohner gegen die Gentrifizierung, die sich gegen ihre Verdrängung und kulturelle Auslöschung wehren.
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Teilnehmer:innen
Benno Herz ist der Programmdirektor des Thomas Mann House in Los Angeles und war dort zuvor Projektleiter. Bevor er zum Thomas Mann House kam, arbeitete er im Bereich Online-Kommunikation für das Städel Museum in Frankfurt, Deutschland. Herz hat Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt mit den Schwerpunkten digitale Ästhetik und Schnittstellentheorie studiert. In den Jahren 2021 und 2022 unterrichtete er an der University of California Los Angeles am Fachbereich Digital Humanities über europäisches Exil.
Partner
Eine Veranstaltung der Pacific Ancient and Modern Language Association.
Exit Exil. Fluchtbewegungen und temporäre Netzwerke
Berlin
mit Sybille Baschung, Doerte Bischoff, Marica Bodrožić & Ronya Othmann
Workshop
Freitag, 18. November, 12:30-18:00 Uhr
Ort: Freie Universität Berlin, Institut für Theaterwissenschaft
Grunewaldstraße 35, 12165 Berlin
Programm: Mirko Lux & Vito Pinto
Organisation, Durchführung: Vito Pinto
Kontakt und Anmeldung: vito.pinto@fu-berlin.de
Dieser Workshop knüpft an eine im Wintersemester 2021/22 begonnene Kooperation zwischen VATMH und KMM an, aus der unter dem Projekttitel „Exit Exil. Dialoge“ sechs Kurz-Audiofeatures hervorgegangen sind: Masterstudierende der FU Berlin hatten darin die Gelegenheit, aktuelle und ehemalige Stipendiat:innen der VATMH-Residenzprogramme zu interviewen und jeweils im Rahmen einer Recherche mit einer historischen Exilperson miteinander in einen Dialog zu setzen.
Im Workshop „Exit Exil. Fluchtwege und temporäre Netzwerke“ werden Autor:innen, Schriftsteller:innen und Wissenschaftler:innen ins Gespräch kommen. Darin werden zum einen die unterschiedlichen Ausprägungen von Fluchtwegen und zum anderen die sich während der Flucht sich oftmals ergebenden temporären Netzwerke und Gemeinschaften – auf dem Weg zu einem möglichst sicheren, möglichst endgültigen Ort des Exils – diskutiert.
Die Diskussion setzt bei der Perspektive der historischen Exilant:innen an; speziell der der Intellektuellen, die spätestens nach Vollendung der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Deutschland (zunächst) ins europäische Ausland und dann nach Übersee, in die Vereinigten Staaten oder auch nach Mittel- und Südamerika fliehen mussten.
Im gemeinsamen Gespräch wird die Betrachtung nicht nur bei einer möglichen historischen Einordnung verbleiben, sondern immer wieder Bezüge zur Aktualität herstellen.
Folgenden Fragen wird nachgegangen: Welche (Aus- oder Flucht-)Wege nehmen Exilpersonen allgemein auf sich? Welche Kontinuitäten, Brüche und Hindernisse erfahren die Fliehenden auf ihren Wegen ins Exil? Welche Gemeinschaften mit anderen Personen, denen dasselbe Schicksal widerfährt, gehen sie ein? Handelt es sich dabei um mehr oder minder lose Verbindungen, um Zweckgemeinschaften oder um Schicksalsgemeinschaften, die das Leid der Einzelnen auf der Flucht gewissermaßen in der Gruppe ‚erträglicher‘ machen? Oder entstehen aus jenen losen Verbindungen möglicherweise nachhaltig gefestigte Netzwerke, Strukturen, die nur aus dem Ereignis der Flucht heraus entstehen konnten? Dienen diese Gemeinschaften als Substitut für eine sogenannte „Heimat“? Was geschieht bei zunächst geglückter Flucht in den jeweiligen Transit-Staaten bzw. in den letzten Endes – möglicherweise für immer – aufnehmenden Exilländern? Wie ändert sich über die Fortdauer des Exils jeweils das Verhältnis der Exilant:innen zu ihrem jeweiligen Herkunftsland? Ist das Exil ein temporärer Zustand per se, den es – im besten Fall – zu überwinden gilt?