Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
November 2021
Forum Demokratie: „Democracy will win“? Gefahren für die Demokratie
Urania, Kleist-Saal (An der Urania 17, 10787 Berlin)
Info
„Democracy will win“ – diese Prognose sprach Thomas Mann 1938 bei der Ankunft im US-amerikanischen Exil in New York mit großer Überzeugungskraft in die Kamera. Er warb insbesondere von seinem kalifornischen Exilort intensiv für die freiheitliche Demokratie und erhob seine Stimme gegen Faschismus und Diktatur. Heute, wo demokratische Grundwerte diesseits und jenseits des Atlantiks erneut durch Populismus und Nationalismus in Frage gestellt werden, nimmt Frido Mann, Enkel von Thomas Mann, in seinem jüngsten Buch die Krisensymptome der demokratischen Systeme in den USA wie in Europa in den Blick.
Teilnehmer:innen
Dr. theol. Frido Mann, Enkel des Nobelpreisträgers Thomas Mann, wirkte nach dem Studium der Musik, der Katholischen Theologie und der Psychologie als klinischer Psychologe und Professor für Psychologie in Münster, Leipzig und Prag. Heute lebt er als freier Schriftsteller in München. Er veröffentlicht Essays, Romane und zusammen mit Christine Mann die Bücher Es werde Licht (2017) und Im Lichte der Quanten (2021). In seinem Buch Das Weiße Haus des Exils (2018) erinnert Mann an das politische Engagement der Manns im Exil und sieht sich mit der Frage konfrontiert, welche Wirkung der offene Dialog heute noch entfalten kann. Zuletzt erschien von ihm das Buch Democracy will win. Bekenntnisse eines Weltbürgers (2021). Frido Mann war Honorary Fellow am Thomas Mann House. Mehrfach war er während seiner Kindheit auch über längere Zeit im Haus der Großeltern in Pacific Palisades.
Prof. Dr. Hedwig Richter ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. Ihre Forschung wurde unter anderem mit dem Anna-Krüger-Preis des Wissenschaftskollegs zu Berlin ausgezeichnet. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Demokratie- und Diktaturgeschichte, deutsche, europäische und transatlantische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert und Geschlechterforschung. Zuletzt erschien von ihr bei Suhrkamp „Aufbruch in die Moderne. Reform und Massenpolitisierung im Kaiserreich. Berlin 2021“.
Prof. em. Dr. Manfred Görtemaker ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Potsdam mit dem Schwerpunkt Zeitgeschichte. Zuvor lehrte er an der Università di Bologna, am St Antony’s College der University of Oxford, am Dartmouth College und an der Duke University. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehören u.a. „Thomas Mann und die Politik“ (2005), „Britain and Germany in the Twentieth Century“ (2006), „Deutschland und der Westen. Gedanken zum 20. Jahrhundert.“ (2016). Zuletzt erschien von ihm und Christoph Safferling im C. H. Beck Verlag „Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit.“ (2016)
Jürgen Trittin MdB ist Mitglied des Bundestages seit 1998 und seit 1980 Mitglied der Grünen. Von 1998 bis 2005 war er Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und von 2009 bis 2013 Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Er studierte Sozialwissenschaften in Göttingen. Aktuell ist er ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages und der Parlamentarischen Versammlung der NATO sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union.
Moderatorin
Michaela Kolster ist ZDF-Programmgeschäftsführerin des Ereignis- und Dokumentationskanals PHOENIX in Bonn. Zuvor war sie u.a. Leiterin des ZDF-Studios Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio Bonn und Berlin. Sie studierte Politische Wissenschaften, Japanologie und Neue Geschichte in Bonn und Tokyo. Sie moderiert die PHOENIX-Sendungen „unter den linden“, „unter den linden spezial“, „unter den linden persönlich“, das Forum Demokratie sowie Sondersendungen zu Bundestags- und Landtagswahlen sowie zur Wahl des Europäischen Parlaments.
Vorherige Episoden
Watch our February interview with Thomas Mann Fellow, author, and journalist Friedemann Karig!
Partner
In Kooperation mit dem Auswärtigen Amt und Phoenix.
On Difference, Inclusion and Innovation: Decoding the Myths of Silicon Valley
Thomas Mann House (1550 N San Remo Drive, CA 90272)
Info
An kaum einem anderen Ort der Welt sind digitale Technologie und Kultur so eng miteinander verwoben und gleichzeitig so vielfältig wie in Kalifornien. Seit dem Aufkommen der digitalen Kultur ist diese von Mythen und Idealen durchsetzt, die teils handlungsleitend sind, teils zur öffentlichen Rechtfertigung von Geschäftsmodellen genutzt werden.
Journalistin und Thomas Mann Fellow Magdalena Kröner spricht mit dem Literaturwissenschaftler Adrian Daub und der Unternehmerin Mia Dand darüber, welche Rolle Werte wie Differenz, Inklusion und Innovation im Silicon Valley spielen und inwieweit sie tatsächlich umgesetzt werden.
Teilnehmer:innen
Mia Dand ist die Geschäftsführerin von Lighthouse3, einem strategischen Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Oakland, Kalifornien. Mia Dand berät große Unternehmen in Bezug auf verantwortungsvolle Innovationen mit neuen und aufkommenden Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI). Dand hat viel Erfahrung bei der Leitung komplexer funktionsübergreifender Programme an der Schnittstelle von Business, Daten und Governance für globale Unternehmen. Sie ist die Gründerin der globalen Initiative Women in AI Ethics, Erfindern der jährlichen 100 Brilliant Women in AI Ethics-Liste und des Online-Verzeichnisses Women in AI Ethics, der führenden Ressource für die Anerkennung, Rekrutierung und Förderung talentierter Frauen in diesem Bereich.
Adrian Daub ist Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik an der Stanford University und Direktor des Stanford Program in Feminist, Gender and Sexuality Studies. Seine Forschung konzentriert sich auf die Überschneidung von Literatur, Musik und Philosophie im neunzehnten Jahrhundert, und er ist Autor mehrerer Bücher, die von akademischen Verlagen veröffentlicht wurden. Seine Artikel sind in The Guardian, The New Republic, n+1, Longreads und der Los Angeles Review of Books erschienen. Sein neuestes Buch ist What Tech Calls Thinking: An Inquiry into the Intellectual Bedrock of Silicon Valley (FSG Originals x Logic, 2020).
Magdalena Kröner arbeitet als freie Autorin, Essayistin und Kunstkritikerin in Düsseldorf. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie (M.A.) an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Sie schreibt für Publikationen wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Allgemeine Quarterly, Kunstforum International, Monopol und Die Zeit. Seit 2016 beschäftigt sie sich verstärkt mit der Semantik und Ethik der digitalen Kultur und Technologien. Gerade hat sie eine neue Essayreihe für das Kunstforum International begonnen: Digital Bodies - das neue Bild des Menschen an der Schnittstelle von Technologie, Kunst und Körperpolitik. Magdalena Kröner ist Thomas Mann Fellow 2021.