Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
April 2021
Europeans in Exile: Thomas Mann’s L.A. | Capstone Seminar an der UCLA
Los Angeles
Info
In diesem Spring Quarter bieten das Digital Humanities Department der University of California Los Angeles und das Thomas Mann House ein Seminar über europäisches Exil in Kalifornien an. Es basiert auf der Online-Reihe Mann's L.A.
Thomas Mann war einer von vielen europäischen Künstlern und Intellektuellen, die Los Angeles in den 1930er und 40er Jahren zu ihrer neuen Heimat machten. Das Seminar beleuchtet Manns Verbindungen zur Stadt und sein Netzwerk von Intellektuellen, mit denen er im Dialog stand, wie den Soziologen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, Schriftstellern wie Christopher Isherwood und Aldous Huxley, den Komponisten Arnold Schoenberg und Igor Stravinsky sowie den Filmemachern Ernst Lubitsch und Jean Renoir.
Das Seminar wird von Professorin Wendy Perla Kurtz und Anthony Caldwell, Assistant Director des Digital Research Consortium an der UCLA, geleitet und von Nikolai Blaumer, Programmdirektor des Thomas Mann House, sowie Benno Herz, Projekt- und Kommunikationsmanager im Thomas Mann House, angeboten. In Lesungen, Workshops und Diskussionen werden die Studierenden Praktiken der digitalen Geisteswissenschaften mit den inhaltlichen Themen des Kurses verbinden.
Weitere Informationen: https://dh.ucla.edu/undergradcourses/
Partner
Das Seminar ist eine Kooperation des UCLA Digital Humanities Department und dem Thomas Mann House.
Counter-Memories
Online
Info
Weltweit stellen Menschen heute tradierte historische Erzählungen in Frage und reflektieren über die Bedeutungen und Auswirkungen öffentlicher Denkmäler. Jüngste Proteste und Interventionen rund um Statuen konföderierter Generäle, um Kolumbus oder Bismarck, stellen etablierte historische Narrative kritisch in Frage und zielen auf ein neues Verständnis von Geschichte.
Alle zwei Wochen wird sich die Dialog-Serie „Counter-Memories“ mit einer Reihe von internationalen Denkmälern und Erinnerungsorten auseinandersetzen, deren symbolische Bedeutung viel über unser Verhältnis zur Geschichte verrät. Das Thomas Mann House, die Goethe-Institute in Nordamerika und die Onassis Foundation LA werden Künstler*innen, Aktivist*innen und Intellektuelle in virtuellen Gesprächen zum Thema Erinnerungskultur zusammenbringen, die in Videodokumentationen um historische Zeugnisse, Bilder und Videos ergänzt werden.
Bisherige Episoden
Episode 6 – Ada Pinkston & Angela N. Carroll | Baltimore
Das Green Book wurde als jährlich erscheinender Reiseführer von Afroamerikaner*innen auf der Suche nach 'safe spaces' vor dem Hintergrund der rassistischen Jim Crow-Politik ins Leben gerufen. Zu jener Zeit war die Pennsylvania Avenue in Baltimore, Maryland, ein kulturelles Zentrum sowie Dreh- und Angelpunkt afroamerikanischer Kultur. In dieser Episode werden die Künstlerinnen Ada Pinkston und Angela N. Carroll den Kontrast zwischen der kulturellen Lebendigkeit jener vergangenen Zeit und dem Mangel an Ressourcen in der Gegenwart untersuchen.
Zum Video auf YouTube
Episode 5 – Susan Neiman& Paul Holdengräber| Berlin
Die Philosophin Susan Neiman, Direktorin des Einstein Forums, kommt in ein Gespräch mit Paul Holdengräber über das Sowjetische Ehrenmal im Berliner Treptower Park. Das Monument wurde 1949 in Gedenken an die dreizehn Millionen gefallen Soldaten der Sowjetunion errichtet, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus gelassen haben. Am Jahrestag des Endes des zweiten Weltkriegs gedenken dort Menschen ihren gefallenen Angehörigen. Doch trotz seiner monumentalen Größe ist es im kollektiven Bewusstsein der deutschen Hauptstadt wenig präsent.
Zum Video auf YouTube
Episode 4 – Veka Duncan & Elianna Kan| Mexiko-Stadt
Die Kunsthistorikerin Veka Duncan und Autorin Elianna Kan unterhalten sich über den Stadtteil Tlatelolco, wo Anwohner im Gedenken an die Opfer eines schweren Erdbebens 1985 eine Sonnenuhr errichteten. Die Geschichte von Tlatelolco gleicht einem Palimpsest: Historische Ereignisse, die ihre Spuren hinterließen, wurden von weiteren Ereignissen überdeckt, jedoch nie ganz ausgelöscht. Das Gespräch dreht sich um kollektives Gedächtnis, die Aneignung öffentlichen Raums und das öffentliche Gedenken jenseits staatlicher Intervention.
Zum Video auf YouTube
Episode 3 – Mischa Kuball & Paul Holdengräber| Stommeln
Die Synagoge in Stommeln ist eine der wenigen Orte jüdischen Lebens in Deutschland, die während der Pogrome von 1938 nicht zerstört wurden. Um eine neue Wahrnehmung für diesen Ort in der Bevölkerung zu schaffen, beleuchtete der Konzeptkünstler und Professor für Public Art Mischa Kuball die Synagoge über einen Zeitraum von acht Wochen. Im Gespräch mit Kurator Paul Holdengräber erzählt er die fast vergessene Geschichte dieses besonderen Ortes.
Zum Video auf YouTube
Episode 2 – Glenn North, Staci Pratt & Amira El Ahl | Kansas City
Diese Episode konzentriert sich auf den Levi Harrington Memorial Marker in Kansas City. Harrington wurde 1882 Opfer eines Lynchmordes in Kansas City. Bis heute stoßen die Bemühungen, ein Denkmal für ihn zu schaffen, auf Leugnung und Vandalismus. Der Dichter und Aktivist Glenn North, Staci Pratt (Equal Justice Initiative, Community Remembrance Project of Missouri) und die Journalistin Amira El Ahl diskutieren darüber, wie die mangelnde Anerkennung von Lynchjustiz und Rassismus in Missouri aufgearbeitet werden kann.
Zum Video auf YouTube
Episode 1 – Paul Holdengräber & Joel Garcia | Los Angeles
Die Serie startete am 12.10.2020, dem „Indigenous People’s Day“, ein Feiertag, der an die Geschichte der Nativ Americans erinnert. Kurator Paul Holdengräber unterhielt sich mit Künstler Joel Garcia über die Serra-Statue in Los Angeles: eine Statue zu Ehren Juniper Serras, der maßgeblich am Aufbau des kalifornischen Missions-Systems während der spanischen Kolonisation beteiligt war. Sie wurde im Juni 2020 von Aktivistin*innen entfernt.
Zum Video auf YouTube
"Last Letters: The Prison Correspondence between Helmut James and Freya von Moltke"
Online
Info
Gefängnis Tegel, Berlin, im Herbst 1944. Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess wegen seiner führenden Rolle im Kreisauer Kreis, einer der wichtigsten deutschen Widerstandsgruppen gegen die Nazis. Wie durch ein Wunder ist der Gefängniskaplan in Tegel Harald Poelchau, ein Freund und Mitverschwörer von Helmuth und seiner Frau Freya. Von Helmuths Ankunft in Tegel Ende September 1944 bis zum Tag seiner Hinrichtung durch die Nazis am 23. Januar 1945 trug Poelchau täglich Helmuths und Freyas Briefe ins und aus dem Gefängnis und riskierte dabei sein eigenes Leben. Freya bewahrte diese Briefe für den Rest ihres langen Lebens auf.
Dorothea und Johannes von Moltke, die Enkel von Helmuth James von Moltke und seiner Frau Freya, diskutieren ihr 2019 erschienenes Buch Last Letters: The Prison Correspondence Between Helmuth James and Freya von Moltke 1944-45. Das Buch ist ein zutiefst persönlicher Bericht über die Liebe, den Glauben, den Widerstand und den Mut des Paares im Angesicht des Faschismus.
Participants
Dorothea von Moltke promovierte in deutscher Literatur an der Columbia University. Sie ist Mitinhaberin von Labyrinth Books in Princeton und engagiert sich nachhaltig für soziale Gerechtigkeit, insbesondere durch den Aufbau von Bibliotheken in Gefängnissen in New Jersey und seit kurzem durch das Projekt Princeton Mutual Aid.
Johannes von Moltke erhielt seinen Doktortitel in Literatur von der Duke University. Er ist Professor an der University of Michigan, wo er gemeinsam für Germanistik und Film, TV & Medien berufen ist. Professor von Moltke ist Mitglied der Michigan Society of Fellows, Vizepräsident der American Friends of Marbach und ehemaliger President der German Studies Association. In Michigan war er Organisator des alle zwei Jahre stattfindenden German Film Institute.
Partner
The Event is presented by USC Max Kade Institute's Lecture Series Exile and Resistance in cooperation with Thomas Mann House, Goethe Pop Up Seattle, USC Libraries and the Elliott Bay Book Company.
Gefängnis Tegel, Berlin, im Herbst 1944. Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess wegen seiner führenden Rolle im Kreisauer Kreis, einer der wichtigsten deutschen Widerstandsgruppen gegen die Nazis. Wie durch ein Wunder ist der Gefängniskaplan in Tegel Harald Poelchau, ein Freund und Mitverschwörer von Helmuth und seiner Frau Freya. Von Helmuths Ankunft in Tegel Ende September 1944 bis zum Tag seiner Hinrichtung durch die Nazis am 23. Januar 1945 trug Poelchau täglich Helmuths und Freyas Briefe ins und aus dem Gefängnis und riskierte dabei sein eigenes Leben. Freya bewahrte diese Briefe für den Rest ihres langen Lebens auf.
Dorothea und Johannes von Moltke, die Enkel von Helmuth James von Moltke und seiner Frau Freya, diskutieren ihr 2019 erschienenes Buch Last Letters: The Prison Correspondence Between Helmuth James and Freya von Moltke 1944-45. Das Buch ist ein zutiefst persönlicher Bericht über die Liebe, den Glauben, den Widerstand und den Mut des Paares im Angesicht des Faschismus.
Teilnehmer*innen
Dorothea von Moltke promovierte in deutscher Literatur an der Columbia University. Sie ist Mitinhaberin von Labyrinth Books in Princeton und engagiert sich nachhaltig für soziale Gerechtigkeit, insbesondere durch den Aufbau von Bibliotheken in Gefängnissen in New Jersey und seit kurzem durch das Projekt Princeton Mutual Aid.
Johannes von Moltke erhielt seinen Doktortitel in Literatur von der Duke University. Er ist Professor an der University of Michigan, wo er gemeinsam für Germanistik und Film, TV & Medien berufen ist. Professor von Moltke ist Mitglied der Michigan Society of Fellows, Vizepräsident der American Friends of Marbach und ehemaliger President der German Studies Association. In Michigan war er Organisator des alle zwei Jahre stattfindenden German Film Institute.
Live Online-Webinar am 20. April, 2021 um 02:00 Uhr (MEZ)
Eintritt frei. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.



