Veranstaltungsarchiv Villa Aurora
November 2017
Sandeep Mukherjee
Berlin
Molting the fractured
Den Ausgangspunkt für die Ausstellung „Molting the Fractured“ bildet ein BMW Mini Cooper, dessen Einzelteile, in Aluminium gepresst, als skulpturale Formen im Raum schweben. Das Auto ist aus unserer auf Mobilität ausgelegten Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wenn wir einsteigen, umgibt es uns wie eine zweite Haut, die uns schützt, aber gleichzeitig den Rausch der Geschwindigkeit erst ermöglicht. Sandeep Mukherjee löst diese zweite Haut von ihrer ursprünglichen Form und macht sie mit seiner Installation in anderer Gestalt neu erfahrbar.
Sandeep Mukherjee, der in Los Angeles lebt und arbeitet, füllt mit seinen Installationen nicht nur ganze Ausstellungsräume, sondern macht diese Räume auch körperlich erfahrbar. Seine oft aus einzelnen Modulen bestehenden Arbeiten reagieren auf die Gegebenheiten des Raums, spielen mit Licht und Schatten und eröffnen je nach Standpunkt immer neue Blickwinkel. Sandeep Mukherjee ist Berlin Fellow der Villa Aurora im Jahr 2017.
Vernissage: Samstag, 09. September 2017, 18:00 bis 21:00 Uhr
Künstlergespräch: Donnerstag, den 14. September 2017, 19:00 Uhr. Dr. Jeni Fulton Kunsthistorikerin und Chefredakteurin Sleek Magazine mit dem Künstler. Der Eintritt ist frei, wir bitten um Voranmeldung unter berlin@68projects.com oder telefonisch unter 030 889 225 890.
Ausstellungsdaten: Samstag, 09. September bis Samstag, 04. November 2017
Ort: 68project, Fasanenstraße 68, 10719 Berlin
Eine Kooperation mit
la > x – Ausstellung und Filmfestival
Berlin
Anlässlich der seit 50 Jahren bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Los Angeles realisieren der Filmkurator Marc Glöde und der Sammler Axel Haubrok mit Unterstützung des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. unter dem Titel la > x ein Filmfestival und eine Ausstellung, in denen Künstlerpositionen aus Los Angeles im Fokus stehen.
Den Auftakt zu la > x bildet die Eröffnung der Ausstellung in der FAHRBEREITSCHAFT am 12. September 2017. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Arbeiten von Stephen Prina, Christopher Williams und Margaret Honda.
Das la > x Filmfestival präsentiert einen Tag lang Filme von Künstlern aus L. A. sowie Produktionen bei denen L. A. im Zentrum des Interesses stehen. Das Filmfestival wurde kuratiert von Filmwissenschaftler Dr. Marc Glöde. Gezeigt werden Arbeiten von Edgar Arceneaux, John Baldessari, James Benning, Morgan Fisher, Alex Hubbard, Rodney McMillian, Sarah Morris, Ryan Trecartin und Jennifer West. Die Filmpräsentationen werden durch Diskussionen zur Frage „Is Everything Political?“ und zu den Perspektiven der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Los Angeles ergänzt.
Um 21 Uhr beschließt der Konzeptkünstler, Filmemacher und Musiker Stephen Prina das Programm mit einem Konzert auf der Kino-Bühne.
Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei. Dies wird durch die Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei, des Medienboard Berlin-Brandenburg, des Villa Aurora & Thomas Mann House e.V., der Kanzlei Taylor Wessing und der Haubrok Foundation ermöglicht.
Weitere Informationen auf www.haubrok.org
Philipp Lachenmann: DELPHI_Essentials
Los Angeles
Am 4. Oktober 2017 eröffnet die renommierte ACE-Galerie zusammen mit VATMH eine Ausstellung des bildenden Künstlers und ehemaligen Villa Aurora-Stipendiaten Philipp Lachenmann: „DELPHI_Essentials“. Sie zeigt Werke, die sich speziell auf LA und Berlin beziehen. Lachenmann gilt als einer der herausragenden Künstler seiner Generation.
Philipp Lachenmanns Werk setzt konsequent die wesentlichen Strukturen von Kunst frei, dekodiert die ihr anhaftenden Repräsentationsmuster innerhalb ihres unübersichtlichen Referenzmonopols, stellt ihre Strategien bloß und macht sie auf einer neuen Ebene lesbar. Dieser Ansatz verschiebt den Schwerpunkt vieler zeitgenössischer Kunstpraxen weg vom radikalen Relativismus der 90er Jahre, in eine Richtung, die sowohl Autorschaft als auch Engagement bestärkt. Auf dem Höhepunkt der Kunstsaison im Herbst ist die Lachenmann-Ausstellung die bislang erste, die den gesamten Galerieraum einnimmt.
Lachenmann studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Film bevor er ein Graduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln absolvierte. Seine Arbeit wurde auf der Shanghai Biennale (2004), im K21 in Düsseldorf (2008), im Hamburger Bahnhof in Berlin (2011), den Deichtorhallen Hamburg (2012), den KW Kunstwerke Berlin (2016); gescreent wurden Film von Lachenmann u. a. beim MIT Short Film Festival Boston (2008), beim IFFR Rotterdam, SIFF Seattle, SFIFF San Francisco (2009), dem NYFF New York (2010) und HKIFF Hongkong (2011). Lachenmann wurde mit dem Deutschen Akademischen Austauschprogramm (DAAD) New York (1998), einem Stipendium in Villa Aurora in Los Angeles (2003), der Villa Massimo in Rom (2012) und der Villa Tarabya Istanbul (2018) ausgezeichnet.
Reception: October 4, 2017
Runtime: October 4 - December 16, 2017
Location: ACE Gallery Los Angeles, 5514 Wilshire Blvd, Los Angeles, CA 90036
Welcoming Reception
Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)
Teilnehmer:innen
Ute Wieland studiert zunächst Germanistik und Theaterwissenschaften, bevor sie ein Regiestudium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) absolviert. Bereits für ihr Kinodebüt „Im Jahr der Schildkröte“ wurde sie 1989 für den Bundesfilmpreis nominiert.
Mit der Fußball-Komödie „FC Venus“ (2006) drehte Ute Wieland nach einigen Jahren reiner Fernseharbeit erneut einen Kinofilm. 2008 folgte ihr nächster Kinofilm, „Freche Mädchen“.
Nach einem Zwischenspiel als „Tatort“-Regisseurin inszenierte Wieland 2010 mit „Freche Mädchen 2“ die Fortsetzung ihres Kinoerfolgs aus dem Jahr 2008. Anschließend drehte sie fürs Fernsehen den Zweiteiler „Deckname Luna“ (2012), über eine DDR-Bürgerin, die ins Visier der Stasi gerät und auch nach der Flucht in den Westen nicht zur Ruhe kommt. Der Film wurde für den Grimme-Preis nominiert.
Mit der Tragikomödie „Besser als nix“ meldete sich Wieland 2014 als Kinoregisseurin zurück. Der Film erzählt von einem Schulabbrecher und Außenseiter aus der Provinz, der versucht, seinem Leben eine Perspektive zu geben.
Wieland adaptierte Stefanie de Velascos Buch „Tigermilch“ für das Kino.
Andreas Mand schrieb unter anderem die Romane „Grovers Erfindung“ (1990), „Das rote Schiff“ (1994), „Kleinstadthelden“ (1996), „Paul und die Beatmaschine“ (2006) und „Der zweite Garten“ (2015). Im Tonfall heiter bis melancholisch schildern die locker verbundenen Bände das Alltagsleben in Städten wie Krefeld oder Minden. Mands typische Protagonisten sind Aktivisten der Subkultur, Künstler oder auch Kinder. Er hat außerdem eine historische Studie über einen Rezitator in den 1930er Jahren verfasst („Der Traum des Konditors“, 1992) sowie zwei Theaterstücke. Über den neuen Roman „Der zweite Garten“ urteilt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dieser zeige den Autor „auf der Höhe seiner Kunst“. Der Kritiker der Süddeutschen Zeitung resümiert: „So ist er der potenzielle Kultautor einer verschwundenen Generation geworden…“
Florian Fischer arbeitet künstlerisch-dokumentarisch mit den Medien Fotografie und Film. Er studierte Visuelle Kommunikation, Fotografie und Bildwissenschaften. Seine Diplomarbeit „Das Blaue vom Himmel“ wurde mit dem Aenne-Biermann-Preis für Deutsche Gegenwartsfotografie ausgezeichnet. Fischer war künstlerischer Mitarbeiter der Hochschule Harz und absolvierte die Werkleitz Media Master Class. In Kooperation mit Johannes Krell entstand der Kurzfilm „Kaltes Tal“, der auf internationalen Filmfestivals aufgeführt wurde und u.a. mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold ausgezeichnet wurde.
www.flofischer.de
Senthuran Varatharajah ist im Alter von vier Monaten mit seiner Familie nach Deutschland geflohen. Studium der Philosophie, ev. Theologie und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. 2016 Veröffentlichung des Debütromans „Vor der Zunahme der Zeichen“ (S. Fischer), der u.a. mit dem 3Sat-Preis während der 38. Tage der deutschsprachigen Literatur, dem Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste, dem Berliner Senatsstipendium, dem Kranichsteiner Literaturförderpreis, dem Bremer Literaturförderpreis, dem Chamisso-Förderpreis und dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
Alida Tota wurde in Kukës, Albanien geboren. Sie studierte Journalismus an der Universität von Tirana und ist Doktorandin in Diplomatie und Internationale Beziehungen.
Seit 1995 arbeitet sie als Journalistin und berichtete zwischen 1998 und 1999 als Korrespondentin und Dolmetscherin für internationale Fernsehsender und Zeitungen über den Kosovo-Konflikt und arbeitete für mehrere Radio- und Fernsehsender in Albanien und der Region.
Sie ist Expertin für den staatlichen Verwaltungsapparat, die Pressearbeit und die Abläufe in Koordinationsbüros hoher staatlicher Institutionen, wie dem Ministerrat und dem Parlament Albaniens.
Außerdem hatte sie das Amt der nationalen Koordinatorin für LGBT-Rechte in Albanien inne.
In den Jahren von 2008 bis 2013 unterrichtete sie Journalismus an der Albanischen Universität in Tirana.
Im August 2016 drehte sie eine Reportage über eine Mülldeponie in Tirana, nachdem dort ein jugendlicher Arbeiter aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen ums Leben gekommen war, ohne dass Arbeitsverträge, Versicherungen oder Sicherheitsvorkehrungen bestanden hätten. In der Reportage zeigte Tota einen vermutlich illegalen Vertrag, zwischen dem Bürgermeister Tiranas und dem privaten Betreiber der Deponie. Wenige Stunden nachdem sie den Bürgermeister von Tirana kontaktiert hatte, um seine Version der Vorgänge zu erfahren, wurde sie von einem Vorgesetzten des Senders angerufen, der zu einem früheren Zeitpunkt beim Bürgermeister angestellt war, und aufgefordert, ihre Recherchen einzustellen. Am darauffolgenden Tag wurde sie entlassen. Daraufhin klagte sie ihren Arbeitgeber an wegen ausstehender Lohnzahlungen und um ihr Recht auf Meinungsfreiheit zu verteidigen. Nachdem ihre Familie Morddrohungen erhielt, flohen sie für einige Monate ins Exil nach Schweden. 2017 kehrten sie nach Albanien zurück, wo Alida ihre Anklage wieder aufnahm und schließlich Ende October gewann.
Villa @ Goethe: Senthuran Varatharajah
Los Angeles
Autor und Villa Aurora Stipendiat Senthuran Varatharajah liest Ausschnitte (auf englisch) aus seinem Roman Vor der Zunahme der Zeichen
Vor der Zunahme der Zeichen
Durch Zufall beginnen Senthil Vasuthevan und Valmira Surroi ein Gespräch auf Facebook. Er lebt als Doktorand der Philosophie in Berlin, sie studiert Kunstgeschichte in Marburg. Sieben Tage lang erzählen sie sich von ihrem Leben, ohne sich zu begegnen. Ihre Nachrichten handeln von ihren Familien und ihrer Flucht aus Bürgerkriegsgebieten, von ihrer Kindheit im Asylbewerberheim und ihrer Schul- und Studienzeit. Hochreflektiert schreibt Senthuran Varatharajah in seinem Debütroman über Herkunft und Ankunft, über Erinnern und Vergessen und über die Brüche in Biographien, die erst nach einiger Zeit sichtbar werden.
“Villa @ Goethe”
Mit dieser Lesung wird die Reihe „Villa @ Goethe“ fortgesetzt. Darin stellen die in der Villa Aurora lebenden Künstler/-innen die Gelegenheit, ihre vergangenen, aktuellen und zukünftigen Projekte am Goethe-Institut Los Angeles vor.
Location
Goethe-Institut Los Angeles, 5750 Wilshire Blvd #100, Los Angeles, CA 90036
Der Eintritt ist frei
Please RSVP via EVENTBRITE
$1 ermäßigtes Parken (gilt nur für Veranstaltungen) ab 18:00 Uhr an Wochentagen und den ganzen Tag an Wochenenden (Tiefgarage Wilshire Courtyard West-P1).