Veranstaltungsarchiv Villa Aurora
2019
Salon Sophie Charlotte 2019: Maß und messen
Berlin
Die Welt des präzisen Messens steht vor einem fundamentalen Wandel. Max Planck hat 1900 zur Suche „nach Konstanten, die ihre Bedeutung für alle Zeiten und für alle, auch außerirdische und außermenschliche Culturen, … behalten“ aufgerufen. Dies ist jetzt geschafft und das Urkilogramm hat als Prototyp der Masse ausgedient. Die Basis des Internationalen Einheitensystems (SI), mit dem wir „die Welt vermessen“, wird ab dem 20. Mai 2019, am alljährlichen Weltmetrologietag, auf Naturkonstanten umgestellt und so die denkbar stabilste Grundlage erhalten – nur wenige Monate vor dem 250. Geburtstag Alexander von Humboldts, dessen „Vermessung der Welt“ uns bis heute fasziniert. Zwei gute Anlässe, den Salon 2019 unter das Motto „Maß und messen“ zu stellen.
Das Thema „Maß und messen“ ist aber längst nicht nur eine Domäne der Naturwissenschaften. Es berührt Kunst-, Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis zur Medizin und wirkt in die Gesellschaft und unseren ganz persönlichen Alltag hinein.
Eine Veranstaltung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt unter Beteiligung der Max-Planck-Gesellschaft, der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, der Jungen Akademie, der Arab-German Young Academy, der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V., gefördert von der Gerda Henkel Stiftung.
RAUM 226, 21.30 Uhr Die Vermessung des Gehirns: Picoampere, Nanovolt, Mikrometer – mehr braucht’s nicht!
Yiannos Manoli (Mikroelektroniker, Universität Freiburg, Hahn-Schickard-Institut, Thomas Mann Fellow 2018)
Wenn Milliarden kleinster Nervenzellen im Gehirn miteinander kommunizieren, dann steht man ziemlich unter Strom. Unsere meist nur ein 1000-stel Millimeter kleinen Neuronen teilen sich so einiges durch das Aussenden elektrischer Signale mit. Kommt es bei dieser spannungsreichen Kommunikation zu Störungen, steht neben einer medikamentösen Behandlung die Tiefe Hirnstimulation zur Verfügung: Kerngebiete des Gehirns werden durch hochfrequente Spannung stimuliert, was zu einer Reduktion der Symptome bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen führt.
Seit den 80er Jahren wurden so weltweit zirka 85.000 – vornehmlich an Parkinson und Epilepsie – Erkrankte überaus erfolgreich behandelt. Zudem bietet diese Methode in Fällen der therapieresistenten Depression neue Ansätze.
Spannungsreiche Ausblicke werden mit Erläuterungen und Beispielen in ihren weitreichenden Möglichkeiten dargestellt.
Das vollständige Programm des Salon Sophie Charlotte 2019 finden Sie auf der Website der BBAW.
Location
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Tickets
Der Eintritt ist frei
Buchpremiere: "Miami Punk" von Juan S. Guse
Berlin
Der Atlantik hat sich über Nacht von der Küste Floridas zurückgezogen und eine Wüste hinterlassen. Kreuzfahrtschiffe rosten im Sand vor Miami, die Hotels bleiben leer, der Hafenbetrieb ist eingestellt und selbst die Dauerwerbesendungsindustrie liegt am Boden. Mittendrin eine überambitionierte Indie-Game-Programmiererin, eine strauchelnde Arbeiterfamilie, eine junge Soziologin und ein E-Sport-Team aus Wuppertal. Witzig und traurig, düster und labyrinthisch: "Miami Punk" ist ein Roman über die Bedeutung von Arbeit, über Herrschaft und Macht und über einsame Nächte vor dem Computer.
Juan S. Guse war im Jahr 2018 Stipendiat in der Villa Aurora und arbeitete während seines Aufenthaltes an "Miami Punk". Gemeinsam mit dem Literaturveranstaltern von Kabeljau & Dorsch feiert er im Berliner Ringtheater Buchpremiere. Die Autorin Katja Brunner und der Autor Jakob Nolte werden mit literarischen Assoziationen auf den Roman antworten. Außerdem wird es eine Computerspielecke geben. Die Veranstaltung wird von Chris Möller moderiert.
Juan S. Guse
Juan S. Guse, geboren 1989, studierte Literaturwissenschaften und Soziologie. Sein Debütroman »Lärm und Wälder« erschien 2015 bei S. Fischer. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Fellowship der Villa Aurora und dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover. Derzeit promoviert er im Bereich der Arbeits- und Organisationssoziologie.
Katja Brunner
Katja Brunner, geboren 1991, schreibt Prosa und Theaterstücke, jene wurden in neun Sprachen übertragen und ihre Stücke auf vier Kontinenten gespielt. 2013 gewann sie den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis. Ihr jüngstes Stück DIE HAND IST EIN EINSAMER JÄGER wird im Mai 2019 an der Volksbühne Berlin uraufgeführt.
Jakob Nolte
Jakob Nolte, geboren 1988, wuchs in Barsinghausen am Deister auf. Seine Theaterstücke wurden mehrfach prämiert und an zahlreichen Bühnen Europas gespielt. Sein Debütroman ALFF wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet. Im selben Jahr war er Stipendiat der Villa Kamogawa in Kyoto. Sein Roman Schreckliche Gewalten war für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Location
Berliner Ringtheater, Teil der Zukunft am Ostkreuz, Laskerstraße 5, 10245 Berlin
Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung von Kabeljau & Dorsch. Mit Unterstützung von Villa Aurora & Thomas Mann House.
Michael John Kelly & Rachel Eulena Williams
68projects GalerieKornfeld (Fasanenstraße 68, 10719 Berlin)
Information
Ausstellungseröffnung
Auf Einladung von Villa Aurora & Thomas Mann House verbrachte Michael John Kelly als Berlin Fellow zwei Monate in Berlin. Anlässlich seines Aufenthalts, brachte Kelly mehr als 40 digitale Gemälde auf Papier mit, die er über die Zeit seiner Residenz sukzessive auseinanderriss. Mit seiner Kunst, die sich zwischen digitaler Zeichnung, Videokunst und klassischer abstrakter Malerei verorten lässt, rekurriert er auf eine gesamte Ära kunstschaffender Praxis. Es geht ihm nicht so sehr um die Übersetzung von digitaler Malerei ins Analoge, sondern darum beide miteinander zu verbinden und dadurch anders erfahrbar zu machen.
Auch Williams setzt sich mit den Bedingungen und Möglichkeiten des klassischen Mediums Malerei auseinander. Sie dekonstruiert die rechteckige Leinwand, indem sie durch die Verbindung mit Seilen und Stoffen – oftmals während ihres Berliner Aufenthalts gesammelte Fundstücke – ihre eigene Fläche schafft. Dabei sind die formalen Grenzen ihrer Arbeiten oft unklar und der so offengelegte Schaffensprozess ist integraler Bestandteil des Werknarrativs. Die fragmentiert konstruierten Leinwände erzählen von ihrer eigenen Entstehung, die Verbindungen durch Seile knüpfen einen visuellen Strang, Freiflächen als Spannungspunkte oder beruhigende Leerzeilen zu lesen.
Partner
Eine Veranstaltung von 68projects GalerieKornfeld Berlin und VATMH
Benefizkonzert - Hindemith Recordings
Los Angeles
Information
Programm:
Sonate für Viola solo op. 25 Nr. 1
Sonate für Viola und Klavier op. 11 Nr. 4
Die Aufnahme der sieben Viola-Sonaten von Paul Hindemith gleicht einer ultimativen Herausforderung für die Viola. Diana Wade, die sich vor extremen Projekten nicht scheut (Berio Sequenza, eine 12-stündige Aufführung von 2 Minuten aus „Die Hochzeit des Figaro“), träumt davon, diese Werke aufzunehmen, seit sie eines davon zum ersten Mal live gehört hat. In den nächsten sechs Monaten werden Diana und der Pianist Aron Kallay die sieben Sonaten aufnehmen. Die Villa Aurora hat uns großzügig unterstützt, unter anderem mit einem wunderschönen Aufnahmestandort, aber wir brauchen IHRE Hilfe, um die Lücke zu schließen, und sind dankbar für Ihre Unterstützung!
Um den Start dieses Projekts zu feiern, werden Diana Wade und Aron Kallay zwei der bekanntesten Sonaten des Zyklus in der Villa Aurora aufführen. Um die weniger bekannten Stücke zu hören, müsst ihr euch einfach das Album besorgen. Diana wird auch einige ihrer Geschichten und Einblicke in ihre Liebe zu den Hindemith-Sonaten teilen. Sie hofft, ihre fast schon ungesunde Besessenheit für diese Musik zu verbreiten – einen Zuhörer nach dem anderen.
SILENT SALON Stummfilmvorführung: The Dragnet Girl
Los Angeles
Information
Der Tonfilm hielt erst relativ spät Einzug in Japan: Erst 1930 kam der erste japanische Spielfilm mit Ton in die Kinos, und Stummfilme wurden während des gesamten Jahrzehnts weiterhin produziert, wie beispielsweise Yasujiro Ozus selten gezeigtes Drama „Dragnet Girl“ (Hijosen no onna) aus dem Jahr 1933, das nicht einmal mit einer Filmmusik unterlegt war. Der Villa-Aurora-Stipendiat 2017, Udo Moll, wird jedoch vor Ort sein, um den Soundtrack für dieses Meisterwerk zu komponieren, das voller atemberaubender Bilder und einer unverwechselbaren Mise-en-scène ist.
„Dragnet Girl ist eine formal vollendete und psychologisch komplexe Gangstergeschichte, in deren Mittelpunkt die wachsende Anziehungskraft zwischen Joji, einem hartgesottenen Berufsverbrecher, und Kazuko, der gutmütigen älteren Schwester eines frisch eingeweihten jungen Ganoven, steht – eine Beziehung, die die Eifersucht von Joji’s sonst so geduldiger Geliebten Tokiko weckt. Mit mühelos cooler Schauspielkunst und visueller Kreativität ist Dragnet Girl ein Meisterwerk von Yasujiro Ozu.“ (Criterion Collection)
Teilnehmer
Udo Moll, Stipendiat der Villa Aurora 2015, wurde in Kirchheim unter Teck geboren und lebt und arbeitet in Köln.
Seine musikalische Sozialisation begann im Blasorchester der Stadt Uhingen. Er studierte Empirische Kulturwissenschaften, Musikwissenschaft, Romanistik und Neue Deutsche Literatur an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und anschließend Jazztrompete bei Manfred Schoof sowie Komposition bei Johannes Fritsch an der Musikhochschule Köln.
Udo Moll ist als freischaffender Komponist, Trompeter und im Bereich der elektronischen Musik tätig und tourt international.
Partners
Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. is supported by the German Federal Foreign Office and Federal Government Commissioner for Culture and the Media.
Konzert: NORTH ATLANTIC JAZZ ALLIANCE
Los Angeles
Information
NAJA ist ein Jazzkollektiv, das sich aus drei Deutschen und vier Amerikanern zusammensetzt. Die Musiker verbinden nahtlos Jazz-Adaptionen klassischer Stücke mit Elementen avantgardistischer Kompositionen und funkigen, geradlinigen Rhythmen.
Der Pianist und Gründer von NAJA, Markus Burger, der Saxophonist Jan von Klewitz sowie das gesamte Ensemble spielten bereits zuvor vor ausverkauftem Haus in der Villa Aurora. Herzlich willkommen zurück!
NAJA begibt sich im Juli 2019 auf eine Tournee mit vier Konzerten, die in Südkalifornien, Las Vegas und Alaska stattfinden werden. Die Tournee ist Teil des „Deutschlandjahr USA“, dem Jahr der deutsch-amerikanischen Freundschaft, einer Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts.
Unter dem Motto „Wunderbar Together“ wird die Kampagne durch die gesamten USA reisen und eine Reihe von Veranstaltungen und Ausstellungen rund um Wirtschaft und Industrie, Politik, Bildung, Kultur und Wissenschaft mitbringen, um die einzigartige Bedeutung der transatlantischen Beziehungen hervorzuheben.
Partners
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Meet the Fellows
Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)
Teilnehmer:innen
Uisenma Borchu & Sven Zellner werden über zwei ihrer gemeinsamen Projekte sprechen:
Eines davon, SCHAU MICH NICHT SO AN, ist eine faszinierende Erkundung weiblicher Rollen, sowie der Macht der Sexualität, Gender Identität und der Entfremdung verschiedener Kulturen. Der Film, der einen naturalistischen Stil mit einem Hauch des Surrealen verbindet, wurde beim Filmfest München mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet, sowie mit dem Preis für Beste Regie - Junger Film bei den Bayerischen Filmpreisen, dem Most Promising Talent Award beim Osaka Asian Film Festival und dem International New Talent Competition’s Grand Prize des Taipei Film Festival.
Hier geht es zum Trailer: https://www.youtube.com
Das andere Projekt ist SCHWARZEMILCH, ein Film, der 2018 in der Mongolei gedreht wurde.
In SCHWARZEMILCH treffen sich zwei Schwestern nach zwanzigjähriger Trennung wieder. Eine ist in Westeuropa aufgewachsen, die andere in der Wüste Gobi. Die Begegnung stellt ihre Welten auf den Kopf. Ein Kampf um Liebe und Anerkennung beginnt.
Leo Hofmann wird Sie in seinem Musikstudio willkommen heißen. Es ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch das vorübergehende Zuhause für ihn und seine Geräte. Setzen Sie sich auf das Sofa oder den Boden, während Leo mit Automatisierung und Algorithmen Wellen kreiert. Das semi-virtuelle Ensemble nimmt Bezug auf Genres wie Hörspiel, Oper und Vaporwave und untersucht neue Verbindungen zwischen der Produktion elektronischer Musik und ihrer Performance, wobei es Visionen kreativer Rationalisierung und Konsumkultur aufgreift.
Angelika Levi ist Filmemacherin und Videokünstlerin mit einem forschungsbasierten Ansatz, die mit einer Reihe von Medien - insbesondere Filmmaterial, Video, Audio, Fotografie und Text - arbeitet.
Ihre Arbeiten enthalten thematische Linien sowie narrative Strukturen, die eine ganz eigene Handschrift haben und mit ihrer Wahl der filmischen Mittel in einen kongenialen Dialog treten, um einen Raum der Freiheit zu eröffnen: die Freiheit, ein Thema zu umkreisen, sich assoziativ zu nähern, abzuschweifen, sekundäre Wege zu verfolgen, in einer nichtlinearen Bewegung zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Frage ist oft wichtiger als die Antwort, der Ansatz, sowohl inhaltlich als auch emotional, produktiver als die Fixierung.
Ihre Arbeit ist Teil der Gruppenausstellung Territorium Tijuana
Am 8. August haben Sie die Möglichkeit, als eine*r der Ersten Angelikas neues Stück zu sehen, welches in diesem Moment noch geschnitten wird.
Christoph Kellers Installationen ähneln häufig experimentellen Konfigurationen, in denen er die diskursiven Möglichkeiten der Kunst nutzt, um Themen der Wissenschaft und ihrer Utopien zu untersuchen. Bei den Cloudbuster-Projekten handelt es sich beispielsweise um Nachstellungen von Wilhelm Reichs Experimenten zur Beeinflussung der Atmosphäre mit Orgonenergie. In Los Angeles greift Christoph Keller seine frühere Ausbildung zum Hydrologen für eine künstlerische Untersuchung der Wasserversorgung der Stadt auf
Hadeer El-Mahdawy hat für verschiedene unabhängige ägyptische Medien gearbeitet. Derzeit ist sie Vollzeitreporterin für die unabhängige, zweisprachige Nachrichten-Website Mada Masr. Sie konzentriert sich auf inländisch sensible Themen wie politische Inhaftierungen, Arbeits- und Frauenrechte, Flüchtlingsfragen, religiöse Minderheiten und die Beschlagnahme von Privateigentum.
Am 8. August liest sie eine Kurzgeschichte über einen politischen Häftling in Kairo, der während seiner Inhaftierung eine Beerdigung verpasst.
Ole Hübner studierte Komposition in Hannover und Köln und Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit 2015 erarbeitet er schwerpunktmäßig Musiktheater in offenen Formaten und diskursiv-demokratischen Teamkonstellationen, u.a. bei der Münchener Biennale 2016, der Biennale di Venezia 2017, am Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater Moskau 2018, am Gare du Nord Basel sowie an der Oper Halle 2020. Im konzertanten Bereich kollaborierte er u.a. mit dem Klangforum Wien, dem Ensemble Modern, dem Decoder Ensemble und dem NAMES Ensemble. Ein zentrales Interesse in allen Gattungen ist die Bereicherung und Neubewertung von Wissen und Techniken der Neuen Musik durch theatrale bzw. theaterwissenschaftliche Perspektiven und Strategien. Seit 2018 ist er Lehrbeauftragter für Komposition an der Universität Gießen.
SILENT SALON: Stummfilmvorführung - Ein Abend mit Asta Nielsen
Los Angeles (Villa Aurora, 520 Paseo Miramar)
Information
The Film Primadonna
Regie Urban Gad, Deutschland, Dänemark, 1913, 17 Min., stumm mit Asta Nielsen in der Hauptrolle
Dieses bezaubernde Fragment erlaubt uns einen satyrischen Blick in die Studios und Produktionsstätten des frühen Stummfilms.
"Die Geschichte der Die Filmprimadonna beginnt, als Ruth Breton (Asta Nielsen) ein Drehbuch von Walter Heim (Fritz Weidemann) überreicht bekommt. Das brauchbare Skript ist gefunden und der Film kann sich jetzt mit dem Innenleben des Studios und dem Dreh zuwenden und beobachten, wie sich Ruth und Walter romantisch annähern "
(Silents Please)
The ABC of Love (Das Liebes ABC)
Regie: Magnus Stifter, Deutschland, 1916, 50 Min., stumm mit Asta Nielsen in der Hauptrolle
Das Liebes-ABC (1916) zeigt Asta Nielsen in einer klassischen Hosenrolle als Lis, eine bezaubernde junge Dame, die mit Philipp verlobt ist.
Da sie ihn etwas langweilig und affektiert findet, lädt sie (als Mann verkleidet) ihn nach Paris ein, um ihn in die Nachtklub- und Theaterszene einzuführen. Als ihr Vater in Paris erscheint, wird die Handlung noch verwirrender und mehr Crossdressing ist angesagt.
Teilnehmer
Michael Mortilla ist Komponist und Musiker, der seit Jarhzehnten Filmmusik zu allen Genres von Stummfilmen komponiert und improvisiert hat. Er arbeitet national und International mit vielen Filmorganisationen, u.s. mit der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Darüberhinaus arbeitete er mit legendären Choreographen wie Alvin Ailey und Martha Graham.
SILENT SALON Stummfilmvorführung: The Nut
Los Angeles (Villa Aurora, 520 Paseo Miramar)
Information
1921, 75 Min.
Charlie (Fairbanks) hat eine Freundin namens Estrell (De La Motte), die der Theorie anhängt, dass die Kinder in einem guten Umfeld aufwachsen würden, wenn reiche Leute jeden Tag eine Reihe armer Kinder bei sich aufnehmen würden. Da Estrell keine dieser reichen Leute kennt, bietet Charlie an, ein Treffen zu arrangieren. Charlie ist jedoch der Meinung, dass Betrüger genauso gut taugen wie echte Reiche, und engagiert daher zunächst einige Einbrecher und Spieler. Dann versucht er es mit Puppen, doch Estrell lässt sich nicht täuschen und ist empört. Ein wohlhabender Mann, der als Reporter arbeitet, geht einer Meldung nach, wonach ein Mann eine Leiche schleppt – was sich als Charlie herausstellt, der eine Puppe bewegt –, wodurch Charlie endlich jemanden kennenlernt, der reich ist.
Teilnehmer
Michael Mortilla ist Komponist und Musiker, der seit Jarhzehnten Filmmusik zu allen Genres von Stummfilmen komponiert und improvisiert hat. Er arbeitet national und International mit vielen Filmorganisationen, u.s. mit der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Darüberhinaus arbeitete er mit legendären Choreographen wie Alvin Ailey und Martha Graham.
Ausstellung: Max Göran "Assholes Live Forever"
Jenny's (4220 Sunset Boulecard, Los Angeles, CA 90029)
Information
Ein Gerüst trägt einen Projektor, eine Projektionswand und einen Flachbildfernseher; eine Bank lädt dazu ein, Platz zu nehmen, während man die beiden Videos ansieht und ihren Soundtracks lauscht. Das eine Video ist etwa zwanzig Minuten lang, das andere zehn Minuten; sie werden nacheinander abgespielt und erzeugen bei jedem Durchlauf neue Überschneidungen. Das Filmmaterial wurde im Laufe von drei Monaten im Jahr 2019 in und um Los Angeles gedreht.
Ursprünglich war der Künstler unter der Schirmherrschaft der Studienstiftung des Deutschen Volkes zu einem Aufenthalt in der Villa Aurora eingeladen worden, zog dann aber zu einem Freund und Tiffany the Scabies Cat nach Lincoln Heights. Er schaltete Anzeigen auf Craigslist und lernte weitere Einwohner von Los Angeles kennen, die bereit waren, an seinen Dreharbeiten teilzunehmen – entweder als Protagonisten oder als Interviewpartner, manchmal auch beides.
An den Rändern der Stadt lassen sich verschiedene Formen der Freiheit entdecken. Dabei kann es sich um den physischen Rand handeln, wie bei den Motocrossfahrern, die im Film zu sehen sind, oder um den sozialen Rand, wo die Furry-Subkultur beheimatet ist. Auch andere Tierarten bevölkern diese Räume – Hasen, Waschbären, Katzen, Füchse – und ihre tierische Freiheit wird manchmal von Menschen eingeschränkt, manchmal von ihnen geschützt. Das Objekt des Mitleids wird zu einem möglichen Träger für stellvertretende Gefühle.
Kunstproduktion in La La Land. Von den Anfängen in CalArts zu den digitalen Bildwelten der Gegenwart in Los Angeles.
Berlin (Flughafen Tempelhof Hangar 5 and 6 Tempelhofer Damm 45 12101 Berlin U6 Paradestrasse)
Die von Walt Disney gegründete und 1970 eröffnete Kunsthochschule CalArts bei Los Angeles entwickelte in den ersten Jahren ein radikales, wegweisendes Schulmodell, das in seiner Interdisziplinarität an europäische und US-amerikanische Vorgängermodelle wie dem Bauhaus und dem Black Mountain College anknüpfte. Dort lehrten Schlüsselfiguren wie Allan Kaprow, Judy Chicago und John Baldessari, der als einer der prägenden Lehrer die Auffassung verfolgte, dass Kunst nicht lehrbar sei, sondern es darum ginge, Situationen zu schaffen »where art might happen«. Mit der institutionellen Etablierung konzeptueller und feministischer Konzepte nahm CalArts eine Vorreiterrolle ein. Julika Bosch zeigt auf, wie im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung schon damals aktuelle gesellschaftliche Themen wie das Hinterfragen von Autorenschaft, die Flexibilisierung von künstlerischen Arbeitsweisen oder die Kritik an patriarchalen Machtstrukturen standen.
Teilnehmerin
Louisa Clement, 1987 in Bonn geboren, lebt und arbeitet in Bonn
Anfang des Jahres war Louisa Clement Stipendiatin der Villa Aurora. Ihr Werk knüpft an eines der drängenden Themen unserer Gegenwart an: die Auseinandersetzung mit dem Menschsein im digitalen Zeitalter. Ihre Fotografien, Videos und VR-Projekte zeigen Körper ohne Augen, Mund und Nase, gesichts- und geschlechtslos; ästhetische Avatare und digitale Bildräume, in denen das Publikum mit Bots kommunizieren kann. Louisa Clement berichtet von ihren Erfahrungen in Los Angeles und den Einfluss medialer Technologien auf ihre Kunstproduktion.
Weitere Informationen
Julika Bosch, arbeitet als Kuratorin in der Kestner Gesellschaft, Hannover. Sie realisierte dort u.a. Ausstellungen zum Werk von Roman Siegner, Nevin Aladag u. Walter Dahn. 2019 hat sie an einer umfassenden Ausstellung zu den frühen Jahren des California Institute of the Arts mitgearbeitet. "Wo Kunst geschehen kann – Die frühen Jahre des CalArts" widmet sich den ersten zehn Jahren der Kunsthochschule und führt erstmalig die dort vertretenen Lehrkonzepte mit den daraus entwickelten künstlerischen Praktiken in einer Gruppenschau zusammen. Die Ausstellung ist noch bis bis 10. November in der Kestner Gesellshaft, Hannover zu sehen und 2020 im Kunsthaus Graz.
Weitere Informationen
Partner
Eine Kooperation mit der Berlin Art Week
Walls - Eine internationale Konferenz
Los Angeles (UCLA Royce Hall 314)
Information
Schauspielerin Susanne Sachsse wird an der Konferenz via Skype teilnehmen, es wird der Film Duvarlar-Mauern-Walls von Regisseur und Produzent Can Candan gezeigt und die Wissenschaftler*Innen Ilse Helbrecht, David Kim, Kalani Michell, Isotta Poggi, Todd Presner, Yasemin Yildiz, und Maite Zubiaurre führen anschließend eine Diskussion um diese zentralen Fragen.
"A Woman Walks through Socialism"
13:00 –13:30 Uhr
Susanne Sachsse | A long distance performance
"Duvarlar - Mauern - Walls"
14:00–15:30 Uhr
Can Candan | Documentary film screening
Coffee Break
15:30–16:00 Uhr
"The Berlin Wall and Unification: Nationalism, Populism, and Memory"
16:00–17:30 Uhr
Diskussion | Teilnehmer*Innen:
Ilse Helbrecht (Humboldt University, Visiting Scholar, TMH)
David Kim (UCLA)
Kalani Michell (UCLA)
Todd Presner (UCLA)
Yasemin Yildiz (UCLA)
Maite Zaubiaurre (UCLA)
Rezeption, 306 Royce Hall
17:30 Uhr
Partners
Eine Veranstaltung des UCLA Department of Germanic Languages in Kollaboration mit dem Thomas Mann House und dem Getty Research Institute.
LA Premiere Filmvorführung: Artur Schnabel: No Place of Exile - Ein Film von Matthew Mishory
Los Angeles
Information
Artur Schnabel (1882–1951) galt als Legende unter den Pianisten des 20. Jahrhunderts. Er hat als erster den gesamten Zyklus von Beethovens Klaviersonaten aufgenommen. Der exilierte Deutsch-Österreicher war als Musiker und Komponist einer der Großen seiner Zeit und ist heute fast vergessen.
No Place of Exile ist die filmische Wiederentdeckung eines maßgeblichen Künstlers des 20. Jahrhunders, der von der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts entwurzelt und gleichzeitig von den Möglichkeiten der Moderne inspiriert wurde.
Der Film begleitet den Pianisten und Bewunderer Schnabels, Markus Pawlik, bei den Vorbereitungen zu einem Konzert beim Musikfest Berlin. Ziel ist es, Artur Schnabel zu gedenken und seine wichtigsten Kompositionen nach Deutschland zurückzubringen.
Unterwegs besuchen wir Orte und Landschaften, hören Geschichten, die Schnabels Werk inspriert und geprägt haben. Persönlichkeiten wie Schauspieler Udo Samel und musiklische Größen wie Dietrich Henschel, Igor Levit, Kent Nagano, Leon Fleisher, Jeanne Bamberger und Walter Arlen steuern Kommentare und musikalische Exzerpte bei.
Zur Eröffnung des Abends spielt Markus Pawlik den ersten Satz aus Robert Schumanns Phantasie op. 17.
Nach der Filmvorführung wird es eine Dikussion mit Markus Pawlik und Matthew Mishory geben.
Präsentiert von
Light on Shadow / Monolithic Films / Matthew Mishory
und Villa Aurora
Schauen Sie sich den Trailer hier an: www.noplaceofexile.com
Partners
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Abschiedskonzert & Mitgliederwerbung
Los Angeles
Information
Sonntags-Matinee
mit den Jazz-Größen
MARKUS BURGER & ALMER IMAMOVIC
Jazz Pianist Markus Burger und der aus Bosnien stammende Gitarrist Almer Imamovic spielen ein Jazz-Programm, das Brücken zwischen der Musik des Balkans und Europäischer Kammermusik schlägt: eine akustische Fusion zweier ganz verschiedener Hochkulturen.
Das Konzert ist ein Geschenk and die Villa Aurora und an Margit Kleinman, die ihren Direktorenposten im Februar 2020 verlassen wird.
Teilnehmer
Burger (“Spiritual Standards”) ist Gründer der North Atlantic Jazz Alliance. Sein musikalisches Schaffen ist auf 15 CDs dokumentiert. Es reicht von Soloklavierwerken (“Ultreya”) über seine langjährige Zusammenarbeit mit Saxophonist Jan von Klewitz (“Spiritual Standards”) bis zu seinem neuen Trio (“Accidental Tourist”) mit den Jazzlegenden Bob Magnusson (Bass, Gitarre) und Peter Erskine (Schlagzeug).
Markus Burger tritt international auf, vom Vatikan bis Russland, Brasilien und Island.
Imamovic ist ein gefragter Komponist, dessen Werke international aufgeführt werden. Der klassische Konzertgitarrist ist aber auch ein vielseitiger und innovativer Musiker, der eine elektrische Gitarre genauso souverän spielt wie die Saiteninstrumente des Balkans. Sein Lied “Stani Draga" war Teil des Soundtracks von Angelina Jolies Film "In the Land of Blood and Honey” .
In der Villa Aurora spielen Almer und Markus Titel aus ihrem neuen Programm.
Partners
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.