Veranstaltungsarchiv Villa Aurora
Juli 2016
Ausstellung
Museum für Fotografie Berlin
M+M 7 Tage
In einer eigens für den Fürstensaal des Museums für Fotografie konzipierten Installation präsentiert das Münchner Künstlerduo M+M den Filmzyklus 7 Tage. Es wird die komplette Reihe des siebenteiligen Werks gezeigt, das M+M sukzessive in einem Zeitraum von fast sieben Jahren entwickelt haben. Die Installation gleicht einem multiperspektivischen Kino, das die Sprache des Films um räumliche Strukturen und neue Erzählweisen erweitert. Jeder Film des Zyklus erzählt eine eigene Geschichte, die jedoch immer in zwei parallel projizierte Varianten gesplittet ist. Der Protagonist – dargestellt von dem Schauspieler Christoph Luser – sieht sich innerhalb der 7 Tage scheinbar alltäglichen, jedoch vollkommen gegensätzlichen Situationen ausgesetzt. Alle sieben Filme beziehen sich auf Schlüsselszenen aus unterschiedlichen Spielfilmen, in denen die psychologische Dimension zwischenmenschlicher Beziehungen zum Vorschein kommt. In ihren Doppelinszenierungen verleihen M+M diesen Szenen eine neue Lesart und entwickeln eine Filmsprache, die die Veränderlichkeit heutiger Identitäten zum Thema macht.
So reinszenieren M+M Szenen unter anderem aus Jean-Luc Godards Le mépris (1963), John Badhams Saturday Night Fever (1977) oder Stanley Kubricks The Shining (1980), wobei jeder Film einem Wochentag gewidmet ist. Zum Teil kehren von Film zu Film bestimmte Motive wieder, wie beispielsweise Beziehungen zwischen Vater, Mutter und Kind oder erotische Annäherungen oder Distanzierungen zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann. Bei jedem Film handelt es sich um eine präzise synchronisierte Doppelprojektion, in der bei exakt gleichem Dialog, Kameraführung und Schnitt eine Figur ausgetauscht ist. Die Stimmungen und die Bedeutungen der Dialoge und Handlungen verändern sich dabei teils unterschwellig, teils erheblich und offenbaren deren verstörenden Facettenreichtum. Ein zentrales Element der 7 Tage ist die Verteilung der Projektionsleinwände im Raum, die Zersplitterung des homogenen Filmraums und seiner Erzählstruktur zugunsten eines multiperspektivischen Kinos, das sich erst durch einen aktiven Betrachter erschließt, der Querbezüge zwischen den Projektionen, den multiplen Bildern und Geschichten herstellt. Die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Besonderheiten der Synchronerzählung, die M+M in den Filminstallation 7 Tage erproben, spiegelt ihr Interesse an den zunehmend komplexen Raum-, Identitäts- und Zeiterfahrungen unserer Gesellschaft.
M+M kombinieren in ihren konzeptionell ausgerichteten Werken oft verschiedene Medien, von Fotografie, Video und Film über Bildhauerei bis zu Architektur und Projekten im öffentlichen Raum. Seit einigen Jahren liegt der Fokus auf multimedialen Installationen.
Staatliche Museen zu Berlin
Jebensstraße 2
10623 Berlin
10 Euro, ermäßigt 5 Euro
Waxworks
Berlin
Rosha Yaghmai
In der ersten Ausstellung der Bildhauerin mit der Galerie Weiss Berlin wird Yaghmais fortlaufende, intensive Auseinandersetzung mit Materialen, Fertigungsverfahren, Formen und Farben deutlich, die in der Tradition amerikanischer, im Besonderen moderner kalifornischer Skulptur steht. Die neue Werkgruppe umfasst unter anderem Objekte aus Silikon, Fiberglas, Kalkstein und gefundenen Gegenständen, die alle luminös, zum Teil transparent oder opak erscheinen.
Die präzisen, aus Silikon gegossenen farbigen Panels wirken undurchdringlich, fest und schwer. Jede Tafel schließt eine Art Verbindungselement wie einen Schlauch für Wasserpfeifen, Taucher, Duschen oder aber ein Kabel ein. Sie wirken wie fossilisierte Relikte aus längst vergangenen Zeiten: Ihre Durchlässigkeit, einst das wichtigste Merkmal ihrer Funktionalität, ist für immer blockiert.
Rosha Yaghmai lebt in Los Angeles und war der zweite Berlin Fellow der Villa Aurora bei Weiss Berlin.
Rosha Yagmai
Berlin
Rosha Yaghmai
Die Villa Aurora vergibt einmal im Jahr ein Berlin Fellowship an eine Künstlerin oder einen Künstler aus Los Angeles. Partner im Jahr 2016 ist erneut die Galerie Weiss Berlin, deren Schwerpunkt in der Präsentation amerikanischer Gegenwartskunst liegt. Frühere Partner waren das Zentrum für Kunst und Urbanistik ZK/U und die Residenz Torstraße 111.
Rosha Yaghmai lebt und arbeitet in Los Angeles. Sie schloss ihr Studium bei CalArts im Jahr 2007 mit einem MFA ab und war Fellow der Terra Foundation im Jahr 2009. Ihre bevorstehenden Solo-Projekte finden unter anderem bei Weiss Berlin und Kleopatra, New York statt. Außerdem wird sie an der Ausstellung Knowledge im Mount Wilson Observatory in Los Angeles teilnehmen. Ihre Arbeiten wurden in verschiedenen Ausstellungsräumen, einschließlich Public Fiction, Los Angeles; Commonwealth & Council, Los Angeles; GBK, Sydney; Kayne Griffin Corcoran, Los Angeles; Thomas Solomon Gallery, Los Angeles; Riverside Art Museum; LACE, LAX><ART, Estacion Tijuana; and Transmission Gallery, Glasgow, ausgestellt.
Eröffnung: Freitag, 8. Juli 2016, 19.00 bis 21.00 Uhr
Ausstellung: 9. Juli bis 6. August 2016, Donnerstag bis Samstag 13.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung, +49 (0)30 23 91 95 60, info@weissberlin.com
Galerie Weiss Berlin
Bundesallee 221, 10719 Berlin
Silent Salon
Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)
Information
Picknick und Stummfilm mit Live Orgelbegleitung
Samstag, den 17. Juli um 20.15 Uhr
Poor Little Rich Girl (1917, 64 min.) mit Mary Pickford in der Hauptrolle, sollte nach Ansicht der Produzenten nicht in die Kinos kommen. Mary spielte in diesem Film zum ersten Mal einen couragierten Wildfang und machte Poor Little Rich Girl zu einem sensationellen Erfolg und bahnbrechend für seine Zeit. Regie führte Maurice Tourneur, das Drehbuch adaptierte Frances Marion und Ben Carre kreierte die überdimensionalen Requisiten.
Partner
Welcoming Reception
Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)
Teilnehmer:innen
Die russische Komponistin Olga Rayeva wird "Quest" vorstellen, eine Episode aus dem Musiktheater/Opernprojekt, das sie in Zusammenarbeit mit einem der bedeutendsten modernen russischen Schriftsteller Wladimir Sorokin entwickelt hat. Das Projekt besteht aus einem Prolog und acht Episoden, ist aber so konzipiert, dass jede Episode unabhängig von der anderen zur Aufführung gebracht werden kann. "Quest" ist eine rein instrumentale Episode, die für die choreografische Verwirklichung vorgesehen ist.
Um einen Eindruck von Olga Rayevas Musik zu bekommen, klicken Sie hier.
Alexander Gumz wurde 1974 in Berlin geboren, wo er auch lebt. Er kuratiert und organisiert Arbeiten für das Textonlabel KOOK und das poesiefestival berlin und ist Mitbegründer des Festivals LAN, Drei Tage junge Literatur und Musik in Berlin, der langen Literatur- und Musiknacht HAM.LIT in Hamburg, der Lyriknacht Teil der Bewegung in Leipzig und Frankfurt/Main und von Wortgarten – Literatur und Musik in der Uckermark.
Gumz veröffentlicht Gedichte und Nachdichtungen in Zeitschriften, Zeitungen, Anthologien, darunter Die Zeit, die horen, Jahrbuch der Lyrik, Neue Rundschau, Akzente, Das Magazin, Wespennest, randnummer, intendenzen, STILL, ausserdem in Radio und TV.
Sein erster Gedichtband, »ausrücken mit modellen«, erschien 2011 bei kookbooks, Berlin. 2013 folgte »45sec«, Gedichte zu Fotos von Michael Mieß, bei SuKuLTur, Berlin. Im Herbst 2015 erscheint ein Heft mit New-York-Gedichten in der parasitenpresse, Köln.
Bei unserer Welcoming Reception wird Alexander Gumz einige seiner Gedichte auf deutsch und englisch vortragen. Weiterhin wird er kurz über die Texte sprechen, die er vorhat, während seiner Zeit in der Villa Aurora zu verfassen und die sonnigen und dunklen Seiten von LA thematisieren sollen.
Gedichte von Alexander Gumz finden Sie auf seiner Website.
Im Zuge ihrer Zusammenarbeit, die nun schon seit 10 Jahren besteht, planen Magda Mayas und Tony Buck ihre Techniken und Herangehensweisen während ihres gemeinsamen Aufenthalts in der Villa Aurora weiter auszubauen. Durch das Einbauen von neuen Instrumenten, Aufnahmen und visuellen Komponenten in ihr aktuelles Reportoire bestehend aus präpariertem Klavier und Schlagzeug, erhoffen sich die beiden den Rahmen, in dem sie komponieren und improvisieren, erweitern zu können.
Zur Welcoming Reception am 21.7. werden die beiden verschiedene Experimente mit unterschiedlichen Geräuschquellen und Zeitverzögerungen aufführen, die entweder geprobt oder spontan erfolgen und sich aus Aufnahmen, Installationen, Videos und improvisierten Einlagen zusammensetzen.
Um einen Eindruck von Magdas und Tonys live Auftritten zu bekommen, klicken Sie hier.
Jan Jelinek wird anhand von drei kurzen Hörbeispielen sein vielschichtiges Werk erläutern: Ausgehend von der frühen Veröffentlichung Loop-Finding-Jazz-Records aus dem Jahr 2001, hin zum multimedialen Biographieexperiment Ursula Bogner, wird mit der Präsentation von Jelineks jüngster Arbeit - einer Music Concrète Komposition über den Hiroshima Peace Memorial Park, sein Schaffen skizziert. Im Anschluss wird Jelinek über sein Projekt LA Screen Memories sprechen - eine Arbeit, die er während seines Aufenthalts in Los Angeles realisieren möchte.
Jan Jelineks Arbeit können Sie hier hören.
Gildas Coudrais
Berlin
HEAT – eine Sommerausstellung
Die erste Einzelausstellung von Gildas Coudrais in Berlin ist die Fortsetzung seiner erfolgreichen Ausstellungen in der Villa Aurora in Los Angeles in den Jahren 2013 und 2014. Kuratiert wird sie von der Kunsthistorikerin Katharina Schulenberg-Leduc, unterstützt von der Villa Aurora. Der Ausstellungstitel „HEAT“ bezieht sich sowohl auf die Arbeitsweise von Gildas Coudrais als auch auf seine Intention, die Gesellschaft und ihre Werte in ihrer Oberflächlichkeit zu karikieren und zu entlarven. Dabei geht er Fragen nach wie: In welchem Verhältnis stehen Inhalt und Darstellung? Welche Bedeutung hat das Verhältnis von Wort und Bild? Und: auf welche Weise wird der Betrachter ins Werk mit einbezogen?
Kuratiert von Katharina Schulenberg-Leduc
Mit Unterstützung der Villa Aurora
Eröffnung: Donnerstag, 28. Juli 2016, 18 – 21 Uhr
Laufzeit: 28. Juli 2016 – 3. September 2016
68projects
Fasanenstraße 68, 10719 Berlin