Veranstaltungsarchiv Villa Aurora
Januar 2015
Susan Sontag Revisited
Berlin
Susan Sontag gehörte zu den großen intellektuellen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2003 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels als „prominenteste intellektuelle Botschafterin zwischen den beiden Kontinenten“. Ihre Essays zu Fotografie und Kriegsberichterstattung, Krebs und AIDS sind legendär. Dass sie nicht nur in Filmen von Woody Allen und Andy Warhol auftrat, sondern auch selbst ein halbes Dutzend Filme drehte, ist weithin unbekannt. Zehn Jahre nach ihrem Tod widmet sich die Veranstaltungsreihe SUSAN SONTAG REVISITED der anhaltenden Aktualität von Sontags Arbeiten.
20.01. – 05.02.2015: Filmprogramm im Kino Arsenal, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin
Das Kino Arsenal zeigt ab dem 20.01.2015 sämtliche Filme Susan Sontags. Neben ihren eigenen werden weitere Filme gezeigt, die in engem Bezug zu ihrem Werk stehen.
29.01. + 30.01.2015 ab 12:30 Uhr: Symposium im ICI – Institute for Cultural Inquiry Berlin, Christinenstraße 18 – 19, Haus 8, 10119 Berlin, Eintritt frei
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf Facebook und auf der Website des ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry
Veranstalter
Welcoming Reception
Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)
Teilnehmer:innen
Benedikte Bjerre wurde 1987 in Kopenhagen geboren und ist seit 2009 Studentin von Prof. Peter Fischli und Simon Starling an der Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt am Main.
Vor ihrem Studium der Bildenden Künste schloss Bjerre 2009 ihren BA in Soziologie an der Universität Kopenhagen ab. Seit 2013 ist sie Gastdozentin an der Fatamorgana Danish School of Art and Photography.
Durch das Medium der Fotografie wird sich Benedikte Bjerre während ihres Aufenthalts in der Villa Aurora mit Architektur als möglichen Einblick in soziale Strukturen beschäftigen.
Für die Veranstaltung Meet the Fellows wird Benedikte mit dem in San Francisco geborenen Künstler Buck Ellison, sowie der türkischstämmigen Elif Erkan zusammenarbeiten. Thema der Kollaboration wird die Repräsentation und soziale Konnotation in der Herstellung von Objekten sein.
Heatsick ist ein Projekt von dem Musiker und bildenden Künstler Steven Warwick, dessen neues Album ‘Re-engineering’ ab sofort bei PAN erhältlich ist. Mit Heatsick kreiert Warwick Musik in Echtzeit auf der Basis von Loops, die geformt, gedehnt, gekürzt und miteinander gekoppelt werden. Diese verschmelzen in einer ähnlichen Weise miteinander wie auch seine visuellen Arbeiten, bei denen Objekte mit Medien zusammenfließen und in einer Umgebung kombiniert werden, die den Betrachter dazu einlädt teilzunehmen.
Heatsick liefert Livemusik, welche die Sinne loslöst und erweitert; seine Nutzung begrenzter Ressourcen eine fesselnde, maximalistische Klangumgebung zu erzeugen, wird von Clubs und Festivals in aller Welt, wie Berghain/Panorama Bar, Unsound MoMa und Novas Frequencias in Rio begeistert aufgenommen.
Steven Warwick wird Tracks aus seinem aktuellen Album Re-ingeneering präsentieren, die er als „kybernetische Gedichte“ bezeichnet. Diese entführen den Zuhörer in die Tiefen hypnotischer Tanzmusik halten ihm gleichzeitig einen kritischen, bisweilen satirischen Spiegel unserer Kultur vor.
Alice Agneskirchner:
“In meiner Arbeit als Filmemacherin suche ich stets Geschichten über Menschen außerhalb des Mainstreams. Nach Männern und Frauen auf ihrem eigenen Weg, die die Welt mit ihren Augen erkunden. Die Träume, Hoffnungen, Sehnsüchte und Gedanken erleben, sowie auch Misserfolge, die sich von Zeit zu Zeit jedoch als bessere Wahl heraustellen. Beim Filmen versuche ich immer, den richtigen Moment zu treffen, um echten Humor, bedeutungsvolle Momente und Einblicke in die Gesellschaft, Geschichte, Kultur und Kunst einzufangen.
In der Villa Aurora werde ich an zwei Projekten arbeiten.
Zum einen möchte ich dem immensen Einfluss der amerikanischen Mini-Serien-Produktion “Holocaust” (1978) auf den Grund gehen. Die Hälfte aller Amerikaner, Deutschen und Israelis verfolgten damals die Serie. In Deutschland schaffte sie eine Veränderung in den nach dem Holocaust geborenen Generationen, sowie eine Flut an Zuneigung für die jüdische Bevölkerung während des Nazi-Regimes. Interviews mit dem Regisseur Marvin J. Chomsky und anderen Beteiligten des Projektes werden Teil des Projektes sein.
Außerdem werde ich mein sicheres Terrain des Dokumentarfilmens verlassen und an einem Drehbuch, basierend auf einer wahren Geschichte, arbeiten. In Ost-Deutschland existierten Clubs, die den Mythos von Cowboy und Indianer zelebrierten. Der Schriftsteller Karl May inspirierte seine deutschen Leser, Gefallen an der Idee des “Edlen Wilden” zu finden. Die Helden meiner Kindheit waren Winnetou, der Apache und sein deutscher Freund, Old Shatterhand. Sie standen für unsere Sehnsucht nach dem Westen. In meinem neuen Projekt werde ich drei junge Deutsche in den wahren Westen schicken, um ihre wahren Sehnsüchte zu ergründen.”
Weitere Infos zum früheren Filmen:
Ihr Debütfilm Tore Tanzt gewann den AFI Kritiker-Preis für Neue Autoren in Los Angeles und wurde kürzlich von LA Weekly zum Besten fremdsprachigen Film 2014 gekürt.
Während ihres Aufenthalts in der Villa Aurora arbeitet Katrin Gebbe an ihren neuen Drehbüchern Pelicanblood und der Dänisch-Deutschen Co-Produktion The Begging Hand.
Weitere Informationen
Christine Matzke begibt sich innerhalb Ihres Stipendienaufenthaltes auf die Suche nach den Wurzeln Hollywoods und damit nach dem Stechenpalmenwald, auf welchem die Namensgebung beruht. Auf dieser Suche geht sie von einer Karte Map of Hollywood by H.H. Wilcox and Co., 1887 aus.
Christine Matzkes künstlerischer Arbeit bewegt sich im Genre der Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie. In Bildserien, die sich minimalistisch im Schwarz -Grau Raum bewegen verbindet Sie individuelles und kollektives Gedächtnis.
Salon Sophie Charlotte 2015
Berlin
Salon Sophie Charlotte: Ins Licht gerückt
Licht und Erkenntnis sind kaum voneinander zu trennen. Deshalb widmet die Akademie der Wissenschaften dem Licht einen ganzen Abend und will das Licht mit dem diesjährigen „Salon Sophie Charlotte“ „ins Licht rücken“. Das „Licht der Aufklärung“ wird ebenso Thema sein wie Goethes Verhältnis zum Licht oder das Licht in den Religionen. Von der Lichtgeschwindigkeit über die technische und wirtschaftliche Bedeutung von Licht, von den „glühenden Strahlen“ musikalischer Klänge bis zu Lichtbildern im Roman des diesjährigen Buchpreisträgers Lutz Seiler werden wesentliche Aspekte der Macht des Lichts unterhaltsam thematisiert. Licht- und Soundinstallationen von namhaften Künstlern wie Mischa Kuball, Philipp Lachenmann oder Jens Brand erwarten Sie ebenso wie viele weitere informative und vergnügliche Beiträge rund um das Licht.
Lichtinstallation von Philipp Lachenmann
18-24 Uhr...The Depature of Water and Power
Klanginstallation von Jens Brand
Lutz Seiler liest aus seinem neuen Roman KRUSO, Einführung: Annette Rupp (Villa Aurora e. V.)
VERANSTALTUNGSORT
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Screening: "Tore tanzt"
Goethe-Institut Los Angeles (5750 Wilshire Blvd. Suite 100, Los Angeles, CA 90036)
Information
Nothing Bad Can Happen - Trailer from Drafthouse Films on Vimeo.
Der junge Tore will in Hamburg mit religiösen Punks, die sich selbst "Jesus Freaks" nennen, ein neues Leben beginnen. Unerwartet ergibt sich dabei für ihn die Gelegenheit, einer Familie bei einer Autopanne zu helfen. Der dankbare Benno lädt den Retter in der Not in das Gartenhaus ein, das er mit seiner Frau Astrid sowie den beiden Kindern Swanny und Dennis bewohnt. Tore wiederum hält die zufällige Begegnung für ein göttliches Zeichen und freundet sich mit Benno an, auch mit der 15-jährigen Sanny versteht sich der Streuner besonders gut. Nach einigen Tagen schon wird der Punk von der Familie eingeladen, als Dauergast im Zelt auf ihrem Grundstück zu campieren. Kurz darauf wird Benno jedoch plötzlich sehr aufbrausend und gewalttätig. Tore lässt sich davon indes nicht vertreiben, sondern erkennt in den immer heftiger werdenden Misshandlungen eine göttliche Herausforderung.
Mit dem Film Tore Tanzt von der Villa Aurora Stipendiatin Katrin Gebbe wird die Kollaboration „Villa @ Goethe“ fortgesetzt. Bei dieser Reihe bekommen die in der Villa Aurora lebenden Künstler die Gelegenheit, ihre vergangenen, aktuellen und zukünftigen Projekte hier am Goethe-Institut vorzustellen.
Links zum Thema:
Katrin Gebbe
Drafthouse Films
Teilnehmerin
Katrin Gebbe dreht erste Kurz- und Experimentalfilme an der AKI, Academy of Visual Arts and Design (NL) und der School of the Museum of Fine Arts (Boston, USA). 2006 beendet sie ihr Studium mit dem Bachelor of Design und beginnt im gleichen Jahr das Regie-Aufbaustudium an der Hamburg Media School, das sie im Oktober 2008 mit Auszeichnung abschließt. Ihr Abschlussfilm “Sores & Sirin” wird mit dem European Young CIVIS Media Prize ausgezeichnet und qualifiziert sich für den Kurzfilm-Oscar. Ihr Debütfilm “Tore tanzt” feiert seine Weltpremiere 2013 bei den Int. Filmfestspielen von Cannes in der Sektion "Un Certain Regard", wird mit dem Bayerischen Filmpreis (Beste Nachwuchsregie) und vom Verband der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet und ist beim Deutschen Filmpreis u.a. für die beste Regie nominiert.