Veranstaltungsarchiv Villa Aurora
April 2016
Los Angeles
Berlin


Berlin - L.A. Trilogy III
Marcel Buehler | Hans Diernberger
Veronika Kellndorfer | Anna McCarthy
Hans-Christian Schink | David Zink-Yi
// Ausstellungsdauer: 12. März bis 16. April 2016
// Öffnungszeiten: Di. bis Sa. 11 bis 18 Uhr
// Weitere Informationen: 68projects.com
Frauenrechte und Journalismus in Syrien
Berlin
Eine Kooperation von Reporter ohne Grenzen und Villa Aurora

Am 6. April 2016 fand in der Geschäftsstelle von Reporter ohne Grenzen fünf Jahre nach dem Beginn der Protestbewegung gegen das Assad-Regime in Syrien eine Veranstaltung zum Thema "Frauenrechte und Journalismus in Syrien" statt, die die Villa Aurora gemeinsam mit Reporter ohne Grenzen ausrichtete. Frauenrechte sind für Journalistinnen und Journalisten in Syrien seit langem ein heikles Terrain. In Teilen des Landes schränken extremistische islamische Gruppen die Bewegungsfreiheit von Frauen ein und verwehren ihnen den Zugang zu Bildung. Ihre äußerst restriktiven Vorstellungen von der Verteilung der Geschlechterrollen setzen sie mit massiver Gewalt durch. Für viele Frauen und Mädchen auf der Flucht gehören sexualisierte Gewalt, Prostitution und Zwangsheiraten zur traurigen Realität.
Auf dem Podium diskutierten Yasmin Merei, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin, Chefredakteurin des Frauenmagazins Saiedet Souria, Yahya Alaous, Journalist und Menschenrechtsaktivist und Dina Aboul Hosn, Journalistin, Autorin und Übersetzerin, Mitbegründerin der Flüchtlingszeitung Abwab mit der Journalistin und Autorin Julia Gerlach über die Schwierigkeiten für Journalistinnen und Journalisten, die sich für mehr Frauenrechte in Syrien einsetzen.
Reporter ohne Grenzen und die Villa Aurora arbeiten bereits seit mehreren Jahren bei der Auswahl des Feuchtwanger Fellows zusammen. Dieses Fellowship vergibt die Villa Aurora in Zusammenarbeit mit der Feuchtwanger Memorial Library an der University of Southern California (USC) an Schriftstellerinnen und Schriftsteller oder Journalisten und Journalistinnen, die sich im Rahmen ihrer publizistischen Tätigkeit für die Wahrung der Menschenrechte engagieren oder in ihrer freien Meinungsäußerung beeinträchtigt sind. Mit diesem Stipendium, das einen Aufenthalt von bis zu neun Monaten in der Villa Aurora beinhaltet, erinnert der Verein an die Geschichte des Exils vieler Künstlerinnen und Intellektueller während des zweiten Weltkrieges und macht gleichzeitig auf die in vielen Teilen der Welt anhaltende Unterdrückung freier Meinungsäußerung aufmerksam.
Frauenrechte und Journalismus in Syrien
Berlin
Podiumsgespräch in englischer Sprache
Fünf Jahre nach dem Beginn der Protestbewegung gegen das Assad-Regime in Syrien laden Reporter ohne Grenzen und die Villa Aurora zu einem Podiumsgespräch mit
YASMINE MEREI, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin, Chefredakteurin des Frauenmagazins Saiedet Souria
YAHYA ALAOUS, Journalist und Menschenrechtsaktivist
DINA ABOUL HOSN, Journalistin, Autorin und Übersetzerin, Mitbegründerin der Flüchtlingszeitung Abwab
Moderation: JULIA GERLACH, freie Journalistin und Autorin
Frauenrechte sind für Journalistinnen und Journalisten in Syrien seit langem ein heikles Terrain. In Teilen des Landes schränken extremistische islamische Gruppen heute die Bewegungsfreiheit von Frauen ein und verwehren ihnen den Zugang zu Bildung. Ihre äußerst restriktiven Vorstellungen von der Verteilung der Geschlechterrollen setzen sie mit massiver Gewalt durch. Für viele Frauen und Mädchen auf der Flucht gehören sexualisierte Gewalt, Prostitution und Zwangsheiraten zur traurigen Realität.
Auch das Assad-Regime hat sich zwar stets gerne als aufgeklärt und „moderat“ dargestellt, aber schon lange vor dem Beginn des Aufstands 2011 das Erstarken islamisch-konservativer Strömungen zugelassen und Journalistinnen und Journalisten bestraft, die allzu kritisch über Defizite bei den Frauenrechten berichteten.
Über die Schwierigkeiten für Journalistinnen und Journalisten, die sich für mehr Frauenrechte in Syrien einsetzen, berichten an diesem Abend:
YASMINE MEREI: Journalistin, Linguistin und Menschenrechtsaktivistin. Merei hat für verschiedene syrische Zeitungen geschrieben und war Mitherausgeberin der Magazine Al-Haqiqa und Suwar. Sie ist Chefredakteurin des Frauenmagazins Saiedet Souria (http://saiedetsouria.com) sowie Gründungsmitglied der Syrian Women's Lobby und Associate Director der Campaign Against Childhood Marriage. Von Juli bis Dezember 2015 war sie Feuchtwanger Fellow der Villa Aurora.
YAHYA ALAOUS saß wegen seiner kritischen Artikel über die Menschenrechtslage in Syrien von 2002 bis 2004 im Gefängnis. Nach seiner Entlassung wurden ihm die bürgerlichen und politischen Rechte aberkannt. Alaous schrieb dennoch weiter, insbesondere für Thara, ein digitales Untergrund-Wochenmagazin für Frauen- und Kinderrechte. Nach Beginn der Protestbewegung 2011 schrieb er unter Pseudonym für eine Oppositionszeitung, musste aber schließlich fliehen und lebt seit April 2015 in Berlin. Über sein Leben als Flüchtling schreibt er eine Kolumne in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.
DINA ABOUL HOSN ist Journalistin, Autorin und Übersetzerin und gehört zum Koordinationsausschuss der Syrian Feminist Lobby. Als Mitglied der verfolgten Minderheit der Drusen war sie ab dem Frühjahr 2011 zunehmenden staatlichen Repressalien ausgesetzt. Im Herbst 2012 ging sie deshalb nach Dubai und arbeitete dort für die Zeitung Gulf News. Durch die starke Präsenz syrischer Agenten wurde ihr Aufenthalt in Dubai so gefährlich, dass Aboul Hosn in Deutschland Asyl beantragte. Sie gehört zu den Gründern von Abwab, der ersten arabischsprachigen Zeitung für Flüchtlinge in Deutschland (https://issuu.com/abwab.de), und arbeitet als englischsprachige Redakteurin für die Website „I am a human story“ (http://iamahumanstory.com/en/).
JULIA GERLACH hat sieben Jahre lang als Korrespondentin mit Sitz in Kairo für deutschsprachige Medien wie die Berliner Zeitung, Focus, Cicero und die NZZ am Sonntag über die arabische Welt berichtet. Seit 2015 lebt sie in Berlin. Soeben ist im Ch. Links Verlag ihr Buch „Der verpasste Frühling. Woran die Arabellion gescheitert ist“ erschienen.
// Mittwoch, 6. April 2016 um 19:00 Uhr
// Geschäftsstelle von Reporter ohne Grenzen,
// Friedrichstraße 231 (2. HH, 3. Stock),10969 Berlin
// Anmeldung erbeten unter rog@reporter-ohne-grenzen.de
Weitere Informationen
Ausstellungseröffnung
Museum für Fotografie Berlin
M+M 7 Tage
Wir laden herzlich zur Eröffnung der Ausstellung M+M 7 Tage am Mittwoch, 27. April 2016, um 19 Uhr ein.
Moritz Wullen
Direktor der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin
Museum für Fotografie
Staatliche Museen zu Berlin
Jebensstraße 2
10623 Berlin
Ausstellung
Museum für Fotografie Berlin
M+M 7 Tage
In einer eigens für den Fürstensaal des Museums für Fotografie konzipierten Installation präsentiert das Münchner Künstlerduo M+M den Filmzyklus 7 Tage. Es wird die komplette Reihe des siebenteiligen Werks gezeigt, das M+M sukzessive in einem Zeitraum von fast sieben Jahren entwickelt haben. Die Installation gleicht einem multiperspektivischen Kino, das die Sprache des Films um räumliche Strukturen und neue Erzählweisen erweitert. Jeder Film des Zyklus erzählt eine eigene Geschichte, die jedoch immer in zwei parallel projizierte Varianten gesplittet ist. Der Protagonist – dargestellt von dem Schauspieler Christoph Luser – sieht sich innerhalb der 7 Tage scheinbar alltäglichen, jedoch vollkommen gegensätzlichen Situationen ausgesetzt. Alle sieben Filme beziehen sich auf Schlüsselszenen aus unterschiedlichen Spielfilmen, in denen die psychologische Dimension zwischenmenschlicher Beziehungen zum Vorschein kommt. In ihren Doppelinszenierungen verleihen M+M diesen Szenen eine neue Lesart und entwickeln eine Filmsprache, die die Veränderlichkeit heutiger Identitäten zum Thema macht.
So reinszenieren M+M Szenen unter anderem aus Jean-Luc Godards Le mépris (1963), John Badhams Saturday Night Fever (1977) oder Stanley Kubricks The Shining (1980), wobei jeder Film einem Wochentag gewidmet ist. Zum Teil kehren von Film zu Film bestimmte Motive wieder, wie beispielsweise Beziehungen zwischen Vater, Mutter und Kind oder erotische Annäherungen oder Distanzierungen zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann. Bei jedem Film handelt es sich um eine präzise synchronisierte Doppelprojektion, in der bei exakt gleichem Dialog, Kameraführung und Schnitt eine Figur ausgetauscht ist. Die Stimmungen und die Bedeutungen der Dialoge und Handlungen verändern sich dabei teils unterschwellig, teils erheblich und offenbaren deren verstörenden Facettenreichtum. Ein zentrales Element der 7 Tage ist die Verteilung der Projektionsleinwände im Raum, die Zersplitterung des homogenen Filmraums und seiner Erzählstruktur zugunsten eines multiperspektivischen Kinos, das sich erst durch einen aktiven Betrachter erschließt, der Querbezüge zwischen den Projektionen, den multiplen Bildern und Geschichten herstellt. Die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Besonderheiten der Synchronerzählung, die M+M in den Filminstallation 7 Tage erproben, spiegelt ihr Interesse an den zunehmend komplexen Raum-, Identitäts- und Zeiterfahrungen unserer Gesellschaft.
M+M kombinieren in ihren konzeptionell ausgerichteten Werken oft verschiedene Medien, von Fotografie, Video und Film über Bildhauerei bis zu Architektur und Projekten im öffentlichen Raum. Seit einigen Jahren liegt der Fokus auf multimedialen Installationen.
Staatliche Museen zu Berlin
Jebensstraße 2
10623 Berlin
10 Euro, ermäßigt 5 Euro
Künstlergespräch
Museum für Fotografie Berlin
Künstlergespräch M+M 7 Tage
M+M im Gespräch
Museum für Fotografie
Staatliche Museen zu Berlin
Jebensstraße 2
10623 Berlin