Veranstaltungsarchiv Villa Aurora

Oktober 2016

Donnerstag, 13.10.2016

Jan Brandt

me Collectors Room Berlin (Auguststraße 68, 10117 Berlin)

 

 

Information

Buchpremiere

Stadt ohne Engel

Im Jahr 2014 reist der Schriftsteller Jan Brandt zu einem Stipendium in der Villa Aurora nach Los Angeles, der „Stadt der Engel“. In dieser Zeit ergründet er erfüllte und unerfüllte Sehnsüchte und bringt in seinem Buch STADT OHNE ENGEL den schillernden Kosmos auf unerhörte Weise zum Sprechen.

Jan Brandt erzählt in seinem Buch von Menschen, denen er auf Streifzügen begegnet ist: von Neohippies bis zum Starkoch, vom Start-up-Unternehmer und einer jungen Auftragsdichterin bis zum Gangsta-Rapper. Es sind Geschichten von Glücksrittern, die versuchen, trotz aller Widerstände den amerikanischen Traum zu leben. In STADT OHNE ENGEL (DuMont 2016) verbinden sich literarische Reportagen mit Essays, persönliche Begegnungen und Beobachtungen mit Zeitungsartikeln. Twitter-Meldungen und Facebook-Nachrichten verschmelzen zu einem kollektiven urbanen Rauschen. Es ist ein Buch über die pulsierende Stadt Los Angeles, die „vielleicht wahnsinnigste Metropole der Welt“.

Zur Buchpremiere am 13. Oktober 2016 lädt die Villa Aurora gemeinsam mit dem me Collectors Room und DuMont Buchverlag um 19 Uhr ein. Moderiert wird der Abend von dem Schriftsteller und ehemaligen Villa Aurora-Stipendiaten Florian Werner.

 

 

Teilnehmer

Jan Brandt
Foto: Napp

Jan Brandt, geboren 1974 in Leer (Ostfriesland), studierte Geschichte und Literaturwissenschaft in Köln, London und Berlin und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sein Roman GEGEN DIE WELT (DuMont 2011) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschien TOD IN TURIN (DuMont 2015).

Dienstag, 18.10.2016

Welcoming Reception

Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)

 

 

Teilnehmer:innen

Annekatrin Hendel

Ursprünglich aus dem Theater- und Designbereich, wandte sich Annekatrin Hendel 2004 dem Dokumentarfilm zu. Sie sieht sich als Vertreterin einer letzten DDR-Generation, die fähig ist, authentische Geschichten über ein Land zu erzählen, das es nicht mehr gibt. Ihr Ziel ist es, eine Alternative zu dem weit verbreiteten Bild der DDR als Land der Uniformität, Melancholie und konstanten Niedergeschlagenheit zu präsentieren: Hendels Filme erzählen von einer Gesellschaft, die Leidenschaft kannte, jugendliche Euphorie, Diversität und starke Geschichten voller Freundschaft und Betrug.

Am 18. Oktober wird sie Trailer ihrer Filme “Flake” (Über den Keyboarder von Rammstein, 2011), “Vaterlandsverräter” (2011), “Anderson” (2013) und “Fassbinder” (2015) präsentieren.

Klaus Pockrandt

Visiting Fellow Klaus Pockrandt arbeitet im Bereich der visuellen Kommunikation– sein Fokus liegt auf Plakatkunst. Während seines einmonatigen LA-Aufenthalts wird er urbane Räume fotografisch einfangen. Klaus plant, diese Eindrücke in einer Grafikserie zu verarbeiten.

Stefanie de Velasco

Stefanie de Velasco wurde in Oberhausen als Kind spanischer Einwanderer geboren. Sie studierte Europäische Ethnologie und Politikwissenschaft in Bonn, Bremen und Warschau. Ihr Debütroman "Tigermilch" war für den Independent Foreign Fiction Awards (2015) nominiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Am 18. Oktober wird Stefanie ihr neues literarisches Projekt vorstellen.

Sebastian Stumpf

Sebastian Stumpf wurde 1980 in Würzburg geboren und studierte 1999 bis 2008 Bildende Kunst in Nuremberg, Lyon und Leipzig. Seine Arbeiten waren in Einzelausstellungen im Museum Folkwang Essen, im Museum für Photographie Braunschweig, im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, im Kunstverein Göttingen und in der Anna Leonowens Gallery in Halifax zu sehen. Er nahm an der 6. Berlin Biennale teil, sowie an zahlreichen Gruppenausstellungen unter anderem im Frankfurter Kunstverein, Z33, Hasselt, Tokyo Wonder Site/Institute of Contemporary Art Tokyo, sowie in der Kunsthalle im Lipsiusbau, Dresden und im Contemporary Arts Center Cincinnati, Ohio. 2012 realisierte er eine Kunst-am-Bau-Arbeit für die Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale.

Bettina Pousttchi

Bettina Pousttchi wurde in Mainz geboren. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und im Whitney Independent Studio Program, Whitney Museum in New York. Sie gewann den Kunstpreis der Stadt Wolfsburg im Jahre 2014. Bettina Pousttchi lebt und arbeitet in Berlin.
Die künstlerische Arbeit von Bettina Pousttchi umfasst Fotografie, Skulptur und Video, sowie temporäre ortsspezifische Interventionen auf Architektur im öffentlichen Raum. Ihr Interesse richtet sich auf die Verbindung von Zeit- und Raumsystemen in transnationaler Perspektive. Auf der Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin realisierte sie im Jahre 2009/2010 die Fotoinstallation Echo. Für ein halbes Jahr bildeten die 970 Papierposter am Berliner Schlossplatz ein Nachbild des gerade abgerissenen Palastes der Republik. Bettina Pousttchis Arbeiten wurden in Einzelausstellungen u.a. gezeigt im Nasher Sculpture Center Dallas (2014), der Schirn Kunsthalle Frankfurt (2012) und der Kunsthalle Basel (2011). Sie war 2003 und 2009 auf der Biennale in Venedig vertreten.

Dienstag, 25.10.2016

Kerstin Zilm

Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)

 

Information

Endlich erfüllt sich der Traum: Ihr Beruf als Korrespondentin für das ARD-Radionetzwerk führt Kerstin Zilm nach Kalifornien, und voller Enthusiasmus entdeckt sie Küste, Wüste, San Francisco, Los Angeles und die Nationalparks. Sie lernt Promis kennen, schwärmt beim Anblick von Delfinen im Sonnenuntergang und schläft auf einem Campingplatz mit direktem Kontakt zu Außerirdischen. Und selbst Dauerstau oder die Tücken der Bürokratie können Kerstin Zilms großartige Entdeckungsreise durch Kalifornien nicht verhindern. Ein wunderbarer Trip – und eine großartige Einladung, sofort aufzubrechen.

 

Teilnehmerin

Kerstin Zilm

Geboren in München und im Markgräfler Land aufgewachsen, entdeckte Kerstin Zilm ihre Liebe für das Reporterinnenleben als Volontärin beim RIAS (Radio in the American Sector) in Berlin. Dorthin kam sie kurz nach dem Mauerfall. Dreizehn Jahre lang arbeitete sie als Reporterin, Moderatorin und Redakteurin für Deutschlandradio und andere öffentlich-rechtliche Radiostationen in Deutschland, darunter als Junior-Korrespondentin in Washington D.C. Seit April 2003 berichtet Kerstin Zilm als Korrespondentin aus Los Angeles, zuerst fünf Jahre lang aus dem ARD-Hörfunkstudio an der US-Westküste und seit September 2008 selbständig für Radio, Print und Fernsehen.

Freitag, 28.10.2016

The Psycho Records

Los Angeles

The Psycho Records

Skylight Books and Villa Aurora freuen sich eine Lesung von Laurence A. Rickels seines neusten Buches The Psycho Records präsentieren zu dürfen.

Psycho Records folgt der Mutter aller Duschszenen für die nachfolgenden Slasher und Splatter-Filme. Aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrende amerikanische Soldaten wurden „Psychos“ genannten, wenn sie psychisch erkrankt waren. Robert Bloch und Alfred Hitchcock wandelten den Begriff in ein übergeordnetes Schlagwort für eine Reihe von psychotischen und psychopathischen Symptome oder Veranlagungen. Sie übertrugen eine kriegsinduzierte Störung auf das amerikanische Kernland. Gestützt auf seine Erfahrung mit dem deutschen Film, verpackte Hitchcock in seiner Duschszene die Essenz des Begriffs Schauer. Spätere Horrorfilmreihen weisen post-traumatische Flashbacks zu Hitchcocks Duschszene auf. Letzten Endes argumentiert das Buch diesen Effekt als therapeutisch begrenzt.
Diese umfangreiche Fallstudie ruft die genealogische Lesart des Philosophen und Psychoanalytikers Laurence Rickels auf. Das Buch beginnt nicht mit einer weiteren Analyse von Hitchcocks Film der 1960er Jahre, sondern mit einer Bewertung der verschiedenen Updates die der Vampirismus im Laufe der Jahre erhalten hat. Es schließt ab mit einem genauen Blick auf den Aufstieg der dämonischen und infernalischen Tendenzen in Horrorfilmen seit den 1990er Jahren und der Problematik des „Psychos“ als den unheimlichsten aller Doppelgänger.

Laurence A. Rickels ist Professor für Kunst und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Er ist der Autor von Aberrations of Mourning (1988), The Case of California (2001), Nazi Psychoanalysis (2002), The Vampire Lectures (1999), The Devil Notebooks (2008), Ulrike Ottinger: The Autobiography of Art Cinema (2008), I Think I Am: Philip K. Dick (2010), and Germany: A Science Fiction (2015).

Location
1818 N Vermont Ave
Los Angeles, CA 90027

Samstag, 29.10.2016

Hilde Waldo

Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Los Angeles, CA 90272)

 

 

Information

Weit mehr als eine Sekretärin

Hilde Waldo und das Vermächtnis von Lion Feuchtwanger

Am 22. Oktober 2016 wäre Hilde Waldo 110 Jahre alt geworden. Wir möchten diesen Tag zum Anlass nehmen, die Frau zu feiern, die Lion Feuchtwanger 17 Jahre lang als Sekretärin zur Seite stand.

Dabei möchten wir einige wichtige, aber weitgehend unbekannte Aspekte ihres Lebens zur Sprache bringen; etwa ihre Freundschaft mit Mitgliedern der deutschen Widerstandsgruppe "Onkel Emil", aber auch die Verbindung zu ihrem langjährigen Freund und Diplomaten Erich Kordt, seine Beteiligung an ihrer Rettung vor der nationalsozialistischen Verfolgung, ihre Aussage in seinem Namen in Washington DC im Jahre 1945, und die langjährige Freundschaft die sie verband.

Hilde Waldo war nicht nur die perfekte Sekretärin für Lion Feuchtwanger - sie war gewissenhaft, loyal, gebildet und sprach fließend Englisch. Sie war außerdem maßgeblich daran beteiligt, nach Lions Tod 1958 und Martas Tod 1987, Lion Feuchtwangers literarische Arbeiten zu verwalten, die Übertragung seiner Bibliothek und seines Hauses an die University of Southern California zu beaufsichtigen, den Kontakt zu seinen Verlegern in den USA und Übersee zu pflegen und vieles mehr.
Nachdem die Villa Aurora, das Wohnhaus der Feuchtwangers, zu der Künstlerresidenz wurde, die sie heute ist, verblassten langsam die Erinnerungen an Waldo, die dort ein halbes Jahrhundert gearbeitet hatte.

Waldos Schicksal war ohne Zweifel erheblich von historischen Ereignissen geprägt; sie meisterte diese jedoch auf kreative Weise und arbeitete tapfer an ihrer Karriere im Süden Kaliforniens. Die Zeit ist gekommen, die überraschend komplexe und spannende Geschichte ihres Lebens zu erzählen.

 

 

Teilnehmer:innen

Herbert Krill

Herbert Krill ist Dokumentarfilmemacher und verbringt seine Zeit zwischen Kalifornien und Zentraleuropa. 2008 produzierte er den Dokumentarfilm Feuchtwanger lebt! für 3Sat.

Alexandra Tyrolf

Alexandra Tyrolf ist Wissenschaftlerin im Bereich Amerikanistik in Leipzig. Zurzeit schreibt sie ihre Dissertation über deutsch-jüdische Autorinnen, die in die USA emigriert sind: Marta Feuchtwanger, Salka Viertel und Victoria Wolff.

Partner

Diese Veranstaltung entstand in Zusamenarbeit mit USC Feuchtwanger Memorial Library