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„Die Hölle, Deutsche, kam über euch.“ Thomas Manns unnachgiebige und kompromisslose Botschaft in seinen zwischen 1940 und 1945 über die BBC ausgestrahlten Radioansprachen war ein Plädoyer für Humanismus und demokratische Erneuerung – und zugleich ein letztlich erfolgloser Weckruf an ein Land, das sich der Verblendung und der vollständigen Zerstörung verschrieben hatte.
 

Zum 150. Geburtstag Thomas Manns wurden die BBC-Radioansprachen von der Schauspielerin Sandra Hüller neu eingesprochen. Dreizehn herausragende zeitgenössische Stimmen aus Politik, Wissenschaft und Kultur kommentieren diese, treten mit Manns Texten in einen Dialog und diskutieren ihre heutige Relevanz.

 
 

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Einleitung zu Thomas Manns Radioansprachen

"Es ist die Stimme eines Freundes. [...] Die Stimme eines Deutschlands, dass der Welt ein anderes Gesicht zeigte und wieder zeigen wird, als die scheußliche Medusenmaske, die der Hitlerismus ihm aufgeprägt hat. Es ist eine warnende Stimme."

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Über Thomas Manns Radioansprache von Oktober 1940

"Es ist nicht 1940. Wir sind nicht in einem Weltkrieg, aber die politischen Spannungen, der aufkommende Faschismus, die Demokratieverdrossenheit, die wir heute sehen, da findet man natürlich auch Parallelen."

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Über Thomas Manns Radioansprache vom 24. Dezember 1940

"Thomas Mann hat diese ganze Heuchelei schonungslos herausgearbeitet und diesem Grauen des Nationalsozialismus tatsächlich Sprache verliehen."

 

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Über Thomas Manns Radioansprache von Februar 1941

"Ich hätte mir ein bisschen mehr Wortgewandtheit, mehr Wortwitz, mehr direkte Ansprache und weniger Einhauen, Eindreschen auf den Mann Hitler gewünscht."

 

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Über Thomas Manns Radioansprache von Januar 1942

"Ein Regime, das Menschlichkeit verleugnet, hätte Menschen wie mich als einst unwertes Leben aussortiert."

 

 

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Über Thomas Manns Radioansprache von März 1942

"Demokratie ist heutzutage aus meiner Sicht stark gefährdet, auch in Amerika."

 

 

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Über Thomas Manns Radioansprache von April 1942

"Es war als Kind oder als Jugendliche klar, dass unsere Stadt zerstört worden war, weil diese anderen Städte zerstört worden waren von den Deutschen."

 

 

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Über Thomas Manns Radioansprache vom 25. August 1943

"Er hat versucht, die Deutschen aufzurütteln und wachzurütteln und ihnen klarzumachen, in welcher Lage sich die Welt, sich das Land befindet und dass sie umkehren müssen.“

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Über Thomas Manns Radioansprache vom 27. Juli 1943

"Wo Sprache abhanden kommt, sterben auch Demokratie und Frieden."

 

 

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Über Thomas Manns Radioansprache vom 28. Februar 1944

"Es müsste eigentlich heißen: Die Welt entrüstet sich, die Welt klagt euch an, die Welt versteht euch nicht!“

 

 

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Über Thomas Manns Radioansprache vom 01. Mai 1944

"Ich bin weder Thomas Mann, natürlich, noch befinden sich die Vereinigten Staaten im tiefen Faschismus. Aber die Vorzeichen sind alle da."


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Über Thomas Manns Radioansprache vom 14. Januar 1945

"Da ist die klare Einsicht in die Unsühnbarkeit dessen, was es, was ein von schändlichen Lehrmeistern zur Bestialität geschultes Deutschland der Menschheit angetan hat."


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Über Thomas Manns Radioansprache vom 10. Mai 1945

"Kein Land hat so die Verantwortung wie Deutschland, für die Zukunft des jüdischen Lebens zu sorgen."

 

 

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Über Thomas Manns Radioansprache vom 08. November 1945

"In der Zeit kann man froh sein, dass es einen Thomas Mann gab, der stellvertretend für viele den deutschen Geist hochgehalten hat gegen all den Schmutz und den Dreck und die Besoffenheit."

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Song 1
00:00 / 00:00
  • Einleitung
  • Oktober 1940 / Alice Hasters
  • Dezember 1940 / Christian Wulff
  • Februar 1941 / Feridun Zaimoglu
  • Januar 1942 / Raúl Krauthausen
  • März 1942 / Arne Friedrich
  • April 1942 / Annett Gröschner
  • August 1943 / Nicola Leibinger-Kammüller
  • Juni 1943 / Düzen Tekkal
  • Februar 1944 / Jutta Allmendinger
  • Mai 1944 / Susan Neiman
  • Januar 1945 / Michel Friedman
  • Mai 1945 / Charlotte Knobloch
  • November 1945 / Navid Kermani

Im S. Fischer Verlag ist unter dem Titel Deutsche Hörer! eine Neuausgabe der Radioansprachen mit einem Vorwort und einem Nachwort von Mely Kiyak erschienen.

 

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit Sonja Valentin und Hans Dieter Heimendahl.

Partner

In Partnerschaft mit DLF und dem S. Fischer Verlag.

 

Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.