Programmhighlights 2025: Thomas Mann House

von Thomas Mann House

© Mike Kelley

Mann 2025 – 150 Jahre Thomas Mann

Im Jahr 2025 organisierte das Thomas Mann House ein vielfältiges Programm, das Mann nicht nur als bedeutenden Literaten würdigte, sondern ebenso seine politischen Überzeugungen, seinen lebenslangen Einsatz für die Demokratie und seine Exilerfahrungen in den Mittelpunkt stellte.

Zu den zahlreichen Höhepunkten dieses Jubiläumsjahres gehörte die Wiedereröffnung des Thomas Mann House nach den Bränden – pünktlich zu Manns 150. Geburtstag am 6. Juni. Die Veranstaltung mit dem Titel „Faustus Revisited: Reading & Concert on Thomas Mann’s 150th Birthday“ präsentierte Lesungen aus Manns Doktor Faustus durch Performer des Los Angeles Poverty Department sowie ein musikalisches Programm, das gemeinsam mit der legendären Konzertreihe Monday Evening Concerts und unserem Fellow-in-Residence Steven Walter kuratiert wurde. Im Mai organisierten wir gemeinsam mit dem Goethe-Institut, USC Libraries und dem USC Center for Advanced Genocide Research das Symposium „An Appeal To Reason: A Celebration of Democracy, Freedom, and Culture“ in Washington, D.C. Im September folgte in New York die Veranstaltung „Thomas Mann as a Political Activist“, realisiert in Kooperation mit dem Leo Baeck Institute, mit einer Keynote und einem Gespräch der renommierten Wissenschaftler Kai Sina und Samantha Rose Hill. Alle Programme und Veranstaltungen wurden zudem auf einer neuen Website, www.mann2025.de, präsentiert – einem Gemeinschaftsprojekt des Thomas Mann International Netzwerks. Begleitet wurde die Seite von einem besonderen Mann-Journal, das Beiträge internationaler Autor:innen zu einer Vielzahl von Themen versammelte.

Viele unserer Mann 2025 Programme können Sie sich auf dieser Youtube-Playliste anschauen.

Critical Currents – Bridging the Gap: Eine neue Podcast-Reihe

Demokratie lebt vom offenen Dialog, von unterschiedlichen Perspektiven und vom Mut, sich über Differenzen hinweg auszutauschen. Wie können wir einander wirklich zuhören und unser Gefühl von Solidarität stärken? Unsere neue Podcast-Reihe Critical Currents untersucht jene Debatten, Bewegungen und kulturellen Verschiebungen, die das demokratische Leben heute prägen. In einer Zeit der Unsicherheit fördert dieser Podcast nachdenkliche Gespräche und ein tieferes Verständnis für die Kräfte, die uns verbinden – und trennen. Die erste Staffel, Bridging the Gap, richtet den Blick auf Momente der Spannung und gemeinsamer Erfahrung und überwindet Barrieren durch präzise und aufschlussreiche Gespräche mit Gästen wie Lynne Thompson, Paul Holdengräber, 2025 Thomas Mann Honorary Fellow Susan Neiman, Rosecrans Baldwin, Eric Avila und Lois Rosson. In der ersten Folge der Reihe sprachen die Podcast-Hosts Stella Horns und Dani Taylor mit der vierten Poet-Laureate von Los Angeles, Lynne Thompson, die Poesie nutzt, um politische Gräben zwischen Menschen zu überbrücken. Im Gespräch reflektiert Thompson über die vielfältigen Kräfte, die ihre poetische Stimme geprägt haben. Moderiert wird Critical Currents von drei Studierenden: Dani Taylor, Hauptfach Englisch und Geschichte an der UCLA, Stella Horns, die Politikwissenschaft und Narrative Studies an der USC studiert sowie Ziyan Xie, der an der UCLA einen Doppelabschluss in Kognitionswissenschaft sowie European Languages and Transcultural Studies verfolgt. Der Podcast entsteht in Zusammenarbeit mit dem Wende Museum und dem Radiosender dublab.

Alle Episoden können Sie hier nachhören!

Bridging Physical Barriers: Inklusion an der Schnittstelle von Robotik, Architektur und Kunst

Im August veranstaltete das Thomas Mann House einen interdisziplinären Abend mit Thomas Mann Fellow Robert Riener, Professor für Gesundheitswissenschaften und Technologie an der ETH Zürich. Nach kurzen Präsentationen führender Forscher:innen moderierte Riener ein Gespräch über die Zukunft von Inklusion im Zusammenspiel von physischem Raum, Bewegung und unterstützender Technologie – im Rahmen unseres Jahresthemas „Across Boundaries“. Die Diskussion vereinte vielfältige Perspektiven aus Robotik, Architektur, Rehabilitation, Performance und Design. Gemeinsam wurde ausgelotet, wie Technologie, gebaute Umwelt und Kunst zusammenwirken können, um inklusivere Systeme zu schaffen. Zu den Panelist:innen gehörten u. a. Prof. Burçin Becerik-Gerber (USC), eine Pionierin im Bereich Human-Building Interaction; Natalie Fung, Produktionsmanagerin, Datenanalystin, Rollstuhlnutzerin und Aktivistin für Barrierefreiheit sowie Prof. David Reinkensmeyer (UC Irvine), ein führender Forscher im Bereich Neurorehabilitation und Robotik. Gemeinsam erkundeten sie, wie das Überwinden physischer wie auch disziplinärer Grenzen neue Wege der Zugänglichkeit eröffnen kann – und betonten dabei den Wert nutzerzentrierter Gestaltung und künstlerischer Perspektiven. Während seiner Zeit im Thomas Mann House forschte Robert Riener zu aktuellen technologischen Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik sowie zu deren potenziell positiven und negativen Auswirkungen auf Menschen mit oder ohne Behinderung und auf die Gesellschaft insgesamt. Ziel seines Projekts war es, einen Dialog über den angemessenen Einsatz neuer Technologien in unserer Gesellschaft zu fördern.