Events | "Moonshot Thinking in Silicon Valley" – Hans Ulrich Gumbrecht und Obi Felten im Gespräch mit Léa Steinacker | Live

Online | 20. November 2020 | 11:00 – 12:30

In einem kleinen Gebiet in Nordkalifornien finden seit Jahren Entwicklungen statt, die das Leben der Menschheit grundlegend verändern. Von Erfindungen wie dem Transistor über die Erfindung von PC und iPhone bis hin zu Pionierprojekten wie Internet aus der Stratosphäre - zwischen San José und San Francisco ist eine Kultur entstanden, die der Prämisse folgt, dass nichts unmöglich oder ausgeschlossen scheint.

Würde Hegel heute leben und die Frage nach dem Ort des Weltgeistes stellen, dann würde er ihn im Silicon Valley verorten, sagt der Literaturwissenschaftler und Stanford-Professor Hans Ulrich Gumbrecht. Er wird ins Gespräch kommen mit Obi Felten, 'Head of Getting Moonshots Ready for Contact with the Real World’ bei  X, Alphabets moonshot factory. Beide werden über die Risikobereitschaft im Silicon Valley sprechen und die Offenheit dafür zu scheitern. Sie werden diskutieren, wie Technologie von so unterschiedlichen Kräften wie Physik, Biologie, Kultur und Wirtschaft geformt und gestaltet wird, bevor sie mit der 'realen Welt' in Kontakt kommt. Die Veranstaltung wird von Léa Steinacker, Chief Strategy Officer der ADA, moderiert.

Teilnehmer*Innen

Obi Felten ist 'Head of Getting Moonshots Ready for Contact with the Real World', bei der Firma 'X, Alphabet’s moonshot factory', dem Team hinter selbstfahrenden Autos, Lieferdrohnen, Energiespeicherung mit geschmolzenem Salz und Internet aus Luftballons. Zuvor war sie Direktorin für Verbrauchermarketing bei Google EMEA. Vor Google startete Obi das E-Commerce-Geschäft eines großen britischen Einzelhändlers, arbeitete als Strategieberaterin und leitete die (erfolglose) Expansion von eToys.com nach Deutschland während des ersten Dotcom-Booms. Obi ist in verschiedenen Gremien tätig, darunter Springer Nature, ein weltweit tätiger Verlag für akademische und pädagogische Veröffentlichungen, der Schwerpunktbereich geistige Gesundheit des Wellcome Trust und Shift, eine Wohltätigkeitsorganisation, die soziale Probleme mit der Kraft des Design-Denkens und sozialer Unternehmungen angeht. Obi ist in Berlin aufgewachsen, hat einen BA-Abschluss in Philosophie und Psychologie der Universität Oxford und lebt mit ihrem Mann und ihren kleinen Kindern in Kalifornien.

Hans Ulrich Gumbrecht war von 1989 bis 2018 Albert Guérard-Professor für Literatur an der Stanford University. Er erhielt zwölf Ehrendoktorwürden von Universitäten in sieben Ländern. Darüber hinaus war er Gastprofessor und Fellow an zahlreichen akademischen und kulturellen Institutionen weltweit. Hans Ulrich Gumbrecht schreibt regelmäßig für die Neue Zürcher Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Zeit, die Weltwoche und den Estado de São Paulo. Zu seinen jüngsten Büchern zählen Stimmungen lesen - Über eine Ontologie der Literatur (Hanser Verlag, 2011 - Übersetzungen ins Englische, Portugiesische und Spanische); Unsere breite Gegenwart (Suhrkamp Verlag, 2010 - Übersetzungen ins Englische, Italienische, Portugiesische und Spanische); Nach 1945 - Latenz als Ursprung der Gegenwart, Stanford University Press 2013 (deutsche Übersetzung 2012; portugiesische Übersetzung 2014; (polnische Übersetzung 2015; russische und spanische Übersetzung 2017, ungarische Übersetzung im Erscheinen); Der Weltgeist im Silicon Valley (portugiesische und spanische Übersetzung im Erscheinen), Brüchige Gegenwart (2019) und Prosa der Welt - Denis Diderot und die Peripherie der Aufklärung (deutsche Übersetzung 2020, französische, russische, portugiesische und spanische Übersetzung im Erscheinen).

Moderation: Léa Steinacker ist Mitbegründerin und Chief Strategy Officer von ADA, einer Lerninitiative, die sich auf die Zukunft der Arbeit und den sozio-technologischen Wandel konzentriert. Sie betreut deren Strategien, entwickelt Live-Erfahrungen und gestaltet die inhaltliche Kuratierung der Plattform. Zuvor war Léa als Chief Innovation Officer der WirtschaftsWoche, Deutschlands führendem Wirtschaftsmagazin, tätig und schrieb eine zweiwöchentliche Kolumne über Code Capital, einen Begriff, den sie über das Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz, Märkten und Demokratie geprägt hat. Bevor sie zur Mediengruppe Handelsblatt kam, arbeitete Léa mit NGOs im Bereich soziale Gerechtigkeit in Bosnien-Herzegowina, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Im Jahr 2018 wurde sie als Forbes-Führerin unter 30 Jahren und als eine der Top 30 unter 30 Journalisten des Medium Magazine ausgewählt. Léa hat einen Master of Public Policy von der Harvard Kennedy School of Government, einen Bachelor in Internationalen Angelegenheiten von der Princeton University und das International Baccalaureate vom United World College of the Atlantic. Gegenwärtig ist sie auch Doktorandin an der Universität St. Gallen und erforscht die sozialen Auswirkungen künstlicher Intelligenz.

Die Veranstaltung ist kostenlos und öffentlich.

Ein Link zur Anmeldung folgt in Kürze.

 


Eine Veranstaltung des Thomas Mann House in Kooperation mit dem Goethe-Institut San Francisco.

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