Villa Aurora: Gedenkstätte des deutschen Exils in den USA und Künstlerresidenz

Die Villa Aurora wurde 1995 als Künstlerresidenz und Ort internationaler Begegnungen im ehemaligen Exil-Wohnhaus von Lion und Marta Feuchtwanger in Pacific Palisades etabliert.

Lion Feuchtwanger gilt als einer der meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein Roman „Die Geschwister Oppermann“ wurde von Pulitzer-Preisträger Joshua Cohen als eines der letzten Meisterwerke deutsch-jüdischer Kultur bezeichnet. An Lions literarischem Erfolg hatte Marta Feuchtwanger als seine Kritikerin und Lektorin maßgeblichen Anteil. Sie trat zudem als Aktivistin und Salonistin in Erscheinung.

Als interdisziplinäres Residenzhaus ehrt die Villa Aurora das Vermächtnis der Künstler:innen und Intellektuellen, die während des Nationalsozialismus in Kalifornien Schutz suchten und das Kulturleben an der amerikanischen Westküste nachhaltig prägten. Mehr als 450 Künstler:innen waren seit 1995 Stipendiat:innen in der Villa Aurora. Inspiriert wurden sie in ihrer dortigen Arbeit von der dynamischen US-amerikanischen Kultur, der einzigartigen kalifornischen Landschaft und den zahlreichen Spuren deutscher Exilant:innen in Los Angeles oder den vielen anderen Künstler:innen, die mit ihnen in der Villa Aurora gelebt und gearbeitet haben.

Residenzprogramm

Allgemein

Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. vergibt jährlich bis zu zwanzig Stipendien an Künstler:innen in den Sparten Bildende Kunst, Komposition, Film und Literatur für einen dreimonatigen Aufenthalt in der Villa Aurora in Los Angeles.

  • Das Stipendium in Los Angeles dient der Arbeit an einem künstlerischen Projekt.
  • Für ein Doppelstipendium ist eine Bewerbung zweier Künstler:innen mit einem gemeinsamen Projekt möglich. Hierzu reichen die Bewerber:innen jeweils eine eigene Bewerbung ein und vermerken darin die Bewerbung auf ein Doppelstipendium.
  • Der Stipendienaufenthalt ist jeweils an die Quartale eines Jahres gebunden.
  • Ein langfristiger Aufenthalt von Familienmitgliedern in der Villa Aurora kann aufgrund der räumlichen Kapazitäten nicht in allen Fällen sichergestellt werden.
  • Besuche sind nach Absprache für Aufenthalte von bis zu 14 Tagen möglich.
  • Die Stipendiat:innen erhalten Unterstützung bei der Umsetzung geplanter Vorhaben und begleitender Recherchen sowie bei der Vernetzung mit Partnern:innen und Institutionen.
  • Bis zu sechs weitere Stipendien für die Villa Aurora werden direkt über unsere Partnerorganisationen in separaten Auswahlverfahren vergeben.

Ein Fellowship in der Villa Aurora umfasst:

  • Ein monatliches Stipendiengeld von 2.500 EUR, inkl. Projektmittel.
  • Eine Reisekostenpauschale für den Hin- und Rückflug in Höhe von 1.275 EUR sowie eine monatliche Mobilitätspauschale in Höhe von 600 EUR.
  • Freie Logis in der Villa Aurora: Jede:r Stipendiat:in wohnt während des Aufenthalts in einem möblierten Zimmer mit eigenem Bad. Darüber hinaus stehen allen Stipendiat:innen zwei gemeinsam genutzte Küchen, zahlreiche Räume und Rückzugsmöglichkeiten sowie die Außenanlage für den Austausch mit anderen Stipendiat:innen und Gästen zur Verfügung.
  • Falls zutreffend: Kindergeld (400 EUR pro Monat für das erste mitreisende Kind, 100 EUR für jedes weitere mitreisende Kind).

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