Wiedereröffnung der Villa Aurora zum Herbst 2026

von Clara Becker

Die Villa Aurora öffnet wieder für die Öffentlichkeit

Anderthalb Jahre nach den verheerenden Bränden in Los Angeles nimmt die Villa Aurora ihren Betrieb wieder auf. Zum Herbst öffnet die Künstler:innenresidenz  für die Stipendiat:innen sowie die Öffentlichkeit und setzt damit ein Zeichen des Neuanfangs und der Begegnung.

Nach den Bränden im Januar 2025, von denen die Umgebung der im Stadtteil Pacific Palisades gelegenen Villa Aurora stark betroffen war, wird das traditionsreiche Residenzhaus nun wiedereröffnet. In den vergangenen Monaten wurden mit großzügiger Unterstützung des Auswärtigen Amtes umfassende Maßnahmen zur Instandsetzung und Inbetriebnahme des Gebäudes durchgeführt. Dazu gehörten u. a. die umfangreiche Beseitigung von Rauchschäden in den Innenräumen, zahlreiche Gutachten zur toxikologischen Belastung und Hangstabilität, die eingehende Prüfung der Bausubstanz sowie die umfassende Befreiung des Gartens von Brandschäden. Weitere dringend notwendige Arbeiten auf dem Gelände sowie umfassende Brandschutzmaßnahmen können in den kommenden Jahren schrittweise bei laufendem Betrieb der Villa Aurora erfolgen.

Ende August wird die Villa Aurora sukzessive wieder Stipendiat:innen und Besucher:innen empfangen und ihr kulturelles Programm fortsetzen. Den Auftakt bildet ein Open House am 30. August, bei dem Nachbar:innen, Freund:innen, Unterstützer:innen und Partner:innen des Hauses sowie die Öffentlichkeit herzlich willkommen sind.

Claudia Gordon, Direktorin der Villa Aurora:

„Die überwältigende Anteilnahme in Deutschland und den USA hat uns durch die schwierige Zeit nach den Feuern getragen. Wir freuen uns, das Haus nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen zu können und unsere Arbeit als transatlantischer Mittler, in deren Mittelpunkt das Stipendiat:innenprogramm steht, in vollem Umfang aufzunehmen.“

Mit der Wiedereröffnung kehren auch bedeutende Kulturgüter in das historische Residenzhaus zurück, darunter ein Porträt von Marta Feuchtwanger und eine hebräische Schriftrolle der Megillat Esther aus dem 18. Jahrhundert. Die Objekte waren während der Schließung sicher im Wende Museum in Los Angeles verwahrt worden.

Auch über ein Jahr nach den Bränden sind die Folgen für viele Menschen in und um Los Angeles weiterhin spürbar. Die Villa Aurora kehrt zu einem Zeitpunkt zurück, in dem Zusammenhalt, Austausch und gegenseitige Unterstützung für viele Communities im Rahmen des Wiederaufbaus von besonderer Bedeutung sind.

Jakob Scherer, Geschäftsführer des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.:

„Die Villa Aurora ist ein Symbol der Zuflucht, des Exils und der Demokratie. Sie macht den Wert der Freiheit – in Kunst und Politik – emotional erfahrbar. Sie nun wiederzueröffnen ist für uns als Verein von unschätzbarem Wert – und wäre ohne die großzügige Unterstützung unserer Partnerorganisationen und Förderer nicht denkbar gewesen.“

Wir danken

Der Verein Villa Aurora & Thomas Mann House dankt dem Auswärtigen Amt, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Goethe-Institut sowie dem Deutschen Generalkonsulat in Los Angeles für die enge Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten und Jahren.
Ein besonderer Dank gilt dem Wende Museum für die sichere Verwahrung von Kulturgütern der Villa Aurora während und nach den Bränden in Los Angeles.

Mithilfe von Partnerorganisationen war es zudem möglich, einen Teil der Stipendienaufenthalte in Form eines Off-Campus-Programms umzusetzen. Der Verein dankt für die enge Kooperation hier insbesondere dem Wende Museum, dem Galka Scheyer House (Blue Heights Arts and Culture) und dem 18th Street Arts Center, die während der Schließung die Off-Campus Fellows aufgenommen haben.

Zudem dankt der Verein den Institutionen, die Partnerstipendien in der Villa Aurora fördern: der Initiative Musik, dem KunstSalon Köln, der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, dem Musicboard Berlin, der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin sowie der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Über Villa Aurora & Thomas Mann House

Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. fördert als unabhängiger und parteipolitisch ungebundener Mittler der Bundesrepublik Deutschland den geistigen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Der gemeinnützige Verein vergibt Stipendien in den beiden Residenzen Villa Aurora und Thomas Mann House in Pacific Palisades, einem Stadtteil von Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien, und veranstaltet Kulturprogramme in den Vereinigten Staaten und in Deutschland. Er hält die Erinnerung an die europäische Exilgeschichte in Kalifornien wach, vermittelt ein zeitgemäßes, vielfältiges Deutschlandbild und ermöglicht ein gemeinsames Nachdenken über gesellschaftliche, kulturelle und politische Herausforderungen.

Der Villa Aurora und Thomas Mann House e. V. wird mit Mitteln des Auswärtigen Amtes und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Das Thomas Mann House wird darüber hinaus von der Berthold Leibinger Stiftung, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sowie vom Goethe-Institut unterstützt.