Queer Belongings and the Jewish “Homeland”: Israeli and Jewish American Lives Between Home and Away
Info
Durch eine Mischung aus Fiktion und akademischer Untersuchung untersucht Amit, wie queere jüdische Leben die Erzählungen von Heimat, Zugehörigkeit und Migration herausfordern und neu gestalten. In ihrem akademischen Buch A Queer Way Out: The Politics of Queer Emigration from Israel (SUNY, 2018) erforscht Amit die Geschichte queerer israelischer Emigranten. Basierend auf umfangreichen Feldforschungen in Berlin, London und New York untersucht sie die Beweggründe für die Auswanderung und das Gefühl der Nicht-Zugehörigkeit zum israelischen Nationalkollektiv.
Amit zeigte, dass sexuelle Orientierung und eine linke politische Ausrichtung eine bedeutende Rolle bei der Entscheidung zu gehen spielen. Amit untersuchte, wie queere israelische Emigranten nationale und heteronormative Normen wie Wehrdienst, Monogamie und Reproduktion in Frage stellen, wenn sie sich entscheiden, Israel zu verlassen. In ihrem neuen Forschungsprojekt führt Amit Interviews mit queeren jüdischen Amerikanern, die mit den Begriffen Heimat und Zugehörigkeit ringen, insbesondere im Nachklang der Ereignisse vom 7. Oktober und ihrer tiefgreifenden globalen Auswirkungen.
Ihrerseits konzentrieren sich ihre beiden Fiktionbücher auf queere Erfahrungen in Israel/Palästina und bieten intime, vielschichtige Darstellungen des Lebens am Rand der Gesellschaft. Ihr neues fiktionales Werk beschäftigt sich mit dem möglichen Verlust der hebräischen Sprache und einer möglichen Obsoleszenz des Staates Israel.
Das Gespräch mit Amit wird darauf eingehen, wie sich diese Themen in Amits kreativen und wissenschaftlichen Praktiken überschneiden. Es wird die Spannungen zwischen Verwurzelung und Mobilität, die Auswirkungen von historischem Trauma auf persönliche und kollektive Identität sowie die Möglichkeiten zur Vorstellung alternativer Zukunftsperspektiven durch queere Blickwinkel untersuchen. Amit wird auch über die Rolle des Erzählens – sowohl fiktiv als auch akademisch – als Werkzeug zur Navigation durch die Komplexität von Identität, Zugehörigkeit und Widerstand in Zeiten des Umbruchs nachdenken.
Eine Veranstaltung vom Frankel Center for Judaic Studies der University of Michigan.
Teilnehmerin
Hila Amit studierte kreatives Schreiben an der Universität Tel Aviv und hat einen Doktortitel in Gender Studies von der SOAS, University of London. Als Autorin und Essayistin schreibt sie über Queerness, Geschlecht, Sexualität und die komplexen Beziehungen zwischen israelischen Juden und Palästinensern. Ihre Kurzgeschichtensammlung Moving On From Bliss wurde mit dem Preis des israelischen Kulturministeriums für Debüt-Autoren ausgezeichnet. Ihr Sachbuch A Queer Way Out: The Politics of Queer Emigration from Israel gewann den AMEWS Book Award 2019. 2020 wurde Hebrew for All veröffentlicht, das den Zugang zur hebräischen Sprache unter Verwendung queerer und feministischer Methoden fördern soll. 2022 erschien ihr Roman The Lower City auf Hebräisch.