Marta – Eine Installation von Sonya Schönberger

Fr. 16.02.2024
Ort: Villa Aurora (520 Paseo Miramar, Pacific Palisades, CA 90272)

 

 

Information

Spiegeln unsere Besitztümer das Wesen unserer Persönlichkeit wider und bewahren die Erinnerungen an unsere Lebenserfahrungen? Was passiert, wenn ein Künstler in die Welt eines anderen Menschen „eintaucht“ oder in dessen persönlichen Gegenständen nach Spuren seiner Vergangenheit sucht?  

Im Jahr 2022 war die in Berlin lebende bildende Künstlerin Sonya Schönberger Stipendiatin in der Villa Aurora und schlief drei Monate lang im ehemaligen Schlafzimmer von Marta Feuchtwanger (1891–1987). Marta war die Frau des deutsch-jüdischen Exilschriftstellers Lion Feuchtwanger, dessen antifaschistische Schriften so einflussreich waren, dass er von Joseph Goebbels im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs zum „Staatsfeind Nr. 1“ erklärt wurde.  

Mit dem Aufstieg der NSDAP in Deutschland floh das Ehepaar aus Europa. Sie ließen sich 1943 in Pacific Palisades nieder, wo sie ihre Sammlung seltener Bücher wieder aufbauten. Ihr Haus mit dem Namen Villa Aurora wurde zu einem Zufluchtsort für andere Schriftsteller im Exil. Die Feuchtwanger Memorial Library, Teil der Spezialsammlungen der USC, beherbergt ihre Bücher, Papiere und Erinnerungsstücke.  

In ihrem künstlerischen Schaffen konzentriert sich Schönberger vor allem auf autobiografische Herausforderungen, die durch politische Veränderungen verursacht wurden, hauptsächlich aus der Perspektive der deutschen Geschichte. Während sie Marta nahestand und sich ihr verbunden fühlte, versuchte sie zu verstehen, wer diese Frau war und wie ihr Leben aussah – sowohl mit Lion an ihrer Seite als auch in den dreißig Jahren, die sie nach seinem Tod allein in der Villa verbrachte. Marta ist eine Installation, die aus zeitgenössischen Fotografien und seltenen Archivmaterialien aus den Feuchtwanger-Sammlungen besteht, die Marta nach ihrem Tod den USC Libraries geschenkt hat.

Diese Ausstellung, die gemeinsam von der Villa Aurora und dem Thomas Mann House veranstaltet wird, möchte die Stimme von Marta wieder zum Vorschein bringen, deren Beiträge lange Zeit von der wissenschaftlichen Erforschung des Lebens und Werks ihres Mannes überschattet wurden.

 

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