Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House

Dezember 2020

Montag, 30.11.2020

#MutuallyMann – Eine virtuelle Lese-Initiative

Worldwide

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Nach dem erfolgreichen Start der interaktiven Lese-Initiative im vergangenen April, geht #MutuallyMann nun in die zweite Runde. Das Thomas Mann House und der S. Fischer Verlag laden Leser*innen in aller Welt ein, Thomas Manns Essay Deutschland und die Deutschen zu lesen. In seinem Vortrag, den Mann unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Washington D.C., New York und Los Angeles hielt, betrachtet er das Nachkriegsdeutschland durch die Linse seiner eigenen Erfahrungen des Exils und des Krieges.

#MutuallyMann bietet Gelegenheit, Manns Gedanken vor dem Hintergrund der heutigen transatlantischen Beziehungen neu zu lesen und eigene Ideen, Fragen, Bilder oder Lieblingszitate im Laufe der drei Tage in den sozialen Medien zu teilen. Die Aktion wird begleitet von Text- und Videobeiträgen von Schriftsteller*Innen, Intellektuellen und renommierten Mann-Forscher*innen.

Vom 30. November biz sum 2. Dezember können User*innen Ihre Beiträge mit dem Hashtag #MutuallyMann in den sozialen Medien teilen. Die Beiträge der Nutzer*innen und Expert*innen werden auf unserem #MutuallyMann-Blog gesammelt.

Lesen Sie alle Beiträge der ersten #MutuallyMann-Initiative hier.

Zur #MutuallyMann Website.

Teilnehmer*innen

Unter den Teilnehmer*innen sind die Schriftsteller*innen Olga Grjasnowa, Jagoda Marinić, Max Czollek und Villa Aurora Fellow Juan Guse, David Morris (Library of Congress), der renommierte Thomas-Mann-Experte Hans Vaget (Smith College) und die Literaturwissenschaftlerinnen Veronica Fuechtner (Dartmouth College) und Stefan Keppler-Tasaki (Universität Tokyo), Musikkritiker Alex Ross (The New Yorker), die Germanist*innen Meike Werner und Kai Sina (Universität Münster), der Rechtswissenschaftler und Thomas Mann Fellow Christoph Möllers (Humboldt-Universität zu Berlin) sowie Thomas Mann Fellow und Journalistin Maria Exner (Die Zeit).

Partner

Eine Initiative in Kooperation mit dem S. Fischer Verlag.

 

Sonntag, 06.12.2020

Mann & Beethoven: Political Artists in Revolutionary Times

Online

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Ludwig van Beethoven gilt als einer der weltweit größten Komponisten, doch üben er und sein Werk auch einen nachhaltigen politischen Einfluss aus. Schon der österreichische Kaiser Franz soll gesagt haben „etwas Revolutionäres lauert in der Musik“. Bis heute wird Beethovens Musik weltweit als Hymne der Demokratisierungsbewegungen gespielt, wurde aber auch von totalitären Systemen vereinnahmt. Während 2020 das Jubiläumsjahr des Komponisten markiert, scheint eine Neubetrachtung von Beethoven als politischem Künstler angebracht.

Der Musikwissenschaftler und Pianist William Kinderman kommt mit Mark Swed, dem Musikkritiker der Los Angeles Times, ins Gespräch. Die Beiden sprechen über Bezüge und Parallelen im Leben und Werk von Ludwig van Beethoven und Thomas Mann, der nach seiner Flucht vor den Nazis in Kalifornien seinen Doktor Faustus schrieb und dort seine verzweifelte Botschaft vor dem Hintergrund von Beethovens letzter Sinfonie platzierte.

Teilnehmer

William Kinderman

William Kinderman ist Professor für Musik und Inhaber des Lehrstuhls für Performance Studies an der University of California Los Angeles. Zu seinen zahlreichen Büchern gehören Beethoven, Wagners 'Parsifal' und erst kürzlich erschienen Beethoven. A Political Artist in Revolutinary Times.

Mark Swed

Mark Swed ist seit 1996 der Musikkritiker der Los Angeles Times. Davor war er als Kritiker für den Los Angeles Herald Examiner und das Wall Street Journal tätig und hat zahlreiche Artikel für internationale Publikationen geschrieben. Swed ist Autor für die iPad-App The Orchestra und ehemaliger Mitherausgeber des Musical Quarterly.

Zur Aufzeichnung

Mittwoch, 09.12.2020

Radical Diversity

Online

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Mohamed Amjahid und Max Czollek kommen mit amerikanischen Gästen ins Gespräch über Strategien für eine offenere, vielfältigere, gerechtere Gesellschaft in Deutschland und den USA. Thomas Mann Fellow und Autor Mohamed Amjahid und Poet und Publizist Max Czollek sprechen über erfolgreichen politischen Aktivismus für mehr Diversität. Sie diskutierten die Rolle von Geschichtspolitik für den Integrationsdiskurs in beiden Ländern und stellen die Frage: Wie drückt sich die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt in Politik und Kunst beider Länder aus? Was sind Gegenentwürfe zu weißer, hegemonialer Kultur?

Am 09. Dezember geht die Reihe in Boston weiter. Organisiert vom Goethe-Institut Boston geht es um die Rolle der jüdischen und muslimischen Gemeinden in unserer Gesellschaft. Max Czollek und Mohamed Amjahid unterhalten sich mit der Anthropologin Sultan Doughan und der Podcasterin Rachael Cerrotti, die sich dem Thema aus unterschiedlicher Perspektive nähern: einmal wissenschaftlich und einmal persönlich.

Teilnehmer*innen

Sultan Doughan

Sultan Doughan ist Anthropologin und spezialisiert sich in ihrer Arbeit auf Fragen von Staatsbürgerschaft, religiösen Unterschieden, der Ethnisierung jüdischer und muslimischer Gemeinden sowie politischer Gleichberechtigung im zeitgenössischen Deutschland. Besonders interessiert sie, wie das Erinnern an den Völkermord und der Frage nach Gerechtigkeit zu moralischen Forderungen in der Öffentlichkeit führen. Im Rahmen von Feldstudien hat Doughan an Organisationen der Zivilgesellschaften darüber geforscht, wie islamischer Extremismus durch das Lehren von Toleranz und das Gedenken an den Holocaust verhindert werden kann. Dr. Doughan ist zurzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Elie Wiesel Center for Jewish Studies, Boston University.

Rachael Cerrotti

Rachael Cerrotti ist eine preisgekrönte Fotografin, Autorin, Erzieherin und Produzentin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf den generationsübergreifenden Einfluss von Erinnerung und Migration. Seit über einem Jahrzehnt befasst sich Rachael mit der Lebensgeschichte ihrer Großmutter, einer Überlebenden des Holocaust und dokumentiert die Folgen des Zweiten Weltkriegs. Im Herbst 2019 hat sie diese Geschichte als erzählenden Podcast unter dem Titel We Share the Same Sky veröffentlicht, der seitdem an High Schools in ganz USA unterrichtet wird. Rachael arbeitet für verschiedene Radiosender und ist Produzentin für die USC Shoah Foundation.

Mohamed Amjahid

Mohamed Amjahid wurde als Sohn von so genannten Gastarbeitern in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Politikwissenschaft in Berlin und Kairo und forschte an verschiedenen anthropologischen Projekten in Nordafrika. Während seines Studiums arbeitete er als Journalist für die taz, die Frankfurter Rundschau und den Deutschlandfunk. Er arbeitete als politischer Reporter für die Wochenzeitung Die Zeit und das Zeit Magazin. Anthropologisch und journalistisch beschäftigt er sich mit Menschenrechten, Gleichberechtigung und Umbrüchen in den USA, Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Mohamed Amjahid ist Thomas-Mann Fellow 2020.

Max Czollek

Max Czollek wurde 1987 in Berlin geboren, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Im Jahr 2012 schloss er sein Studium der Politikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin ab. Im Jahr 2016 schloss er sein Promotionsstudium am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) ab. Seit 2009 ist Czollek Mitglied des Lyrikkollektivs G13, das Bücher veröffentlicht und Vorträge organisiert. Von 2013 bis 2018 war er Kurator des internationalen Projekts Babelsprech International, dessen Ziel es war, die Vernetzung junger deutschsprachiger und europäischer Poesie- und Lyrikergemeinschaften zu fördern. Im Jahr 2018 erschien sein Aufsatz Desintegriert Euch! bei Carl Hanser.

Partner

“Radical Diversity” wird präsentiert von den Goethe-Instituten in Nordamerika in Kooperation dem Thomas Mann House, dem Institute for Social Justice & Radical Diversity, gefördert durch die Heinrich-Böll Stiftung Nordamerika.