Die Serie „55 Voices for Democracy“ knüpft an die 55 BBC-Radioansprachen an, in denen sich Thomas Mann während der Kriegsjahre von seinem Haus in Kalifornien aus an Hörer in Deutschland, der Schweiz, Schweden, den besetzten Niederlanden und Tschechien wandte. Von 1940 bis November 1945 appellierte er monatlich an tausende Hörer, sich dem nationalsozialistischen Regime zu widersetzen und wurde so zur bedeutendsten deutschen Stimme im Exil.  In diesem Sinne senden 55 renommierte internationale Intellektuelle, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen vom Thomas Mann House aus Ansprachen, in denen sie ihre Ideen für die Erneuerung der Demokratie vorstellen. Zu den Teilnehmenden zählen die Politikwissenschaftler Francis Fukuyama und Jan Werner Müller, die Philosophinnen Seyla Benhabib und Judith Butler, die Schriftsteller Orhan Pamuk und Ngũgĩ wa Thiong'o, die Soziologin Ananya Roy, der Germanist Jan Philipp Reemtsma, die Historiker Martha S. Jones und Timothy Snyder, sowie viele andere mehr.

Die Serie wird präsentiert vom Thomas Mann House in Kooperation mit Deutschlandfunk, Los Angeles Review of Books und Süddeutsche Zeitung.

Talks

Jan Philipp Reemtsma

Jan Philipp Reemtsma ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg und ein international renommierter Publizist. Mit Werken wie “Gewalt als Lebensform” (2016), “Vertrauen und Gewalt” (2008) oder “Gebt der Erinnerung Namen” (2007, gemeinsam mit Saul Friedländer) hat er herausragende Beiträge zum historischen und politischen Diskurs in Deutschland verfasst.

Die von Prof. Reemtsma und dem von ihm gegründeten Hamburger Institut für Sozialforschung entwickelten Wanderausstellungen zu Verbrechen der Wehrmacht haben die deutsche historische Aufarbeitung nachhaltig geprägt.

 

Ananya Roy

Ananya Roy ist Professorin für Städteplanung, Sozialfürsorge und Geografie sowie Leiterin des Institutes für Ungleichheit und Demokratie an der University of Los Angeles California. Prof. Roys Forschung behandelt Fragen von Armut und Ungleichheit und setzt sich zum Ziel, Machtstrukturen für marginalisierte Gruppen zu etablieren.

Ihre Arbeit wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, für ihr Buch Poverty Capital: Microfinance and the Making of Development erhielt sie den Paul Davidoff Award, ein Preis für Wissenschaftler*Innen, die sich besonders für soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Zum Artikel der Süddeutschen Zeitung

Timothy Snyder

Timothy Snyder ist Professor für Geschichte an der Yale University und Fellow am Institut für Humanwissenschaften in Wien.
Zu seinen jüngsten Büchern gehören u.a.: Black Earth. Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann (2015); Über Tyrannei. Zwanzig Lektionen für den Widerstand (2017); und Der Weg in die Unfreiheit: Russland, Europa, Amerika (2018).

Snyders Werk erschien in vierzig Sprachen und erhielt eine Reihe von Preisen, darunter den Emerson Prize in the Humanities, den Literature Award der American Academy of Arts and Letters, den Dutch Auschwitz Committee Award und den Hannah Arendt Prize in Political Thought.

Francis Fukuyama

Francis Fukuyama ist Senior Fellow am Institute for International Studies und Professor der Politikwissenschaft an der Universität Stanford.
Berühmt wurde er 1989 durch seinen Essay „Das Ende der Geschichte?“, in dem er im Zuge des Falls des Eisernen Vorhangs die liberale Demokratie als Höhepunkt der gesellschaftlichen Evolution bezeichnet.

Er ist einer der bedeutendsten politischen Theoretiker in den USA und veröffentlichte zahlreiche Bücher zur US-Politik. Zuletzt von ihm erschienen: „Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet“ (Hoffmann und Campe, 2019).

Zum Artikel der Süddeutschen Zeitung


In Medienpartnerschaft mit Deutschlandfunk, Los Angeles Review of Books und Süddeutsche Zeitung.

 


Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird gefördert vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.